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epa08328782 Lausanne's Police officers patrol in a TL Metro M2 or underground to prevent the gathering of more than 5 people during the state of emergency of the coronavirus disease (COVID-19) outbreak, in Lausanne, Switzerland, 28 March 2020. Countries around the world are taking increased measures to stem the widespread of the SARS-CoV-2 coronavirus which causes the Covid-19 disease.  EPA/LAURENT GILLIERON

Metro in Lausanne: Die Polizei kontrolliert, ob die Verhaltensregeln des Bundesrates eingehalten werden. Die Pandemie hat unseren Alltag schwerwiegend verändert. Bild: EPA

Der Lockdown in der Schweiz dauert eher Monate als Wochen



Seit die Coronavirus-Pandemie die Schweiz erreicht hat, verändert sich unser Leben in ungeahnter Weise. Der Bundesrat hat einschneidende Massnahmen ergriffen, die unseren Alltag auf den Kopf und die Wirtschaft vor enorme Herausforderungen stellen. Noch können wir nur mutmassen, wie die Situation sich weiterentwickeln wird – ein Blick auf die Lage in Italien, wo es längst mehr Covid-19-Todesfälle gibt als in China, verheisst nichts Gutes.

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Die Unsicherheit wächst. Während die einen bereits den Teil-Lockdown, den die Regierung verhängt hat, für übertrieben halten, rufen andere nach einer Ausgangssperre, um die Pandemie einzudämmen. Die Fragen, die uns allen unter den Nägeln brennen, sind: Was kommt noch auf uns zu? Wie lange wird diese «ausserordentliche Lage» noch andauern? Ist die Strategie des Bundesamts für Gesundheit (BAG) geeignet, um die Pandemie wirkungsvoll zu bekämpfen?

Eine mögliche Antwort darauf finden wir im Artikel «The Hammer and The Dance» von Tomas Pueyo. Der Amerikaner ist allerdings kein Wissenschaftler, sondern Mitarbeiter einer Bildungsplattform für Studenten; dennoch ist sein ausführlicher Beitrag millionenfach geteilt und in zahlreiche Sprachen übersetzt worden, darunter auch auf Deutsch.

Pueyo hat umfangreiche Zahlen und Fakten zur Corona-Pandemie zusammengetragen und aufbereitet. Werfen wir einen Blick darauf – ohne dabei zu vergessen, dass sich die Datenlage derzeit ständig ändert. Beispielsweise ist es nach wie vor unklar, wie hoch die Dunkelziffer ist (also die Zahl derjenigen, die infiziert, aber in der Statistik noch nicht erfasst sind).

Pueyo unterscheidet grob drei Optionen, die den Entscheidungsträgern zur Verfügung stehen:

Die erste Möglichkeit ist angesichts der tödlichen Wucht der Pandemie nicht zu verantworten und wird daher auch nirgendwo ernsthaft erwogen. Wir streifen deshalb dieses Szenario nur kurz. Über die Zweckmässigkeit der beiden anderen Strategien herrscht Uneinigkeit – Schweden verfolgt derzeit eine Verlangsamungs-Strategie, während die stark betroffenen Staaten Italien und Spanien nach dem Vorbild Chinas eine Strategie der Suppression fahren.

Option 1: Nichts tun

Nach wie vor gibt es weder einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 noch Medikamente zur Behandlung der vom Virus ausgelösten Krankheit Covid-19. Und es besteht keine Immunität in der Bevölkerung gegen das Virus, das sich daher nahezu ungehindert ausbreiten kann. Die sogenannte Basisreproduktions­zahl R0 liegt nach derzeitigem Wissensstand bei etwa 2,5 – eine infizierte Person gibt den Erreger also an zwei bis drei Personen weiter. Innerhalb von acht Wochen kann ein einzelner Mensch so rund 3000 weitere infizieren.

Falls nichts dagegen unternommen wird, würde sich das Virus also ungebremst verbreiten und rund 75 Prozent der Bevölkerung infizieren. Von ihnen würden viele sterben – nicht nur an Covid-19 selbst, sondern vor allem auch durch den Zusammenbruch des völlig überforderten Gesundheitswesens. Da etwa 5 Prozent der Fälle Intensivpflege benötigen, wäre dieser Zusammenbruch unausweichlich.

Kollateralschaden

Sehr viele Patienten mit einem schweren Krankheitsverlauf könnten dann nicht mehr die Versorgung erhalten, die sie benötigen. Die meisten von ihnen würden sterben. Überdies träfe die Knappheit der medizinischen Ressourcen – Betten, Geräte, Personal – auch Patienten, die aus anderen Gründen intensive Pflege erhalten sollten, zum Beispiel Unfallopfer oder Herzinfarkt-Patienten. Pueyo nennt dies den «Kollateralschaden».

Grafik: Coronavirus, Infektionen und Todesfälle in den USA, ohne Massnahmen
http://gabgoh.github.io/COVID/index.html

Infektionen (rot) und Todesfälle (blau) in den USA, falls keine Massnahmen ergriffen würden. Pueyo hat das Diagramm mithilfe eines Epidemierechners erstellt und dabei eine Mortalität von 4 % und eine Übertragungsrate (R0) von 2,4 angenommen. Diagramm: Gabriel Goh/gabgoh.github.io

Ein Land wie die USA müsste in diesem Szenario mit rund 245 Millionen infizierten Personen und mehr als 10 Millionen Todesfällen rechnen. Die Zahlen hängen allerdings von verschiedenen Variablen ab, darunter massgeblich von der Sterblichkeitsrate. Pueyo veranschlagt sie auf 4 Prozent, und zwar aufgrund des nicht zu verhindernden Zusammenbruchs des medizinischen Systems. Die Zahlen bleiben jedoch auch dann erschreckend hoch, wenn die Mortalität etwas geringer veranschlagt wird.

Option 2: Mitigation

Mitigation ist die Strategie der Verlangsamung der Pandemie, also der Versuch, durch geeignete, aber nicht extrem einschneidende Massnahmen die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Das Ziel ist dabei, dass die Fallzahlen langsamer ansteigen als bei einer ungebremsten Ausbreitung, so dass es nicht zu einer Überlastung des Gesundheitssystems kommt. Die Massnahmen sollen die Verbreitungskette des Virus unterbrechen und so dafür sorgen, dass weniger Personen angesteckt werden. Dies ist es, was in den sozialen Medien unter dem Hashtag #FlattentheCurve propagiert wird.

Im Unterschied zur Suppressionsstrategie (siehe nächsten Punkt) nimmt die Mitigations-Strategie in Kauf, dass ein grosser Teil der Bevölkerung sich mit dem Virus infiziert; allerdings soll dies so langsam geschehen, dass das Gesundheitssystem durch die Zahl der schweren Krankheitsfälle nicht zu stark überlastet wird. Jene Teile der Bevölkerung, die besonders gefährdet sind – Alte und Personen mit Vorerkrankungen –, sollen jedoch geschützt werden, indem man sie isoliert.

Falls diese Strategie erfolgreich ist, führt sie zu einer allmählichen «Durchseuchung» der Bevölkerung. Wenn erst einmal 60 bis 70 Prozent der Population eine Infektion mit dem Virus durchlebt hat, so der Plan, ist eine «Herdenimmunität» erreicht: Das Virus findet kaum mehr neue Personen, die es anstecken kann, da die meisten potenziellen Kontaktpersonen bereits immun dagegen sind – wenigstens für einige Jahre. Dadurch flaut die Epidemie allmählich ab. Voraussetzung dafür ist freilich, dass das Virus nicht so schnell und stark mutiert, dass die im Körper gebildeten Antikörper nicht mehr dagegen wirksam sind.

So weit der Plan. Wird er im Kampf gegen SARS-CoV-2 erfolgreich sein?

Studie mit erschreckenden Ergebnissen

Es sieht nicht so aus. Eine einflussreiche Studie des Imperial College London, die Mitte März erschienen ist, macht unmissverständlich klar, dass die Mitigationsstrategie zwar die Überlastung des Gesundheitssystems um zwei Drittel reduzieren und die Zahl der Todesopfer halbieren könnte. Doch für Grossbritannien rechnet die Studie gleichwohl mit hunderttausenden von Toten; in den USA wären es mehr als eine Million. Es waren vermutlich diese Zahlen, die in London und Washington ein Umdenken bewirkt haben – die britische und die US-Regierung verschärften jedenfalls ihre Massnahmen.

Das Team der Wissenschaftler um den renommierten Epidemiologen Neil Ferguson simulierte die Auswirkungen unterschiedlicher Massnahmen auf zwei Modellpopulationen, die auf den Verhältnissen in Grossbritannien und den USA basiert sind. Die untersuchten Massnahmen – sie werden «nicht-pharmazeutische Interventionen» genannt – rangieren vom Verbot aller Grossveranstaltungen bis zum Social Distancing für die gesamte Bevölkerung. Die Auswirkung eines kompletten Lockdowns mit Ausgangssperre wurden dagegen nicht untersucht.

Grafik: Bedarf an Intensivbetten in Grossbritannien, nach verhängten Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie.
https://www.imperial.ac.uk/media/imperial-college/medicine/sph/ide/gida-fellowships/Imperial-College-COVID19-NPI-modelling-16-03-2020.pdf

Auswirkungen verschiedener Massnahmen im Rahmen einer Mitigationsstrategie in Grossbritannien:
Die gerade rote Linie markiert die Kapazität an Intensivbetten in britischen Krankenhäusern. Die schwarze Kurve zeigt die Anzahl der Betten pro 1000'000 Einwohner, die benötigt würden, wenn keine Massnahmen ergriffen würden. Die braune Kurve zeigt dasselbe, wenn Infizierte isoliert werden, die gelbe Kurve die Isolierung von Infizierten plus Quarantäne von Personen, die im gleichen Haushalt leben. Die blaue Kurve zeigt den Bedarf, wenn zusätzlich zu diesen Massnahmen noch Social Distancing von über 70-Jährigen hinzukommt. Die grüne Linie schliesslich zeigt den Betten-Bedarf bei Schliessung von Schulen und Universitäten.
Fazit: Der Bedarf an Intensivbetten übersteigt in allen Szenarien die Kapazität um ein Vielfaches.
Diagramm: Neil Ferguson e.a.

Der Befund der Studie ist eindeutig: Sämtliche der untersuchten Massnahmen könnten nicht verhindern, dass der Bedarf an Intensivstations-Betten die Kapazität des Gesundheitswesens massiv übersteigen würde. Selbst die härteste der untersuchten Massnahmen, so warnt Pueyo in seinem Beitrag, könnte das Desaster nicht verhindern.

Ausserdem würde die Abflachung der Kurve zwar die Zahl der Todesfälle reduzieren, stellt Pueyo fest, aber zugleich die Überlastung des Gesundheitssystems in die Länge ziehen und damit den Kollateralschaden erhöhen – also die Zahl der Todesopfer, die aufgrund dieser Überlastung nicht adäquat behandelt werden könnten.

Mutationen

Und nicht genug damit: Das Ziel der Mitigationsstrategie, eine Herdenimmunität zu erreichen, steht und fällt gemäss Pueyo damit, dass SARS-CoV-2 nicht mutiert. Dies ist jedoch bereits geschehen – es gibt mittlerweile zwei Virenstämme, den L-Typ und den S-Typ (je nach Aminosäure, die an einer bestimmten Stelle des Viren-Genoms kodiert wird). RNA-Viren, zu denen die Coronaviren, aber auch die Grippe-Erreger gehören, mutieren laut Pueyo bedeutend schneller als DNA-Viren.

Screenshot Nextstrain: Mutationen von SARS-CoV-2

Mutationen von SARS-CoV-2. Grafik: Nextstrain

SARS-CoV-2 mutiert freilich langsamer als die Influenzaviren. Sein Genom ist während der Ausbreitung bisher relativ stabil geblieben, was die Aussicht verbessert, einen Impfstoff gegen den Erreger zu finden, der auf Jahre hinaus wirksam bleibt. Überdies müssen Mutationen nicht unbedingt dazu führen, dass ein Virus gefährlicher wird, denn der Konkurrenzdruck unter den Erregern sorgt dafür, dass die Selektion die bessere Übertragbarkeit fördert, nicht aber eine höhere Todesrate des Wirts – diese hemmt nämlich die Verbreitung des Virus, da lebende Infizierte das Virus viel eher weiterverbreiten.

Die Durchseuchung von grossen Teilen der Bevölkerung, die im Zuge der Mitigationsstrategie zur Herdenimmunität führen soll, führt allerdings dazu, dass der Erreger über ein Reservoir von Millionen Infizierter verfügen könnte, was die Möglichkeiten zur Mutation massiv erhöht. Pueyo warnt daher vor einer Situation wie bei den Grippe-Erregern: Diese tauchen saisonal in unterschiedlichen Stämmen auf, gegen die es nicht immer einen Impfstoff gibt. Nur wäre das neue Coronavirus tödlicher als die Grippe.

Option 3: Suppression

Die Suppressionsstrategie versucht die Ausbreitung des Virus möglichst vollständig zu unterdrücken. Mit äusserst strikten Massnahmen – wie sie in China, Italien, Spanien oder Frankreich ergriffen wurden – versucht man, Übertragungen des Virus von Mensch zu Mensch konsequent und komplett zu unterbinden. Im Idealfall gelingt es so, das Virus gewissermassen auszuhungern.

Zu den bei der Mitigationsstrategie ergriffenen Massnahmen muss daher bei der Suppressionsstrategie beispielsweise zusätzlich eine Ausgangssperre verhängt werden, um die Kontakte zwischen den Menschen auf ein Minimum zu reduzieren und so dem Virus die Möglichkeiten, sich zu verbreiten, möglichst zu entziehen. Das ist es, was Pueyo den «Hammer» nennt.

R0 muss unter 1 sinken

Ziel der Massnahmen ist es, die Basisreproduktionsrate R0 auf einen Wert zu drücken, der unter 1 liegt. Wir erinnern uns: Ein mit dem neuen Coronavirus Infizierter steckt im Mittel zwei bis drei weitere Personen an, das heisst, R0 liegt bei 2,5. Gemäss dem Robert-Koch-Institut (RKI) müssten bei einem R0 von etwa 3 rund zwei Drittel aller Übertragungen unterbunden werden, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen.

Diagramm: Coronavirus, Suppressionsstrategie gemäss Pueyo

Die Suppressionsstrategie reduziert die Anzahl der Todesopfer massiv.
Die Parameter in diesem Diagramm sind gleich wie beim ersten weiter oben, mit Ausnahme der Übertragungsrate, die nun aufgrund der Intervention von R0 = 2,4 auf R0 = 0,62 sinkt. Dadurch sinkt auch die Sterblichkeitsrate, da das Gesundheitssystem nicht zusammenbricht.
Pueyo stellt fest, es sei «die Kombination aus einem höheren R, einer höheren Sterblichkeitsrate und einer Verzögerung bei der Ergreifung von Massnahmen, die die Anzahl der Todesfälle explodieren» lasse.
Diagramm: Pueyo/Gabriel Goh

Warum, so fragt Pueyo, wenden denn die meisten Regierungen den «Hammer» nicht an? Er nennt drei Überlegungen, die dem Handeln der Entscheidungsträger zugrunde liegen:

Eine Frage von Wochen, nicht Monaten

Dem hält Pueyo entgegen, dass der «Hammer» nicht monatelang andauern müsste, sondern nur einige Wochen. Er verweist auf die Erfahrungen in der chinesischen Provinz Hubei, die mit knapp 60 Millionen Einwohner fast so gross ist wie Italien. Hubei war die Provinz Chinas, die am stärksten von der Pandemie betroffen war. Die Massnahmen, die dort ergriffen wurden, waren drastisch: Die Leute mussten zuhause bleiben und durften ihr Heim nur verlassen, wenn es einen Notfall gab oder sie Lebensmittel einkaufen mussten. Zudem gab es Reiseverbote und die Kontakte von Infizierten wurden nachverfolgt.

Coronavirus: Fälle in Wuhan
https://medium.com/@tomaspueyo/coronavirus-the-hammer-and-the-dance-be9337092b56

Das Diagramm zeigt die neuen bestätigten Fälle pro Tag seit dem 23. Januar (Beginn des Lockdowns) in der gesamten Provinz Hubei. Nach ca. 5 Wochen war das Virus weitgehend unter Kontrolle. Diagramm: Tomas Pueyo

Nach dem «Hammer» beginnt die Phase des «Tanzes» – also der Lockerung und zeitweiligen Wiederverschärfung der Massnahmen, um die Pandemie am Wiederaufflammen zu hindern. Diese Phase müsste andauern, bis ein Impfstoff entwickelt ist oder zumindest wirksame Medikamente zur Behandlung der Schwerkranken zur Verfügung stehen. Während dieser Zeit wäre, wie Pueyo annimmt, über weite Strecken ein nahezu normales Leben möglich.

