Wirtschaft
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Gegen hohe Medikamenten-Preise: SP-Wermuth fordert Service-public-Pharmafirma

Private Pharmaunternehmen verkaufen Medikamente zu teils exorbitanten Preisen – und bringen so das Schweizer Gesundheitssystem ins Wanken. Nun schlägt der Aargauer SP-Nationalrat Cédric Wermuth eine Service-public-Pharmafirma vor.



SP-Nationalrat Cedric Wermuth freut sich ueber die Sitzgewinne der SP bei den Grossratswahlen in Kanton Aargau, am Sonntag, 23. Oktober 2016, in Aarau. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Cédric Wermuth Bild: KEYSTONE

Mit seltenen Krankheiten können Pharmafirmen heute viel Geld verdienen. In den nächsten sechs Jahren sollen diese Arzneimittel, die nur für eine kleine Gruppe der Bevölkerung infrage kommen, rund einen Viertel des weltweiten Medikamentenumsatzes ausmachen, wie die NZZ am Sonntag schreibt. Möglich ist dies über exorbitante Preise: Die US-Pharmafirma Vertext beispielsweise verkauft ein Medikament gegen die seltene Stoffwechselkrankheit zystische Fibrose für 150'000 Franken – und lobbyiert in der Schweiz dafür, dass die Krankenkassen die Therapie bezahlen. 

Den Auswüchsen der Pharma-Preise will SP-Nationalrat Cédric Wermuth nun einen Riegel vorschieben. «Lebenswichtige Medikamente könnten wir auch als Service public entwickeln und herstellen, damit die Abzocke der Pharma-Multis aufhört», sagt er gegenüber «20 Minuten». Heisst: Um die Macht der privaten Pharma-Unternehmen zu brechen, könnte der Staat selbst Medikamente herstellen. Diese öffentlich finanzierte Forschung würde sich an den Bedürfnissen der Patienten ausrichten sowie die Versorgung mit bezahlbaren Medikamenten sicherstellen – auch im Bereich der seltenen Krankheiten. Wermuth stützt seine Idee auf einen Bericht der linken Denkfabrik Denknetz.

«Staatlich verordnete Forschung funktioniert nicht»

Die Kritik an der Pharmaindustrie ist nicht neu: In einem UNO-Bericht von 2016 stellte ein Experten-Panel unter der Leitung von Alt-Bundesrätin Ruth Dreyfuss fest, dass Firmen mit dem Patentschutz Monopole schaffen und hohe Preise abschöpfen, während sie gleichzeitig von der öffentlichen Grundlagenforschung profitieren. 

Eine Lösung sahen die Vereinten Nationen – ähnlich, wenn auch weniger radikal wie Wermuth – in der Stärkung der öffentlich finanzierten Forschung. Diese solle in Zusammenarbeit mit der Industrie bezahlbare Medikamente entwickeln, so die Idee. Um die Monopolstellung der Pharmariesen zu brechen, sollten Patente gemäss UNO zudem nur für wirkliche Innovationen vergeben werden.

Vom Service-public-Ansatz hält die Pharmaindustrie nichts. «Staatlich verordnete und geplante Forschung hat bisher in keinem System funktioniert», sagt eine Interpharma-Sprecherin gegenüber der Zeitung. Für Investitionen und Arbeitsplätze seien wirtschaftliche Offenheit und einen starken Patentschutz nötig. (aargauerzeitung.ch)

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Video: srf

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