Wirtschaft
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An SBB employee is working in the entrance area of the ticket hall, pictured in the SBB Travel Centre at the railway station Zuerich Oerlikon, Switzerland, on November 27, 2017. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Eine SBB-Mitarbeiterin arbeitet im Eingangsbereich der Schalterhalle des SBB Reisezentrums am Bahnhof Zuerich Oerlikon, aufgenommen am 27. November 2017. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die Sparbillette finden reissenden Absatz. Doch nicht immer kaufen Kunden das richtige Ticket. Bild: KEYSTONE

Neuer Rekord: SBB verkaufen 8,8 Millionen Sparbillette – aber nicht alle freuen sich

SBB-Kondukteur Dominik* hat watson geschildert, wie Bahnkunden mit günstigen Tickets in falschen Zügen fahren wollen. Tatsächlich ist die Anzahl der verkauften Sparbillette 2019 um 60 Prozent angestiegen.



Roh und ungefiltert hat der SBB-Kondukteur Dominik in der watson-Serie «Was ich wirklich denke» über seinen Berufsalltag erzählt. Besonders zu schaffen machen ihm die vielen Sparbillette, die sich «wegen der vielen Werbung wie eine Plage» ausbreiteten.

Die Zahl der verkauften SBB-Günstigtickets ist im vergangenen Jahr tatsächlich massiv in die Höhe geschnellt. Total 8,8 Millionen Spartickets verkauften die SBB 2019, wie SBB-Sprecher Raphael Hirt auf Anfrage von watson erklärt. Das sind gut 60 Prozent mehr als im Vorjahr, als 5,5 Millionen vergünstigte Billetts abgesetzt wurden. Mehr als jedes vierte verkaufte Ticket ist mittlerweile ein Sparbillett.

Für die Kondukteure bedeuten die Sparbilletts auch Mehrarbeit. «Ich habe das Gefühl – etwas böse gesagt – die Schweizer sind schlicht zu dumm für Sparbillette», erzählt Kondukteur Dominik weiter. Und nennt ein Beispiel: Kürzlich habe ihm am Nachmittag ein Mann im Intercity nach Brig sein Sparbillett für einen Zug um 23 Uhr gezeigt. «Ich sagte ihm, dass er auf dem falschen Zug sei und sich ein richtiges Ticket kaufen müsse.»

Im Zweifelsfall eine Busse

Wie viele Reisende tatsächlich mit falschen Sparbilletts zu fahren versuchen und auf Kulanz der Kondukteure hoffen, ist unklar. Laut den SBB-Richtlinien gilt eine Fahrt mit einem falschen Sparbillett – ausser der Anschlusszug ist verspätet – als eine «Reise ohne gültigen Fahrausweis». Dementsprechend müssten die Reisenden einen Zuschlag von 90 Franken zahlen und ein normales Ticket kaufen. Wie oft dies 2019 passiert ist, darüber geben die SBB keine Auskunft.

Die SBB hätten Feedback von Zugbegleitern erhalten, die negative Erfahrungen mit den Sparbilletts gemacht haben. «Die Meldungen des Personals bewegen sich aber im Rahmen anderer Billette und Abos», so Hirt weiter.

Gefeierter Sparbillett-Boom

Warum geht der Verkauf der Sparbillette eigentlich durch die Decke? Die SBB haben 2019 das 10-Jahres-Jubiläum der Sparbillette gefeiert und über 120 Millionen Franken an Rabatten an die Passagiere weitergegeben. Und dementsprechend mehr günstige Tickets in den Online-Verkauf gestellt.

Die SBB sind mit der Ticket-Offensive zufrieden: «Die billigen Tickets motivieren Reisende, statt in einem übervollen in einem schwach ausgelasteten Zug zu fahren. Sie bringen Autofahrer auf die Schiene. Und wirken dem teuren Image des ÖV entgegen», sagte ein SBB-Kader kürzlich zu den Tamedia-Zeitungen.

Die Reaktionen der User

Die watson-User finden klare Worte für Passagiere, die absichtlich mit falschen Sparbilletts reisen:

Bonus: Die lustigsten Fundgegenstände

*Name geändert

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