Coronavirus: Hammer und Tanz nach Pueyo
https://medium.com/@tomaspueyo/coronavirus-the-hammer-and-the-dance-be9337092b56

Pueyo vergleicht in diesem Diagramm den Effekt der drei Strategien «Nichts tun» (schwarze Kurve), Mitigation (rote Kurve) und Suppression (grüne Kurve). Für die Phase des «Hammers» veranschlagt er eine Dauer von 3 bis 7 Wochen; der «Tanz» würde danach bis zur Herstellung eines Impfstoffs andauern. Diagramm: Tomas Pueyo

Zeitgewinn

Eine frühzeitig ins Werk gesetzte Suppressionsstrategie könnte so die Zahl der Infektionen deutlich senken, dadurch das Gesundheitssystem entlasten und in der Folge auch die Sterblichkeitsrate und den Kollateralschaden reduzieren. Die Suppression soll durch extrem strikte Massnahmen die Pandemie ersticken und dadurch wertvolle Zeit gewinnen. Zeit, die wir laut Pueyo wie folgt nutzen sollten:

Fazit

Pueyo ist wie erwähnt kein Wissenschaftler, aber sein Beitrag stützt sich auf zahlreiche Studien, die er zusammengetragen hat. Allerdings ist deutlich spürbar, dass er etwas bewegen will – was durchaus legitim ist. Er hat dabei vor allem die Situation in den USA und in Grossbritannien vor Augen, und es scheint ganz so, als ob ihm die Zahlen dort Recht geben.

Allerdings ist die Datenlage nach wie vor sehr dünn. Die Zahlen der bestätigten Fälle beruhen auf Tests, die in verschiedenen Ländern nach unterschiedlichen Algorithmen vorgenommen werden und daher weniger gut vergleichbar sind, als es zunächst den Anschein macht. Auch gibt es Hinweise darauf, dass externe Faktoren die Fallzahlen und die Mortalität beeinflussen – so legt eine neue Studie der Universität von Oxford nahe, dass kaltes und trockenes Wetter die Ausbreitung des Virus begünstigt. Auch die Luftqualität scheint eine Rolle zu spielen: Smog dürfte eine Rolle als Virenschleuder spielen.

An der Mitigationsstrategie, wie sie auch die Schweiz fährt, lässt Pueyo kein gutes Haar. Das ist verständlich, wenn man sich die Politik vor Augen führt, die zu Beginn in den USA und in Grossbritannien verfolgt wurde und die nahezu einem Laissez-faire gleichkam. Die Schweiz hat vergleichsweise früher und entschiedener reagiert, insbesondere hat sie viel mehr getestet, als dies in den USA der Fall war. Es ist deshalb nicht gerechtfertigt, sie in einen Topf mit den angelsächsischen Ländern zu werfen.

Kehren wir zu den eingangs dieses Artikels gestellten Fragen zurück. Lassen sie sich nun beantworten?

• Ist die Strategie des BAG geeignet, um die Pandemie wirkungsvoll zu bekämpfen?

Die Mitigationsstrategie, die in der Schweiz verfolgt wird, ist bereits vergleichsweise strikt. Der Bundesrat könnte die Schraube eigentlich nur noch weiter anziehen, indem er eine Ausgangssperre verhängen würde – etwa dann, wenn sich die Bevölkerung nicht ausreichend an die erlassenen Verhaltensregeln hält.

Für Pueyos «Hammer» dürfte es indes zu spät sein – das konsequente Nachverfolgen der Kontaktpersonen von Infizierten ist angesichts der Zahlen nicht mehr möglich. Wenn wir der unter Epidemiologen gehandhabten Faustregel folgen, wonach die Todesfälle in einem bestimmten Zeitpunkt ca. 1 Prozent der tatsächlich Infizierten etwa 15 Tage zuvor entsprechen, dann gab es in der Schweiz vor rund zwei Wochen bereits mehr als 24'000 Infizierte.

Südkorea hat zwar bisher mit dieser aggressiven Nachverfolgung den Anstieg der Infektionen erfolgreich im Zaum gehalten, aber das ostasiatische Land hat viel und früh getestet. Und es hatte zudem mit einem Cluster zu tun; das heisst, sehr viele Infizierte stammten aus den Reihen einer Sekte, was die Eingrenzung erleichterte.

Wünschenswert wäre, wenn hierzulande viel umfangreicher getestet würde. Dafür setzt man in der Schweiz Abstrichtests ein, die das Virus direkt über eine Genanalyse nachweisen. Sie sind jedoch teuer – und knapp. Zudem benötigt man für die Analyse teure Maschinen. Aus diesem Grund wird nicht getestet, wer kaum Symptome aufweist. In ostasiatischen Ländern sind dagegen bereits billige Antikörper-Tests mit Blut im Einsatz, mit denen sich auch die Fälle mit einem leichten Verlauf eruieren lassen. Erfahrungen aus China zeigen zwar, dass diese Tests eine Fehlerquote von etwa 10 Prozent aufweisen, aber sie eignen sich dazu, einen Überblick über die Pandemie-Situation zu gewinnen.

• Wie lange wird diese «ausserordentliche Lage» noch andauern?

Pueyo geht anhand der Zahlen aus der chinesischen Provinz Hubei von einem Zeitraum von 5 bis 7 Wochen aus. Danach müsste der «Hammer» allmählich Wirkung zeigen. Britische und deutsche Epidemiologen prognostizieren freilich eine längere Dauer. Da es in der Schweiz für den «Hammer» zu spät ist, muss man wohl damit rechnen, dass die ergriffenen Massnahmen über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden müssen. Genaue Angaben lassen sich allerdings nicht machen, ohne vollends in Spekulation abzugleiten. Gesundheitsminister Alain Berset zumindest erwartet, dass die Corona-Krise in der Schweiz mindestens noch bis Mitte Mai andauern wird.

• Was kommt noch auf uns zu?

Auch wenn wir uns auf die Auswirkungen der Pandemie auf das Gesundheitswesen beschränken und ihre wirtschaftlichen, politischen und psychologischen Folgen ausser Acht lassen, kommt eine Beantwortung dieser Frage dem sprichwörtlichen Lesen im Kaffeesatz gleich. Die angespannte Lage im Tessin lässt befürchten, dass es auch bei uns zu dramatischen Verhältnissen kommt, wie sie in Norditalien – das uns im zeitlichen Verlauf der Pandemie voraus ist – herrschen. Doch die Verhältnisse in anderen Ländern lassen sich nur mit grosser Vorsicht auf die hiesige Lage übertragen. Die Entwicklung der Fallzahlen gibt aktuell Anlass zu leiser Hoffnung, aber dabei kann es sich auch nur um eine kurzfristige Abflachung der Kurve handeln. Laut BAG sind die schlimmsten Prognosen jedenfalls nicht eingetreten.

Coronavirus: Fallzahlen Schweiz, Stand 28. März 2020

Diagramm: watson

Anlass zur Sorge gibt dagegen die Anzahl der Intensivbetten in der Schweiz. Aktuell stehen gemäss der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) zwischen 950 und 1000 Betten zur Verfügung, die im Notfall noch aufgestockt werden könnten. 800 bis 850 davon verfügen über Beatmungsgeräte. Im Vergleich zu den Nachbarländern ist der Bestand an Intensivbetten allerdings nicht beruhigend. Die Schweiz liegt mit 11 Intensivbetten pro 100'000 Personen weit hinter Deutschland und Österreich, aber auch hinter Italien und Frankreich.

Diagramm: Zahl der Intensivbetten pro 100'000 Einwohner
https://www.researchgate.net/figure/Numbers-of-critical-care-beds-corrected-for-size-of-population-per-100-000-inhabitants_fig1_229013572

Zahl der Intensivbetten pro 100'000 Einwohner. Die Schweiz befindet sich im Mittelfeld, aber hinter den Nachbarländern. Diagramm: researchgate.net

Da nach Schätzungen der SGI 7,5 bis 10 Prozent aller mit SARS-CoV-2 infizierten Personen auf eine Behandlung auf der Intensivstation angewiesen sein werden, dürfte dieser Bestand nicht ausreichen, wenn er nicht massiv aufgestockt werden kann. Wir müssen also damit rechnen, dass es auch in unseren Krankenhäusern zu Engpässen kommt, die für einige Patienten tödlich sein werden. Wie massiv sich diese Überlastung gestalten und wie viele Opfer sie fordern wird, wissen wir jetzt nicht.

Ohnehin wissen wir sehr viel noch nicht. Nach wie vor ist SARS-CoV-2 ein Feind, den wir nur ungenügend kennen. Die Forschung läuft zwar auf Hochtouren, aber substantielle Ergebnisse dürften erst in zwei, drei Monaten vorliegen.

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209Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rowi 30.03.2020 18:53
    Highlight Highlight Das Fazit ist klar. Es braucht endlich flächendeckend verfügbare Massentests (Antikörper-Variante) im Schnelldurchlauf (Triage gesund / krank) sowie eine Maskentragpflicht, sobald man beim Einkaufen, im ÖV unterwegs oder sonst in der Nähe von Menschen ist. Zusammen mit Social Distancing haben wir die Sache im Griff und können die Läden wieder öffnen. Ansonsten würgen wir die Wirtschaft ab. Wann begreifen die Behörden das endlich?
  • paule 29.03.2020 23:18
    Highlight Highlight Ich bin überzeugt, dass wir zugunsten des Medizinpersonals und wegen fehlender Einrichtung alles Bremsen müssen, aber den Virus werden wir akzeptieren müssen, wer nicht jetzt befallen und immun wird, muss einfach auf die Welle die sicher im Herbst kommen wird warten um dann an die Reihe zu kommen.
    Darum ist das was die Regierung hier macht, das Maximum was verträglich ist, es wird aber eine grosse Reihe Konkurse geben, vor allem das Kleingewerbe wird das stark spüren und sehr teuer bezahlen.
    Solange es kein wirksames Medikament gibt wird uns der Virus in Zukunft begleiten.
  • Eric Lang 29.03.2020 22:12
    Highlight Highlight Strategien hin oder her!?
    Es ist eine Frage der Zeit, bis (fast) jegliche Homeoffice Aktivitäten sinnlos sind.
    Norditalien ist auch für unsere Bauwirtschaft, Maschinenindustrie etc. ein extrem wichtiger Zulieferer.
    Ich kenne Firmen, Produzenten welche schon in kurzer Zeit ihren Betrieb einstellen müssen, da wichtige Komponenten aus Italien fehlen. (Ein Danke an die Just in Time Philosophie.)
    Fakt ist, wenn Italien und auch andere europäische Länder, die Krise nicht überwinden, dann sieht es für uns auch schlecht aus.
    Egal welche Strategie wir gegen das Covid-19 fahren.
  • Beasty 29.03.2020 17:24
    Highlight Highlight „Ohnehin wissen wir sehr viel noch nicht. Nach wie vor ist SARS-CoV-2 ein Feind, den wir nur ungenügend kennen.“ Das hätte eigentlich als Artikel genügt. Hier werden Zahlen und Statistiken wild vermischt und vollständig ausgeblendet, welche Verbesserungen schon heute in der Schweiz eingetreten sind. Das Tessin ist bereits heute nicht mit Italien vergleichbar, trotzdem wird damit Panik geschürt in diesem Artikel. Erneut ein schlechter Artikel.
  • Bächli 29.03.2020 16:35
    Highlight Highlight Könnte es sein, dass durch die Sensibilisierung der Bevölkerung sich weniger ältere Menschen anstecken und so insgesamt die Sterblichkeit sinkt? Nur so ein Gedanke.
    • Saraina 30.03.2020 12:19
      Highlight Highlight Ja sicher. Das ist die Strategie des Bundesrats. Möglichst wenig Ansteckungen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Den Menschen Zeit geben, um sich der Situation anzupassen.
    • Hierundjetzt 30.03.2020 12:44
      Highlight Highlight Voilà! Genau so ists Saraina. Punkt. Ende der Story
  • Test of the test 29.03.2020 16:33
    Highlight Highlight Mich würde interessieren, wie wirksam folgende (eher leicht umsetzbare) Massnahme bei der Bekämpfung des Virus wäre:

    - Wenn immer das Haus verlassen werden muss (Einkäufe, Arztbesuche, etc.), müssen eine Maske und Silikonhandschuhe getragen werden.
    - Dies soll kontrolliert werden und bei Zuwiderhandlung bestraft werden.
    Als Maske reicht eine einfache gut sitzende Chirurgenmaske, die zwar nicht vor Ansteckung, aber vor Übertragung schützt. Masken sollen vom Bund jedem Haushalt gratis zur Verfügung gestellt werden.

    Dadurch würde das R0 sicher sinken. Artikel dazu?
    • Madison Pierce 29.03.2020 17:38
      Highlight Highlight Ja, das sollte funktionieren. Habe dazu heute einen Artikel gelesen, in welchem kritisiert wurde, dass das BAG das Tragen von Masken nicht empfiehlt.

      Es heisst immer, diese würden nicht vor Ansteckung schützen. Das stimmt (und das wissen die Asiaten auch). Aber die Masken schützen vor Ansteckung der Personen im Umfeld.

      Ein Experte hat gesagt: "Wenn alle eine Maske tragen, tragen auch die Kranken eine."
    • Coffeetime ☕ 29.03.2020 18:16
      Highlight Highlight Na ja, neulich in der Migros: jemand mit Handschuhen und Maske.... fummelte die ganze Zeit im Gesicht rum.... hat mich extrem gejuckt ihr zu sagen, dass Hände desinfizieren wohl besser wäre. Habe es aber gelassen. 🙄🤣
    • Saraina 30.03.2020 12:21
      Highlight Highlight Sobald es genügend Masken gibt, wird diese Empfehlung folgen. Ist in Österreich ja jetzt schon so. Wie man eine Maske an-und auszieht, lässt sich vermitteln, dann muss man auch weniger fummeln. Auf jeden Fall wäre das Personal in den Supermärkten dann besser geschützt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Coffeetime ☕ 29.03.2020 16:31
    Highlight Highlight An alle die, die zwischen einer Grippe und einer hochansteckenden Krankheit, bei der man eine Lungenentzündung bekommt... hier ein Video zu fen Schäden bei einem sonst gesunden 59-jährigen

    https://www.cnn.com/videos/us/2020/03/26/3d-video-shows-covid-19-attack-lungs.cnn

    Gemäss Arzt ist der Patient seither schon eine weitere Woche auf der Intensiv und Schäden sind um einiges noch grösse.

    Leider sind in den USA 20% der Patienten auf der Intensiv zwischen 18 und 44...
    • Saraina 30.03.2020 12:23
      Highlight Highlight Übergewicht... ist in den USA weit verbreitet, und ein gewichtiger Risikofaktor, da meist mit Bluthochdruck verbunden.
  • -thomi- 29.03.2020 16:01
    Highlight Highlight Watson, please. Nur schon die Graphiken zum Verlauf sind grob irreführend. Sie suggerieren, dass zu irgendeinem Zeitpunkt jeder Infizierte auch stirbt, weil die blauen Balken wohl über den roten zu liegen kommen. Hört auf, uns dauernd darauf einzuschwören, dass das jetzige Regime noch Monate dauern könnte. Das macht unnötig Angst. Und ich meine Existenzangst. Home Office funktioniert zwar, aber nicht für alle und es ist eben kein Ersatz für physischen Kontakt. Dinge dauern länger auch in Grossfirmen. Irgendwann kommt alles zum Erliegen. Dann sind viele Tote nicht das einzige Problem.
  • jean07 29.03.2020 15:54
    Highlight Highlight Wir brauchen jetzt den Hammer, momentan sind wir bei konstant 1000 Neuansteckungen. Die Menschen werden Mitte April sagen, es geht ja und Lockerung der Massnahmen fordern. Dann wird sich das Virus aber wieder ausbreiten und wir müssen neue Massnahmen ergreifen. Wenn wir jetzt den Hammer nehmen können wir die Neuansteckungen in nützlicher Frist fast auf 0 senken. Nachher darf die Einreise aber nur noch negativ getesteten erlaubt werden, Grenzgänger müssen während der Woche hier bleiben. Das kostet alles etwas und ist beschwerlich, aber so steht dem Sommertanz nichts im Wege.
  • Peter R. 29.03.2020 15:20
    Highlight Highlight Was ich von Anfang an nie begriffen habe, warum sich die Schweiz immer an den Massnahmen der Nachbarländer (I, F, BRD) zur Eindämmung des Virus orientiert.
    Für mich ist einfach Singapur das Vorbild - ähnliche Einwohnerzahl ok kleinere Fläche - hier ist man längst zur Normalität zurückgekehrt, weil man Dinge gemacht hat welche Erfolg gezeigt haben: Von Anfang an drastische Massnahmen, hohe Bussen bei Nichteinhaltung und vor allem an wichtigen "gates" Fieber messen.
    Wir hingegen haben lange Leute die aus hotspots kamen einfach durchgelassen, Grenzen offen, Fasnacht etc. etc.
    • Shlomo 29.03.2020 15:39
      Highlight Highlight Sorry, aber Singapur ist auch eine Diktatur wie China. Dort müssen die Massnahmen auch nicht durch demokratische Prozesse legitimiert werden.
    • K1aerer 29.03.2020 15:44
      Highlight Highlight Erstens hat Singapur eine autoritäre Regierung, die weitgehende Macht hat und diese sogar vom dortigen Volk gewollt ist. Dazu haben sie ein eigenes nationales Quarantänezentrum. Daher ist es einfacher für solche Regierungen dies durchzusetzen. In der Schweiz dauert halt alles länger, dafür ist das Volk dann auch zufriedener und nicht aufmüpfig.
    • -thomi- 29.03.2020 15:56
      Highlight Highlight Könnte auch mit der Geographie zusammenhängen, die es SG einfacher gemacht hat, oder? Es ist eine Insel...
    Weitere Antworten anzeigen
  • ZimmiZug 29.03.2020 15:03
    Highlight Highlight Das Problem welches die vielen Zahlendreher und "Spezialisten" einfach fast nie berücksichtigen ist, dass sie seitens des Gesundheitssystems kaum einmal die begrenzten Ressourcen berücksichtigen. Wenn man den Virus einfach gewähren lässt, kommt JEDES Gesundheitssystem an seine Grenzen.
    Was sind die Folgen: Die Mortalität steigt, da man nur noch die "aussichtsreichen" Fälle behandeln kann, und es gibt etliche 'Kollateralschäden" durch "normale" Fälle welche wegen überfüllter Spitäler und übermüdetem Personal nicht mehr optimal versorgt werden.
  • ZimmiZug 29.03.2020 14:52
    Highlight Highlight Aushungern des Virus funktioniert nur wenn es weltweit koordiniert durchgeführt wird oder in Volkswirtschaften welch im Personenverkehr nahezu geschlossen funktionieren - also bei uns mindestens innerhalb des Schengenraums. Denn der Personenverkehr zur "Aussenwelt" müsste strikt kontrolliert werden. Alleine wir als Schweiz können den Virus nicht aushungern, also fällt diese Variante schon mal weg.
    • jean07 29.03.2020 15:44
      Highlight Highlight Natürlich geht das. Wir müssen. Den Grenzgängern eben 1500 Franken extra geben, damit sie hier wohnen bleiben können. Wer einreisen will, muss sich testen lassen, bei 50'000 Tests pro Tag ist das möglich. Aber kurz zu Aldi fahren ist dann natürlich vorbei.
    • ZimmiZug 29.03.2020 18:54
      Highlight Highlight @jean07
      Stell dir vor, viele dieser Grenzgänger haben Familie bzw. Freunde zu Hause. Ggf. bleiben sie ein paar Wochen, aber nicht so lange wie die Gefahr eines "Virusimports" bestehen bliebe.
      Ich bleibe dabei: Hammer ist nur durch die CH absolut unrealistisch.
    • jean07 29.03.2020 19:31
      Highlight Highlight @ZimmiZug
      Danke für die Antwort. Ich stehe politisch überhaupt nicht auf der Seite jener, die immer Grenze schliessen möchten. Aber wenn wir bald wieder unser Leben leben wollen, ist es immer noch der einfachste Weg. Die Grenzgänger können ja jeweils 10 Tage hier arbeiten, dann 4 Tage nachhause gehen, bei der Rückkehr werden sie an der Grenze getestet, dann wieder 10 Tage arbeiten. Braucht vielleicht auch beim Arbeitsrecht etwas Flexibilität, und geht ja nur solange bis geimpft werden kann, also ein paar Monate, vielleicht ein Jahr.
  • Baba 29.03.2020 14:51
    Highlight Highlight Passendes Bild für einen 👑 Artikel... 🧻🧻🧻
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  • Barbärner 29.03.2020 14:21
    Highlight Highlight und wenn ihr ums Verrecken rausgehen wollt, meldet euch bei eurer Gemeinde für Transporte von Alten, Bedürftigen oder für Lebensmittell- und Medikamentenlieferungen, den Hund der Oma ausführen etc! Dann macht das "ich muess halt chli use..." wenigstens Sinn!
  • Barbärner 29.03.2020 14:17
    Highlight Highlight Wenn all die Deppen, die heute und gestern, weil es halt so schönes Wetter war, ZU TAUSENDEN wieder draussen sein mussten, wandern, chli go sitze....es glacé go holäää usw. gemeinsem im Tram, Zug, Bus sassen oder gar standen, weil kein Sitzplatz mehr da war..., in Gruppen von x Leuten rumlatschend, das Virus wieder schön weitergegeben haben, endlich kappieren würden, dass social distancing nicht nur 2m Abstand bedeutet sondern auch STAY THE FUCK AT HOME! Rausgehen wenn ES WIRKLICH NÖTIG IST nicht wenn du es dein Ego nöitg hat...DU bist jetzt nicht wichtig...sondern WIR! 8MM Menschen in der CH
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    • MarZ 29.03.2020 16:26
      Highlight Highlight Das Virus wird nicht über die Luft übertragen. Raus gehen mit genügend Abstand schadet also niemandem.

      ÖV Benutzung ist natürlich ein anderes Thema.
  • Locutus70 29.03.2020 14:14
    Highlight Highlight Hier mal die Einschätzung von Dr. Ansgar Lohse von der Uniklinik Hamburg-Eppendorf. Ähnlich sieht dies auch der Virologe Prof. Alexander Kekulé sieht es ähnlich.

    https://wize.life/news/gesundheit/109578/klinik-direktor-ueber-corona-massnahmen-muessen-mehr-ansteckungen-zulassen
    • gzoderso 29.03.2020 15:00
      Highlight Highlight Das wäre ja dann wohl die nächste Phase des "Tanzes". R um ca 1 halten.
    • Juliet Bravo 29.03.2020 15:15
      Highlight Highlight Das ist mir ja eine schöne Propagadaseite!
    • Locutus70 29.03.2020 16:12
      Highlight Highlight @Juliet Bravo - Ich kenne die Seite nicht. Das Interview war im Original wohl bei Bild plus (nutzt ja den meisten vermutlich nix) - Focus stand es auch und eben diese Seite. Ich hab mich dann halt dafür entschieden ^^
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  • M.Ensch 29.03.2020 14:01
    Highlight Highlight Ein zu starker Hammerschlag führt dazu, dass dem Nagel der Kopf abbricht und sich krümmt. Zudem sind dummerweise die Nägel ausgegangen. Die Durchseuchung hat wahrscheinlich schon vor dem offiziellen Zusammentragen der Corona-Fallzahlen begonnen und eine gewisse Immunisierung in Gang gesetzt. Wie lange vor der Statistik die Ausbreitung begonnen hat, wissen wir nicht. Also bleibt eigentlich nur der Weg der Mitigation übrig.
  • rodolofo 29.03.2020 13:55
    Highlight Highlight
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    • PaLve! 29.03.2020 16:52
      Highlight Highlight Wie wahr...
  • Swen Goldpreis 29.03.2020 13:50
    Highlight Highlight NIcht, dass ich Szenerio 1 befürworte, ganz im Gegenteil. Aber sie geht von falschen Annahmen aus.

    Wir wissen aus Untersuchungen aus China und Italien, wo ein ganzen Dorf durchgetestet wurde, dass etwa 70 Prozent keinerlei oder extrem schwache Sytome entwickeln. Die werden aber in keinem Land getestet.

    Das heisst, dass mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit die reale Sterblichkeit auch bei einer Überlastung nicht bei 5 Prozent liegt, sondern eher bei 2 Prozent oder weniger.

    Das gäbe dann in den USA nicht 10 Millionen sondern etwas um 3 oder 4 Millionen Tote. Natürlich immer noch zu viel.

    • bbelser 29.03.2020 16:58
      Highlight Highlight Du unterschlägst die Nicht-Covid19-Toten, die durch den Zusammenbruch der Gesundheitsinfrastruktur bedingt sind.
    • Swen Goldpreis 29.03.2020 18:20
      Highlight Highlight Ähm... nein.. Du hast irgendwie die Mathematik nicht so richtig verstanden.

      Die Rechnung im Text beruht auf der Annahme, dass 6 Prozent der Infizierten eine intensivmedizinische Behandlung brauchen.

      Wenn die Dunkelziffer aber so gross ist, wie die genannten Studien vermuten lassen, dann sind diese 6 Prozent viel zu hoch. 2 Prozent wären realistischer.

      Das heisst aber auch, dass der Zusammenbruch des Gesundheitssystem weniger schnell kommt und deswegen auch entsprechend weniger Menschen sterben werden.

      Wie gesagt: Ich kritisierte nur die Rechnung, nicht aber, dass Option 1 ein No Go ist.
  • Sk8/Di3 29.03.2020 13:47
    Highlight Highlight Ein guter Artikel, danke Herr Huber.

    Im Artikel heisst es, das es zum Beispiel für die Schweiz für den "Hammer" zu spät ist. Ich glaube für den Wirtschafts- und Lebensraum Europa funktioniert der "Hammer" oder sonstige Massnahme gar nicht! Denn um eine Wirksamkeit wie in China zu erreichen, müssen diese für Europa und bestimmte Regionen gelten und nicht für Länder!!

    Was bringt es nun wenn Österreich den Hammer schwingt, in D, CH, SK, HU nicht und es in ITA zu spät war dafür?

    Als in NordITA das Ausmass sichtbar wurde, hätte im Tessin, Tirol, Slowenien etc. sofort der Hammer kommen sollen.
  • farbarch1 29.03.2020 13:44
    Highlight Highlight Anstatt darüber zu klagen, dass unser LockDown light zu schwach ist, oder dass wir alle bankrott gehen werden, schlage ich vor, dass wir freiwillig die Sommerferien jetzt machen und dafür im Sommer arbeiten. Im Sommer steht normalerweise auch alles still (besonders in Italien) und niemand beklagte sich. Aber jetzt reden alle plötzlich von Geld, wie wenn die die Luft zum atmen ist.
    • Barbärner 29.03.2020 15:33
      Highlight Highlight intressanter Ansatz.
    • Locutus70 29.03.2020 16:25
      Highlight Highlight @farbarch1 "Aber jetzt reden alle plötzlich von Geld, wie wenn die die Luft zum atmen ist." - ich finde diese Aussage unglaublich egoistisch.
    • farbarch1 29.03.2020 18:26
      Highlight Highlight @Locutus70 Es sollte heissen: "Aber jetzt reden alle plötzlich von Geld, wie wenn dies die Luft zum atmen ist."
  • lilie 29.03.2020 13:43
    Highlight Highlight Danke, @Dani, für den sehr lesenswerten Artikel! Ich schätze auch deine persönliche Einordnung der Befunde. 👍

    Allerdings frage ich mich, wie genau der Autor Suppression und Eindämmung unterscheidet. Eine komplette Suppression ist ja gar nicht möglich. Selbst in Italien dürfen die Leute immer noch arbeiten und einkaufen gehen.

    Das einzige Land, das eine echte Suppression verordnet hat, ist mW Indien - 3 Wochen lang alle mit Vorräten zuhause eingebunkert. Nur tun es nicht alle.

    Und Weissrussland versucht ja die "do nothing"-Strategie. Mal schauen, wie lange noch...
    • karl_e 29.03.2020 16:01
      Highlight Highlight Indien ist eine Lachnummer. Wenn es nicht zum Weinen wäre. Millionen Wanderarbeiter müssen tagelang nach Hause marschieren, ohne Verpflegung nota bene. Die Leute in den riesigen übervölkerten Slums einbunkern ist läppisch, Millionen werden so dem Tod ausgeliefert, ob durch Corona oder Hunger oder normale Krankheiten. Aber das sind ohnehin meist Unberührbare oder Muslime, somit dem Hindu Modi eher egal.
    • bbelser 29.03.2020 17:06
      Highlight Highlight Indiens Strategie ist genauer betrachtet fast "do nothing". Denn Abermillionen von Inder*innen sind schlicht zu arm, um die Verordnung einhalten zu können. Die haben weder ein Zuhause noch Vorräte noch Hygienemöglichkeiten.
      Viel Aktivismus mit wenig Aussicht auf Erfolg.
  • Locutus70 29.03.2020 13:29
    Highlight Highlight Klar das den Mitarbeitenden im Bereich Onlinemedien so Lockdown-Szenario über Monate nicht kratzen würde - gehören doch sie zu den Profiteuren (genau wie Bezzos, Zuckerberg usw.)
    Ich selbst bin auch im Webmarketing tätig, habe gut zu tun bei steigenden Umsätzen und Gewinnen.
    ABER mir wäre die Rückkehr zur Normalität heute lieber als morgen.
    Diese Panikmache und Hysterie bei so manchen ist einfach nur egoistisch.
    • Hercanic 29.03.2020 14:04
      Highlight Highlight Komisch, laut Lukas Mäder von der NZZ sind z.B. bei der Ringier-Gruppe die Werbebuchungen im Digitalbereich um 25% gesunken und er schreibt dazu: Die guten Online-Zahlen nützen jedoch wenig. Denn selbst zusätzliche Abonnements können die Inserateausfälle nicht vollständig kompensieren."
    • Locutus70 29.03.2020 14:31
      Highlight Highlight @Hercanic - Das ist so. Gemessen an anderen Branchen ist das aber eher niedrig und etwaige Auswirkungen auf die Mitarbeitenden erfolgen - wenn überhaupt -zeitversetzt.
    • Hercanic 29.03.2020 15:05
      Highlight Highlight Dass es diese Branche weniger trifft als andere, ändert aber nichts daran, dass die Online-Medien offensichtlich nicht profitieren.
      Zusätzlich haben grosse Unternehmen wie Coca-Cola haben bereits angekündigt, dass sie ihre Marketing-Budgets kürzen werden, es wird also auch mittelfristig nicht wirklich besser.
      Die Verlegerverbände rufen bereits nach Bundeshilfen obwohl die Mitglieder praktisch alle Online-Portale besitzen.

      Auf die Mitarbeiter hat es tatsächlich schon Auswirkungen. Tamedia als Ganzes hat Kurzarbeit angemeldet und bei 20Minuten bereits Stellenprozente gekürzt.
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  • MyPersonalSenf 29.03.2020 13:24
    Highlight Highlight Siehe grafik aus den usa.. das ist mein Problem mit der ganzen Situation und dieser Kurve welche nicht abflacht... absurdum..

    Und nei ich bin nicht auf Konfrontation aus und finde sie bissherigen Massnahnen korrekt.. aber wir müssen echt aufpassen was wir gerade mit unsere welt und Gesellschaft machen
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    • Locutus70 29.03.2020 14:10
      Highlight Highlight In den USA veröffentlichen sie wenigstens transparent wie viele Tests es gab. Hier in Europa werden meist nur die Neuinfizierten aufgezählt.

      Eigentlich wäre es an den Medien dies kritisch zu beleuchten.
    • Varanasi 29.03.2020 14:39
      Highlight Highlight Die USA und transparent.... das ist ein guter Witz.
      Die verwendeten Schnelltests funktionieren laut CDC gar nicht richtig.
      Was denkt ihr, wie viele sich dort krank zur Arbeit schleppen, wie viele allein zuhause sterben, weil sie keine Krankenversicherung haben.
      Ich stehe diesen Zahlen sehr kritisch gegenüber.
    • Coffeetime ☕ 29.03.2020 15:05
      Highlight Highlight Schön, wenn es effektiv nicht so viele Kranke gibt, aber Wissen nützt trotzdem nichts, wenn es für die Kranken keine Pflege gibt...
    Weitere Antworten anzeigen
  • blobb / antifaschistischer Terrorist 29.03.2020 13:15
    Highlight Highlight Ein Einblick, wie epidemiologische Modelle funktionieren. Super interessant.
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    • VileCoyote 29.03.2020 14:34
      Highlight Highlight Echt gut sogar
  • Bloechi_92 29.03.2020 13:12
    Highlight Highlight Super Artikel!

    Was ich aber nicht begriffen habe, was das Endziel der Suppresion sein soll?

    Klar kann mit „Hammer“ und „Tanz“ die Infektionsrate sehr gering gehalten werden. Aber was kommt danach? Irgendwann muss auch mal der „Tanz“ vorbei sein und dann kommt es auch zu einer Durchseuchung der Bevölkerung. Die Stämme mutieren und jährlich grüsst das Coronavirus in neuer Gestalt. Wir hätten die gleiche Situation wie bei den Influenzaviren. Ist es nicht zu spät, um auf einen Impfstoff zu hoffen, der die ganze Welt immunisiert und das Virus endgültig ausrotten (wie z. B. bei den Pocken) kann?
  • P. Meier 29.03.2020 13:10
    Highlight Highlight Was mich interessiert bei den Tests: wieviele Tage nach Ansteckung können mit Tests die Viren (Abstrich) und die Antikörper (Bluttest) nachgewiesen werden?
    • _Qwertzuiop_ 29.03.2020 13:58
      Highlight Highlight Ziemlich direkt (wenige Stunden bis ein Tag), da die Reproduktionsrate von Viren extrem hoch ist.
  • m00dy 29.03.2020 13:08
    Highlight Highlight Danke, bisher der beste Bericht, welcher die einzelnen Szenarien einfach erklärt und aufzeigt. Auch wenn die Arbeit nicht von einem Wissenschaftler stammt, macht sie doch einen sehr plausiblen Eindruck auf mich. Schade nur ist der Hammer in der Schweiz nicht mehr möglich, auch wenn dieser im frühen Stadium schwer zu argumentieren gewesen wäre ggü. Wirtschaft und Gesellschaft.
  • Fairness 29.03.2020 13:04
    Highlight Highlight Den „Hammer“ (wäre das einzig Richtige) konnte der Bund vermutlich gar nicht umsetzen, weil (obwohl das Risiko seit Jahren bekannt war, aber das Notwendige nicht veranlasst wurde) man nicht genügend vorbereitet war. Wirtschaft und Sparwut am falschen Ort waren eben wichtiger. Nun haben wir die Quittung.
    • _Qwertzuiop_ 29.03.2020 13:59
      Highlight Highlight Wir sind mitten drin.
    • Super8 29.03.2020 14:04
      Highlight Highlight Und was wenn der Hammer schlussendlich zu mehr Schaden in Form von Suiziden, psychisch Kranken, Langzeitarbeitslosen etc. führt als um jeden Preis das Leben von schon sehr alten Menschen um 2-3 Jahre zu verlängern? Es stirbt fast niemand nur an diesem Virus. Wird ein 80jähriger, der nun wochenlang an der Beatmungsmaschine am Leben gehalten wird, nächstes Jahr bei einer normalen Grippe auch um jeden Preis am Leben gehalten? Es ist ein Hysterie im Gang die scheinbar den Meisten das Denken verunmöglicht.
    • _Qwertzuiop_ 29.03.2020 14:41
      Highlight Highlight Erzähl das mal dem Klassenkamerad meiner kleinen Schwester auf der IPS. Der wäre froh gewesen wenn die Massnahmen früher gekommen wären. Dass der Grossteil ältere Menschen sind, bedeutet nicht, dass nicht auch viele Junge nun um ihr Leben kämpfen & dass die Risikogruppe vor allem ü65 ist, heisst auch nicht dass es keine jüngeren Krebskranken oder solche mit chronischen Lungenerkrankungen gibt...
    Weitere Antworten anzeigen
  • salamandre 29.03.2020 13:02
    Highlight Highlight Der Artikel ist nüchtern , düster und gut.
  • Sapientia et Virtus 29.03.2020 12:59
    Highlight Highlight Die Zahlen aus Deutschland, wo anfangs extrem viel getestet wurde, weisen eine Letalität von 0.3% aus. Selbst ohne Dunkelziffer (asymptomatische Fälle) und unter der Annahme, dass 100% der Bevölkerung erkranken, hiesse das weniger als ein Drittel mehr Tote, zu einem grossen Teil Schwerkranke mit geringer Restlebenserwartung, als in einem normalen Jahr. Lohnt es sich wirklich, unseren gesamten Wohlstand zu vernichten, um das zu verhindern? Eine grosse Depression wird zweifellos mehr Tote fordern!
    • medmi 29.03.2020 14:03
      Highlight Highlight Es gibt das Phänomen des Generation-Shifts: in Deutschland werden die alten erst in der zweiten Phase angesteckt, sobald die jungen pflegenden das Virus in die Altersgeime etc. bringen. Tönt nach einer Behauptung, ist aber ziemlich wahrscheinlich. (Daten Norwegen ohne altersabhängige Testktriterien zeigen diesen Wechsel von zuerst jung zu dann alt sehr schön.)
  • medmi 29.03.2020 12:58
    Highlight Highlight Bitte liebe Medien, hört auf die Intensivbetten in Europa zu vergleichen!
    In unseren Spitälern gibt es viele sogenannte IMC (intermediate care) Stationen. In anderen Länder würden die locker als "Intensivstationen" durchgehen. Wir haben viele Beatmungsgeräte (z.B. pro Operationssaal 1 bis teilweise 3), mit welchen wir die IMCs ausstatten können. Wir haben top Anästhesisten die in den OPs aktuell nicht gebraucht werden die auf neuen Corona-Intensivstationen eingesetzt werden. Nur: Intensivstationen sind nicht die Lösung der Krankheit. (Sterblichkeit auf IPS =50%). Nein, man muss eindämmen!
    • Eldroid 29.03.2020 17:17
      Highlight Highlight @medmi
      Eindämmen JA, aber was folgt nachher?

