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Die Helikopterdrohne «Ingenuity» ist vor anderthalb Wocen vom Rover «Perseverance» auf der Mars-Oberfläche abgesetzt worden, doch ihr Erstflug verzögert sich.
Die Helikopterdrohne «Ingenuity» ist vor anderthalb Wocen vom Rover «Perseverance» auf der Mars-Oberfläche abgesetzt worden, doch ihr Erstflug verzögert sich.
Bild: keystone

Nasa behebt Software-Fehler von «Ingenuity» – Datum des Erstflugs noch unklar

14.04.2021, 14:56

Es soll eine Premiere werden, die Schlagzeilen macht: Der Mars-Helikopter «Ingenuity» wird zum ersten motorisierten Flug über einem fremden Planeten abheben. Das Fluggerät steht nun auf der Oberfläche des Roten Planeten; es wurde vom Mars-Rover «Perseverance» mitgebracht und vor anderthalb Wochen abgesetzt. Ursprünglich war der geschichtsträchtige Erstflug auf den 11. April geplant, doch wegen möglicher technischer Probleme verschob die US-Raumfahrtbehörde Nasa den Start, zunächst auf den 14. April. Ein Rotorentest am Freitag war nicht zufriedenstellend verlaufen und durch eine Kontrollsoftware abgebrochen worden.

Das für den Mars-Helikopter verantwortliche Team hat inzwischen eine Lösung für das Problem gefunden, wie die Nasa mitteilt. Offenbar gab es einen Fehler in der Sequenz der Steuerungsbefehle. Während des Wochenendes wurden verschiedene mögliche Lösungen entwickelt und geprüft, wobei sich eine geringfügige Korrektur und Neuinstallation der Flugkontrollsoftware als stabilste erwies. Der Boot-Vorgang werde dadurch so modifiziert, dass der Wechsel in den Flugmodus sicherer verlaufe, teilte die Nasa mit. Die Änderung wird allerdings noch getestet, so dass ein neuer Starttermin erst nächste Woche festgelegt werden kann.

Schwieriges Flugexperiment

«Ingenuity» soll bei seinem ersten Testflug senkrecht aufsteigen und 30 Sekunden lang in rund drei Metern Höhe über dem Mars schweben. Von dort soll er ein Foto von dem Mars-Rover «Perseverance» schiessen, mit dem der Hubschrauber auf dem Roten Planeten gelandet war. Anschliessend soll das rund 1,8 Kilogramm schwere Fluggerät wieder landen. Die Lithium-Ionen-Akkus von «Ingenuity» könnten für die Dauer eines Monats noch mehrere Flugversuche ermöglichen.

Selfie von «Perseverance» mit «Ingenuity» im Hintergrund. Das Bild wurde von der <a target="_blank" rel="follow" href="https://www.watson.ch/wissen/raumfahrt/499876084-das-sind-die-wichtigsten-instrumente-des-mars-rovers-perseverance">Kamera Watson</a> aufgenommen, die am Roboterarm des Rovers befestigt ist.
Selfie von «Perseverance» mit «Ingenuity» im Hintergrund. Das Bild wurde von der Kamera Watson aufgenommen, die am Roboterarm des Rovers befestigt ist.
Bild: keystone

Das Flug-Experiment gilt als äusserst schwierig. Die Temperaturen auf dem Mars können nachts bis zu minus 90 °C sinken und die Atmosphäre unseres Nachbarplaneten verfügt lediglich über ein Prozent der Luftdichte auf der Erde. Dies dürfte den Aufstieg des Helikopters massiv erschweren. Helfen könnte die deutlich geringere Anziehungskraft auf dem Mars – sie ist aufgrund der kleineren Masse und der relativ geringen Dichte etwa zwei Drittel kleiner als auf der Erde.

Zeitfenster von 30 Tagen

Insgesamt plant die Nasa im Verlauf eines Monats bis zu fünf Hubschrauberflüge verschiedener Schwierigkeitsstufen. Ob sie alle trotz der aktuellen Verzögerung durchgeführt werden können, ist nicht klar, denn die Nasa hat der Teilmission – «Ingenuity» ist nicht Teil der Hauptmission von Perseverance – lediglich ein Zeitfenster von 30 Tagen zugestanden.

«Ingenuity» mit ausgefahrenen Rotorblättern. Die Aufnahme wurde von der linken <a target="_blank" rel="follow" href="https://www.watson.ch/wissen/raumfahrt/499876084-das-sind-die-wichtigsten-instrumente-des-mars-rovers-perseverance">Mastcam-Z-Kamera des Rovers</a> gemacht.
«Ingenuity» mit ausgefahrenen Rotorblättern. Die Aufnahme wurde von der linken Mastcam-Z-Kamera des Rovers gemacht.
Bild: keystone

In die Entwicklung des Fluggeräts sind 85 Millionen Dollar (rund 78 Millionen Franken) geflossen. Fluggeräte wie «Ingenuity» könnten die Erforschung des Weltraums revolutionieren, weil mit ihnen mehr Gebiete und auch wegen ihrer Oberflächenstruktur schwer befahrbare Zonen fremder Himmelskörper erkundet werden könnten.

(dhr)

Mit Material der Nachrichtenagentur sda.

Der Mars hat einen Rover mehr! Perseverance ist sanft gelandet

Video: watson
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