Wirtschaft
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Rund 80 Tage vor der Fussball-Weltmeisterschaft bringt Swisscom TV air Fernsehen ab sofort aufs Handy und den Computer. Swisscom stellt ihr neues Angebot am Medienanlas  zum Thema Web-und Handy-TV am 23. Maerz 2010 in der Blumenhalle in Zuerich vor. TV schauen auf dem Laptop oder auf dem Handy ist mit Swisscom TV Air kein Problem mehr. (PHOTOPRESS/Esther Michel)

Datenintensive Anwendungen wie YouTube werden mit dem neuen Mobilfunknetz schneller geladen. Bild: PHOTOPRESS

Telekommunikation

Swisscom kündigt schnelleres Mobilfunknetz an



Die Swisscom kündigt im Wettrennen der drei Schweizer Mobilfunkanbieter um das schnellste Netz den nächsten Schritt an: Derzeit würden Bandbreiten von bis zu 450 Mbit/Sekunde getestet, teilte der Telekomkonzern am Mittwoch mit.

Die aktuelle Höchstgeschwindigkeit beträgt 300 Mbit/Sekunde, wird unter dem Namen 4G+ oder LTE Advanced vermarktet und soll bis Ende Jahr in acht grösseren Städten verfügbar sein.

Die Kundschaft werde die neuen Höchstgeschwindigkeiten von 450 Mbit/Sekunde aber voraussichtlich erst Ende 2015 nutzen können, heisst es in der Mitteilung weiter. Erst dann würden vermutlich Smartphones auf dem Markt sein, die diese Tempi unterstützten.

Schon ab Mitte 2015 will die Swisscom ausserdem VoLTE (Voice over LTE) ermöglichen, also Telefongespräche auf dem schnelleren LTE-Netz. Geräte, die VoLTE unterstützen, erwartet die Swisscom Mitte 2015.

Auch Konkurrenz plant Ausbau

Die Konkurrenz will nicht hintanstehen: «Wir prüfen einen weiteren Angebotsausbau», sagte Orange-Sprecherin Therese Wenger auf Anfrage von AWP. Der Einführungszeitpunkt des schnelleren LTE sei zwar noch nicht definiert. Orange verfüge aber über die richtigen Technologiepartner. Auch VoLTE wird bei Orange laut Wenger evaluiert.

Sunrise plant die Einführung von VoLTE gemäss Sprecher Roger Schaller «ab Anfang 2015». Zum schnelleren Internet erinnerte er daran, dass Sunrise als erster Schweizer Anbieter dieses Jahres LTE Advanced präsentiert habe. Sobald genügend LTE-Advanced-fähige Endgeräte auf dem Markt verfügbar seien, werde die neue Technologie das Mobilfunkangebot ergänzen.

Während die Mobilfunkanbieter höhere Bandbreiten propagieren, beklagt sich die Branche über Umweltauflagen und langwierigen Baubewilligungsverfahren für Antennenstandorte. Die Netze könnten deshalb nicht ausreichend und rasch genug ausgebaut werden, was die Mobilfunkqualität belaste, kritisierte der Schweizerische Verband der Telekommunikation Asut kürzlich gestützt auf eine Studie.

Die Mobilfunkgrenzwerte seien in der Schweiz viel strenger als in den meisten europäischen Ländern. Darüber hinaus habe die Regulierungsdichte beim Vollzug im Vergleich mit anderen Umweltbereichen wie Lärmschutz und Luftreinhaltung deutlich zugenommen. Der Asut forderte dagegen eine rasche Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Netzausbau. (pma/sda/awp)

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