      Den "Dance" schaffen wir mit den aktuellen Mitteln nicht - Es bleibt aber zu hoffen, dass wir die nächsten 8 Wochen des Lock-Down nützen werden, um die Tools für Contact-Tracing zu entwickeln - Ansonsten werden viele weiter Monate vergehen, bis wir die Massnahmen lockern können - Einen Impfstoff für die Masse gibt es nicht von heute auf Morgen
    • medmi 29.03.2020 17:28
      Highlight Highlight Ich bin absolut einverstanden. Es braucht bessere Tools.
      Aber ich denke wir sind schon viel weiter als Anfang März wo wir mit Test and Trace kläglich scheiterten:
      - deutlich reduzierter Personenverkehr
      - Sensibilisierung der Masse
      - keine Überlagerung mehr mit der saisonalen Grippe (es war praktisch unmöglich test & trace umzusetzen wenn jeder 2. sowieso hustet)
      - ein gutes Tool das dem Datenschutz einigermassen Rechnung trägt und gleichzeitig das Identifizieren von Cluster erlaubt, wäre entscheidend
  • Saerd neute 29.03.2020 12:53
    Highlight Highlight Was vielmehr Sorgen macht ist nicht die Grippe die die Welt stilllegt, nein, es ist die Tatsache dass die Bevölkerung so einfach und so schnell in einen Kriegszustand versetzt werden kann. Zudem wird jede kritische Stimme als Verschwörung und Unwissen sofort zum Verstummen gebracht.
    Wir haben praktisch eine Diktatur, wer will das leugnen? Aber mir ist klar solches will nicht gehört werden. Darum verwundert mich auch nicht wenn mein Kommentar wieder gelöscht wird. Meinungsfreiheit gilt eben nur für Gleichgesinnte.
    • Nonqi 29.03.2020 12:59
      Highlight Highlight Sollen zuerst alle Stimmberechtigten nach deren Meinung gefragt werden oder was ist dein Vorschlag in solch einer Situation?
    • nick11 29.03.2020 13:02
      Highlight Highlight Dann bring Vorschläge statt nur das System zu kritisieren. Und bitte nicht solche, die klare Fakten einfach so ignorieren.
    • HerbertBert 29.03.2020 13:04
      Highlight Highlight Man muss schnell reagieren können. Oder willst du etwa mit Referendum und Konsorten 3 Jahre warten bis eine Massnahme umgesetzt wird?
      Um es noch mit deinen Worten zu verdeutlichen:
      Wir sind im Kriegszustand weil es e genau ein Krieg gegen das ausbreitende Virus ist. Oder hast du das immer noch nicht begriffen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • medmi 29.03.2020 12:48
    Highlight Highlight An und für sich guter Artikel, nur eine falsche Schlussfolgerung:
    Für den Hammer ist es nicht zu spät, denn wir sind mitten im Hammer! Seit 10 Tagen sind die neuansteckungen pro Tag konstant bei ca. 1'100 pro Tag. Das ist ein riesen Erfolg! Und nein, das hat nicht nur mit der restriktiven Testung zu tun, die war schon damals so. Und der Druck auf Tests nimmt eher ab (subjektives empfinden von der Front).
    Wir werden die Neuansteckungen in den nächsten zwei Wochen auf <300 pro Tag bringen. Und dann beginnt der Tanz - am besten regional. Ich bin hoffnungsvoll.
    • medmi 29.03.2020 13:25
      Highlight Highlight [2]
      Ergänzungen:
      Testen, testen, testen, isolieren und tracen wird die Erfolgsstrategie ab Mitte April sein.
      Wir werden eine grosse Erleichterung haben: viel kleinere Überschneidung mit der saisonalen Grippe, das wird es einfacher machen, Cluster zu identifizeren und isolieren, als wenn jeder 2. sowiso hustet.
      Und, vielleicht war ich mit in 2 Wochen <300 optimistisch. In 3 Wochen wäre such gut.
    • COVID-19 ist Evolution 29.03.2020 14:14
      Highlight Highlight "Seit 10 Tagen sind die neuansteckungen pro Tag konstant bei ca. 1'100 pro Tag. Das ist ein riesen Erfolg!"

      Es könnte aber auch einfach nur das Kapazitätslimit an Tests zeigen. Was das Gegenteil eines Erfolges wäre.

      Ganz zu Anfang meinte Koch man könne 1000 Tests am Tag fahren. Wenn man diese Kapazität zwischenzeitlich nicht ausbauen konnte, so sehen wir aktuell genau nur dieses Limit.

