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Hitler youth (female members) at a rally, Germany circa 1934 (Photo by: Universal History Archive/UIG via Getty Images)

Mitglieder des Bundes Deutscher Mädel (BDB), dem weiblichen Zweig der Hitlerjugend (HJ). Bild: Universal Images Group Editorial

Hitlerjugend im Altersheim: Der anerzogene Antisemitismus lebt in den Köpfen weiter



Eine neue Studie der Universität Zürich und der University of California belegt, dass Deutsche, die unter dem Nazi-Regime aufgewachsen sind, auch heute noch viel stärker antisemitisch sind als solche, die vor oder nach dieser Zeit geboren sind. 

Dieser Schluss ist nicht weiter erstaunlich, war doch der Alltag im Dritten Reich durchdrungen von den ewig gleichen Parolen, die die Überlegenheit der Arier propagierten, den Rassenhass schürten und die Juden als Untermenschen darstellten, was letztlich zu ihrer Verfolgung und massenweisen Vernichtung führte. 

«Ihr sollt flink wie die Windhunde, zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl sein.»

Adolf Hitler in einer Rede vor der HJ im Nürnberger Stadion, 1935

Die Indoktrination der Deutschen mit diesen nationalsozialistischen Kernideen begann schon im Kindesalter. In der Hitlerjugend wurden sie auf ihre Rolle als nationale Rasseelite vorbereitet, alles «Schwache» musste verachtet und «ausgemerzt» werden. 

Hans-Joachim Voth, Professor für Ökonomie an der Universität Zürich, und Nico Voigtländer, Professor der University of California, Los Angeles, haben nun untersucht, wie wirksam diese Indoktrination war und wie lange sie anhält. 

«Wir wollten wissen, ob eine extreme Indoktrination die Überzeugungen der Menschen für den Rest ihres Lebens formt, selbst wenn sie anschliessend in einer pluralistischen und demokratischen Gesellschaft leben.»

Prof. Votigtländer

Zehn Prozent extreme Antisemiten

Gestützt auf die Umfragedaten der Deutschen Allgemeinen Bevölkerungsumfragen (ALLBUS) stellten die Forscher Folgendes fest:

Hitler youth, gathering of young Hitler maidens (Aryan type girls) circa 1933-34 (Photo by: Universal History Archive/UIG via Getty Images)

1933–34: Mitglieder der Hitlerjugend begrüssen ihren Führer.  Bild: Universal Images Group Editorial

Zudem haben die beiden Professoren den Zeitraum vor dem Nationalsozialismus anhand von Wahlergebnissen untersucht, um die verstärkenden oder dämpfenden Faktoren der Indoktrination zu untersuchen. Dabei stellten sie fest: Je höher das Niveau des Antisemitismus schon vor der Machtergreifung der Nazis war, umso stärker war der Anstieg unter Hitler. 

«Wir nehmen deshalb an, dass die Indoktrination dort die grösste Wirkung zeigte, wo sie auf einem bereits bestehenden Vorurteil aufbauen konnte.»

Prof. Voigtländer

(rof)

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