DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this Aug. 8, 2017, file photo, The Walt Disney Co. logo appears on a screen above the floor of the New York Stock Exchange. Disney is buying a large part of the Murdoch family's 21st Century Fox in a $52.4 billion deal, announced Thursday, Dec. 14, including film and television studios, cable and international TV businesses as it tries to meet competition from technology companies in the entertainment business. (AP Photo/Richard Drew, File)

Walt Disney übernimmt grosse Teile von 21st Century Fox. Bild: AP/AP

Für 52 Milliarden Dollar – Disney kauft Teile von 21st Century Fox



Eine Mega-Übernahme krempelt die US-Medienlandschaft um: Der Entertainment-Riese Walt Disney will im Kampf um Film- und Fernseh-Zuschauer mit dem grössten Zukauf seiner Geschichte die Oberhand gewinnen. Der Konzern schluckt für rund 52,4 Milliarden Dollar grosse Teile des Rivalen 21st Century Fox.

Die Konzerne bestätigten am Donnerstag entsprechende Berichte. Disney zahlt den Kaufpreis in eigenen Aktien und übernimmt fast das komplette Film- und TV-Geschäft von Fox sowie dessen internationale Aktivitäten aus dem Imperium von Medienmogul Rupert Murdoch.

Damit werden etliche Fernsehsender und das traditionsreiche Filmstudio 20th Century Fox den Besitzer wechseln. Im Paket enthalten sind auch die Fox-Beteiligung am britischen Pay-TV-Anbieter Sky und ein Anteil am Streaming-Dienst Hulu, der Disney die Kontrollmehrheit verschafft.

FILE- In this Sunday, Sept. 10, 2017 file photo, Rupert Murdoch waits for the start of the men's singles final of the U.S. Open tennis tournament in New York. Rupert Murdoch's British newspaper company has agreed to pay damages to a former intelligence officer whose computer was hacked by detectives working for Murdoch's now-defunct News of the World tabloid, lawyers said Friday, Oct. 6, 2017.  (AP Photo/Julio Cortez, File)

Medienmogul Rupert Murdoch. Bild: AP/AP

Murdoch behält konservative TV-Sender

Fox setzt künftig fast nur noch auf News und Sport. Murdochs Konzern wird durch den Verkauf massiv verschlankt; was vom Geschäft übrig bleibt, soll in eine neue Gesellschaft abgespalten werden.

Fox behält seine grossen Sportsender und die bekannten News-Kanäle. Hier läuft es derzeit rund - die Einschaltquoten und Werbeerlöse sind nicht zuletzt wegen des Rummels um Donald Trumps Präsidentschaft hoch. Murdoch hat einen engen Draht zu Trump, der als grosser Fox-Fan gilt.

Disney gewinnt mit der Übernahme indes zahlreiche zusätzliche TV- und Filminhalte und stellt damit die Weichen für einen Grossangriff im boomenden Streaming-Markt. Der Konzern will 2019 einen Online-Video-Service starten, der mit Netflix konkurrieren soll. Bereits im kommenden Jahr soll der unter schwindenden Abo-Zahlen leidende Sportsender ESPN als Internet-Dienst starten.

Streaming-Strategie

Streaming gilt als das Geschäft der Zukunft, immer mehr US-Kunden - vor allem die jüngeren Zielgruppen - kündigen ihre Kabelverträge und sehen im Internet fern. Disney hat durch seine Filmstudios, die hinter Blockbustern wie «Star Wars» stehen, bereits Zugriff auf viele attraktive Inhalte. Mit der Fox-Akquisition sichert der Konzern sich jede Menge weiterer exklusiver Produktionen.

Denn auch wenn der Fox-Konzern insbesondere durch seine erzkonservativen Polit-Talkshows bekannt ist, liefert er in anderen Sparten Kontrastprogramm. Mit den «Simpsons», aber auch mit Shows wie «Empire», im Bezahlsender FX laufenden Serien wie «Fargo» oder «The Americans» und Kinohits wie «Avatar», «X-Men» oder «Deadpool» konnte der Murdoch-Konzern grosse Erfolge feiern und Kritiker überzeugen.

Da die Übernahme internationale Beteiligungen wie Sky und Star India umfasst, baut Disney zudem das globale Geschäft stark aus. An Sky hält Fox bislang 39 Prozent. Der Plan, sich das Netzwerk ganz einzuverleiben, ist wegen Bedenken der britischen Aufsichtsbehörden in der Schwebe.

Der Eigentümerwechsel könnte sich hier positiv auswirken, da die Regulierer sich vor allem am Murdoch-Clan stören, der sich 2011 durch einen Abhörskandal unbeliebt gemacht hatte.

Murdochs Reich bröckelt

Der Deal mit Fox verdoppelt ausserdem Disneys Anteil am kleinen Netflix-Konkurrenten Hulu, an dem sowohl Fox als auch Disney bislang rund 30 Prozent halten. Disney-Chef Bob Iger, dessen Amtszeit bis Ende 2021 verlängert wird, hatte Netflix bereits vor einigen Monaten mit der Kündigung einer Lizenz-Partnerschaft den Kampf angesagt.

Zwischenzeitlich hatte sich auch der US-Kabelriese Comcast für Teile von 21st Century Fox interessiert, war dann aber aus den Gesprächen ausgestiegen.

Murdoch hatte seinen Konzern in Jahrzehnten zu einem Medienimperium ausgebaut. Der 86-jährige Australier ist umstritten, Kritiker werfen ihm vor, mit dem konservativen TV-Nachrichtensender Fox News Einfluss auf die US-Politik zu nehmen.

Das Firmenreich des Medienmoguls, der traditionell eigentlich eher für aggressive Zukäufe steht, zerfällt mit dem Verkauf weiter. Im Zuge des Abhörskandals beim britischen Boulevardblatt «News of the World» hatte er unter öffentlichem Druck bereits sein Zeitungsgeschäft, zu dem etwa das «Wall Street Journal» und die «New York Post» gehören, vom restlichen Konzern getrennt. (cma/sda/dpa)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Schweiz sagt JA zum Abkommen mit Indonesien

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Diese Begriffe wurden 2017 am häufigsten gegoogelt

Video: srf

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Wie lange steigt die Börse noch?

Untergangspropheten warnen vor einer Blase, die in die Finanzgeschichte eingehen werde. Zugleich wissen sie, wenn die Welt verrückt spielt, muss man ein Stück weit mitspielen.

An den Börsen scheint wieder einmal viel Luft drin zu sein. Es ist schon die längste Hausse der Geschichte. Der Coronacrash vor einem Jahr war im Nachhinein nur ein kurzer Rückschlag. Manien um Bitcoin und Game-stop, um Tesla und Elektroautos im Allgemeinen erinnern an die Dotcom-Spekulationsblase – ein Börsenhype in den Neunzigerjahren um das Internet. In dieser Gemengelage werden Haudegen aus früheren Finanzblasen wieder gefragt: Ist es eine Blase? Und was ist zu tun?

«Es ist eine Zeit, in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel