DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Amadou Kourago, 14, heads out to the field where he works in Noe, Ivory Coast, April 20, 2001. Up to 15,000 children from some of the world's poorest countries are thought to be laboring on plantations across Ivory Coast, producer of 40 percent of the world's cocoa and Africa's largest coffee exporter. (KEYSTONE/AP Photo/Christine Nesbitt) === ELECTRONIC IMAGE ===

Kinderarbeit in der Elfenbeinküste, von wo ein Drittel der globalen Kakaoproduktion stammt. Bild: AP

Sie müssen noch Osterhasen kaufen?

Die wenigsten Schoggihasen sind fair produziert. Hier erfahren Sie, welche Sie guten Gewissens essen können



Kein Land verzehrt so viel Schokolade wird die Schweiz – knapp 12 Kilogramm pro Kopf und Jahr, wovon ein ordentlicher Anteil auf Ostern entfallen dürfte. Doch die beliebten Schoggihasen haben ein schmutziges Geheimnis: Ihr Hauptbestandteil, die Kakaobohne, wird häufig unter fragwürdigen Bedingungen in Drittweltländern produziert.

«Niedrige und infolge von Preisschwankungen unsichere Einkommen, schlechte Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit sind in den Anbaugebieten, vor allem in Westafrika, weit verbreitet», schrieb die Erklärung von Bern (EVB) im Rahmen ihrer Schoggikampagne 2013.

Hauptanbaugebiete für Kakao

Bild

Karte via de.makechocolatefair.org

Die EVB pocht bei Schweizer Schokoladenherstellern seit Jahren auf den fairen Einkauf von Kakaobohnen. Anhand mehrerer Umfragen, zuletzt 2012, wurden Rückverfolgbarkeit, Massnahmen, Kontrolle und Transparenz der Unternehmen im Bereich der Kakaobeschaffung bewertet.

Daraus entstand eine Einteilung in die vier Kategorien «fortgeschritten», «durchschnittlich», «nachlässig» und «Verweigerer» (letztere weigerten sich, den Fragebogen auszufüllen). 

Sehen Sie hier eine Aufstellung handelsüblicher Osterhasen und wie ihre Hersteller vom EVB bewertet werden:

«Fortgeschritten»

Marke: Coop-Eigenmarken
Hersteller: Chocolats Halba, Wallisellen (ZH)
Erhältlich bei: Coop
Preis: 6.95 Franken

Bild

Bild via coopathome.ch

«Durchschnittlich»

Marke: Pipo
Hersteller: Chocolat Bernrain, Kreuzlingen (TG)
Erhältlich bei: z.B. Denner
Preis: 5.45 Franken

Bild

Bild: watson

Marke: Munz
Hersteller: Maestranni, Flawil (SG)
Erhältlich bei: z.B. Aldi
Preis: 5.99 Franken

Bild

Bild via munz.ch

Die meisten Schweizer Schokoladehersteller fallen leider in die folgende Kategorie:

«Nachlässig»

Marke: Goldhasen
Hersteller: Lindt & Sprüngli, Kilchberg (ZH)
Erhältlich bei: z.B. Coop, Denner
Preis: 6.95 Franken

Bild

Bild via lindt.ch

Marke: Migros-Eigenmarken
Hersteller: Chocolat Frey, Buchs (AG)
Erhältlich bei: Migros
Preis: 3.30 Franken

Migros erklärt in einer Reaktion auf diesen Beitrag, dass Chocolat Frey den Anteil UTZ-zertifizierter Kakaorohstoffe seit der EVB-Umfrage von 19 auf 73 Prozent erhöht habe. Alle in der Migros erhältlichen Frey-Schokoladeprodukte, und somit auch alle Schoggihasen, seien seit 2013 UTZ-zertifiziert. EVB kritisiert am UTZ-Standard, dass dieser keinen Mindestpreis für Kakako vorsieht.

Bild

Bild: watson

Marke: Milka
Hersteller: Mondelēz International, USA
Erhältlich bei: z.B. Denner
Preis: 3.95 Franken

Bild

Bild: watson

Marke: Sprüngli-Eigenmarke
Hersteller: Confiserie Sprüngli, Zürich
Erhältlich bei: Confiserie Sprüngli
Preis: 25 Franken

Bild

Bild via spruengli.ch

Marke: Chocolaterie La Cour
Hersteller: Chocolat Alprose, Caslano (TI)
Erhältlich bei: Aldi
Preis: 3.99 Franken

Bild

Bild: watson

Marke: Denner-Eigenmarke
Hersteller: vermutlich Chocolat Frey, Buchs (AG)
Erhältlich bei: Denner
Preis: 5.75 Franken

Bild

Bild: watson

Marke: Cailler
Hersteller: Nestlé, Vevey (VD)
Erhältlich bei: z.B. Coop, Denner
Preis: 7.95 Franken

Bild

Bild: watson

«Kein Unternehmen und kein Label kann heute garantieren, dass in einer Schokolade keine Kinderarbeit steckt.»

Oliver Classen, EVB

«Kein Unternehmen und kein Label kann heute garantieren, dass in einer Schokolade keine Kinderarbeit steckt, weil die Rückverfolgbarkeit der Bohnen grösstenteils immer noch nicht gewährleistet ist», erklärt EVB-Sprecher Oliver Classen gegenüber watson. Grundsätzlich könne man sich beim Kauf aber nach dem Fairtrade-Label richten.

Leider ist das Angebot nicht gerade berauschend. Einige Beispiele:

Fairtrade-Osterhasen

Marke: Coop-Eigenmarke
Hersteller: Chocolats Halba, Wallisellen (ZH)
Erhältlich bei: Coop
Preis: 3.95 Franken

Bild

Bild: watson

Marke: Migros-Eigenmarke
Hersteller: Chocolat Frey, Buchs (AG)
Erhältlich bei: Migros
Preis: 3.15 Franken

Bild

Marke: Osterzauber
Hersteller: Kathleen Schokoladenfabrik, Deutschland
Erhältlich bei: z.B. Aldi
Preis: 3.99 Franken

Bild

Bild: watson

Wären Sie bereit, mehr für Ihre Schokolade zu zahlen, wenn dafür die Kakaobauern einen angemessenen Preis erhielten?

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Lockerungs-Powerplay: «Gastronomen fürchten, dass Beizen-Öffnungen sie in Krise stürzen»

Die Wirtschaftslobby fordert fast unisono rasche Öffnungen. Doch weder die Epidemiologin noch der Bar-Betreiber und der Ökonom unterstützen diese Strategie. In dieser Endphase der Pandemie sei besondere Vorsicht geboten.

Die SVP und die Wirtschaftsverbände steigen vor der Bundesratssitzung vom kommenden Mittwoch erneut ins Öffnungs-Powerplay: Gewerbeverband-Chef Hans-Ulrich Bigler fordert «die sofortige Beendigung des Lockdowns». Auch die SVP will unverzügliche Öffnungen ab dem 19. April für Restaurants und Betriebe in den Bereichen Kultur, Sport und Freizeit.

Mahnende Stimmen kommen längst nicht nur von Epidemiologinnen. Ob Bar-Betreiber Dirk Hany oder Taskforce-Ökonom Marius Brülhart: Sie sagen im Gespräch …

Artikel lesen
Link zum Artikel