      Wie die Schweizer Politik bislang auf diese Epidemie reagierte ist nicht zufriedenstellend, insbesondere da man im Vorlauf genug Erkenntnisse aus China hatte. Mit bislang gemeint seit der 2014 Pandemieübung.
    • huck 29.03.2020 14:30
      Highlight Highlight Und auch für dich nochmals: Wir sind nicht bei ca. 1100 Neuansteckungen pro Tag, sondern es werden ca. 1100 Neuansteckungen pro Tag entdeckt. Das ist kein "Riesenerfolg", sondern es ist einfach so, dass mit 7000 bis 10000 Tests nicht mehr positive Fälle entdeckt werden können. In Tat und Wahrheit "explodieren" die Zahlen (vielleicht nicht ganz so stark wie Experten vorausgesagt haben, aber das wissen wir eben nicht).
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tschowanni 29.03.2020 12:46
    Highlight Highlight Wir sind aktuell in einer Massenpanik. Ich Frage mich wie es wohl ausgegangen wäre wenn China damals nicht auf Covid19 getestet hätte? Wir hätten nämlich nicht mehr Todesfälle wie in anderen Jahren auch. Es würde alles normal weiterlaufen und keiner würde sich dafür interessieren. Aktuell ist jeder Todesfall in einem Spital, automatisch ein Corona Toter. So wird gezählt und das ist Tatsache. Tagtäglich wird daran gearbeitet die Panik aufrecht zu erhalten. Weltweit werden grundlegende Bürgerrechte beschnitten und verweigert. Ich Frage mich, mit welchem Ziel?
    • Varanasi 29.03.2020 12:59
      Highlight Highlight Weil die normale Grippe ja auch jedes Jahr die Krankenhäuser überfordert oder die Toten, wie in Bergamo, mit den Militärlastern abgeholt werden...
      Menschenskind, man bzw Frau kann es echt nicht mehr hören!
    • Tschowanni 29.03.2020 13:04
      Highlight Highlight Die Politik ist sich im Vorgehen einig, sämtliche Parteien ziehen am selben Strang, oder man hört grad gar nix mehr. Nur schon diese Tatsache macht mich skeptisch, das gab's noch nie, never. Keine Opposition, kein Wiederspruch, keine anderen Sicht-weisen und Einschätzungen. Alle sind sie in Schockstarre und haben keine eigene Meinung mehr, zumindest gefühlt. Im Gegenteil, viele fordern sogar noch mehr Einschränkungen. Jährlich sterben weltweit 650'000 Menschen an einer normalen Grippe. Ein Vielfaches an Opfern das Covid 19 fordern wird im 2020.
    • Tschowanni 29.03.2020 13:04
      Highlight Highlight Wurde deswegen schon jemals irgend ein Geschäft geschlossen, musste jemand Zuhause bleiben um niemanden anzustecken/ angesteckt zu werden, musste auch nur ein Flugzeug am Boden bleiben, Grenzen gesperrt, Urlaube storniert, etc? Warum nicht wenn die Sterberate dermassen hoch ist? Irgend etwas geht doch hier nicht mit rechten Dingen zu..,.
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  • wizzard_of_randalf 29.03.2020 12:44
    Highlight Highlight ein guter & sachlicher text, der die fakten in drei szenarien klar, objektiv & verständlich auf den tisch legt. was mich beunruhigt ist, dass wir uns noch nicht bewusst sind, was der convid19 noch negativ bescherrt.... vor allem in den usa & schweden, wird der hammer noch voll einschlagen. hoffe, wir in der schweiz haben „streng genug“ & „zeitnah“ die (überlebens-) notwendigen massnahmen eingeleitet & alle haben den ernst der lage verstanden.... social distancing & stay@home!
  • Druna 29.03.2020 12:43
    Highlight Highlight Danke Herr Huber!
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 29.03.2020 12:43
    Highlight Highlight 3 Wochen alte logische Konzepte, mehrfach validiert und trotzdem wird es Hinz- und Kunz und all die “Es isch nur e Grippe” leite nicht verstehen. Vielleicht im Nachhinein.
  • Primus 29.03.2020 12:41
    Highlight Highlight Hier auf watson kann man gut beobachten, wie sich Home Office auf die Qualität der Beiträge auswirkt. Etlichen Redaktoren fehlt offenkundig (evident?) der Austausch in der Redaktion. Einige wenige liefern bessere Text ab als vor der Krise.

    @Dani, auf dich ist Verlass, danke für den Beitrag.
  • biszumbitterenende 29.03.2020 12:38
    Highlight Highlight Vielen Dank für diesen sehr faktischen und nicht spekulierenden Artikel! Im Moment braucht es mehr solche Artikel und weniger solche die zusätzlich durch Interpretationen und Einzelansichten Angst verbreiten.
  • winglet55 29.03.2020 12:36
    Highlight Highlight Sämtliche Analysen und Ausblicke über vergangene und zukünftige Auswirkungen der Pandemie, sind in der Tat eher Kaffeesatz lesen.
    Weil wir nicht wissen welche Länder zuverlässige Zahlen liefern, ob bei Test, Infizierten oder an der Krankheit leider verstorbenen.
    Daher denke ich das der gemässigte Lockdown uns in der Schweiz noch eine geraume Zeit von der Normalität abhalten wird.
    Vertrauen wir daher auf unsere Entscheidungsträger in Bern, die meines Erachtens die Krise bisher bravurös gemeistert haben.
    Herzlichen Dank an Dani Huber für diesen Informativen Artikel.
  • COVID-19 ist Evolution 29.03.2020 12:33
    Highlight Highlight Wieso zitiert man einen Studentenwerks-Artikel wenn das RKI den Ablauf, Massnahmen und Auswirkungen bereits seit 2012 wissenschaftlich analysiert und bislang präzise zutreffend beschrieben hat? Dem Deutschen Bundestag liegt dieses als Drucksache vor unter BT-Drs. 17/12051? Öffentlich abrufbar unter https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/120/1712051.pdf
    • karl_e 29.03.2020 13:22
      Highlight Highlight RKI?? Was isch das?
    • P. Meier 29.03.2020 14:15
      Highlight Highlight @karl_e: Robert-Koch-Institut etwa vergleichbar mit dem BAG. Das Kompetenzzentrum für Deutschland.
    • karl_e 29.03.2020 15:43
      Highlight Highlight Aha. Dann soll Grey Gri das so schreiben, dass es auch diejenigen verstehen, die mit bundesdeutschen Abkürzungen nicht so innigst vertraut sind.
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  • homo sapiens melior 29.03.2020 12:32
    Highlight Highlight Warum ist die CH laut Worldometers auf Platz 8 mit der Anzahl Toter pro 1M/pop? Ich würde das gerne verstehen. Habe bisher nirgendwo eine Erklärung dazu gefunden.

    Die Regierenden müssen jetzt zwischen Geld und Leben abwägen. Ich hoffe dringend, dass die Vernunft waltet und nicht der Geldgier nachgegeben wird. Langfristiges Denken ist angesagt. Denn was nützt es, die Läden und Betriebe wieder zu öffnen, wenn dann Inhaber und Kunden deswegen sterben?
    • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 29.03.2020 12:45
      Highlight Highlight Weil die Schweiz langsam und mit Pflästerli-Politik reagiert hat. Selbst jetzt ist die Eindämmung nicht optimal und der Peak der Toten steht und noch bevor.
      Bis vor 2 Wochen ging doch noch fast jeder normal zur Arbeit und dass sind jetzt die Fälle die sich in den aktuellen Tests manifestieren.
    • Pipikaka Man 29.03.2020 12:46
      Highlight Highlight Das Durchschnittsalter der Toten ist etwa 79 Jahre. Man sollte keine Panikmache betreiben... Kein Ökonom sollte in dieser Krise alleine entscheiden, weil sonst haben eine Menge Tote. Kein Epidemologe sollte allein entscheiden, weil sonst haben wir Millionen von Arbeitslosen und wir sind bankrot... Es geht auch nicht um Geldgier, sondern um Schutz von Existenzen, was bringt es wenn Millionen verschuldet sind? Man muss abwägen und die Abriegelung sollte höchstens bis Anfang Mai dauern. Länger ist schädlich.
    • NotWhatYouExpect 29.03.2020 12:46
      Highlight Highlight Warum verstehst du diese einfache Rechnung nicht?

      Anzahl Tote (282) / Anzahl Menschen im Land in Mio. (8.5) = ~33 Tote pro 1 Million menschen.

      Andere Länder haben teilweise mehr Tote jedoch insgesamt auch viel mehr Menschen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Loeffel 29.03.2020 12:23
    Highlight Highlight Selbst die Anzahl Toten (11’000) in Italien sind eigentlich nicht dramatisch, im Einzelfall tragisch, aber statistisch nicht dramatisch.

    Im Winter 2016/2017 gab es in der Schweiz 25‘000 Tote wegen der wütenden Influenza (https://www.nzz.ch/meinung/coronavirus-vergleiche-sind-wichtig-ld.1545862)

    Ich finde die getroffenen Massnahmen des Bundes durchaus für angebracht. Zur Brechung der Kurvenspitze und Entlastung des Gesundheitssystems. Eine Verlängerung des Ausnahmezustands sehe ich aktuell aber nicht als verhältnismässig. Mehr Besonnenheit wünsch ich allen.

    • Varanasi 29.03.2020 13:20
      Highlight Highlight Die Zahlen sprechen für Italien, nicht die Schweiz.

      „Im Winter 2016/2017 gab es in Italien 25’000 Grippetote, davon 19’400 im Alter von über 65 Jahren. 2017 starben in der Schweiz bis zu 1’000 Menschen an einer Grippe„
    • lilie 29.03.2020 13:37
      Highlight Highlight @Loeffel: Du musst aber schon bedenken, dass Italien den Peak immer noch nicht erreicht hat.

      Und dass jene, die an was anderem sterben, weil die Plätze schon belegt sind, in dieser Statistik noch nicht auftauchen.

      Die langfristigen Folgen sind sowieso noch nicht abzusehen.

      Trotzdem halte auch ich das Vorgehen des Bundesrates für gut. Eine Lockerung der Massnahmen sollte sofort angestrebt werden, wenn dies aufgrund der Lage wieder verantwortbar ist.

      Und das wird auch geschehen, da bin ich sicher.
    • Florian Hämmerle 29.03.2020 13:45
      Highlight Highlight Hi Loeffel,

      2016/2017 waren es in Italien etwa 25’000 Influenza-Tote, in der Schweiz eher 800-1’000. Wir nähern uns also trotz den aktuellen Massnahmen recht schnell diesen Zahlen an.
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