Wirtschaft
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Keine Löhne! Krisensitzung beim Schweizer CNN-Sender mit Ex-SRF-Moderatorin Patrizia Laeri

Die Zukunft des Wirtschaftssenders mit bekanntem Namen ist in Gefahr. 27 Angestellte warten seit Juli auf ihre Saläre. Für Unmut sorgen intern zudem Ferien-Fotos vom CEO und seiner Partnerin, der Schwester eines bekannten Bankers.

Benjamin Weinmann / ch media



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Moderatorin Hannah Wise im Nachrichtenstudio von CNN Money Switzerland in Zürich. Gaëtan Bally/Keystone

«This is CNN», verkündet die sonore Stimme von Schauspieler James Earl Jones regelmässig auf dem US-Nachrichtensender. Der 24-Stunden-Newskanal ist in der US-Medienlandschaft eine Institution. Von diesem Renommee wollte sich der Westschweizer Unternehmer Christophe Rasch ein Stück abschneiden. Er lancierte Anfang 2018 den Schweizer Ableger CNN Money Switzerland. Dank einer Lizenzgebühr durfte er mit dem CNN-Namen auf Sendung gehen.

Christophe Rasch, Gruender und CEO von CNN Money Switzerland, spricht an der Dreikoenigstagung des Verband Schweizer Medien in Zuerich am Dienstag 9. Januar 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Christophe Rasch. Bild: GAETAN BALLY

Doch nur zweieinhalb Jahre nach dem Start ist die Zukunft des Wirtschaftssenders alles andere als gewiss. Es fehlt an Geld. Wie Rasch am Freitagmorgen gegenüber CH Media sagt, werde der Verwaltungsrat am Sonntag tagen. Dem Vernehmen nach wird das Gremium an dieser Sitzung über das Schicksal des Privatsenders entscheiden. Möglich scheint alles, von einer Übernahme durch die Amerikaner bis hin zum Konkurs.

Luxusferien-Fotos sorgen für Unmut beim Personal

Gemäss «Le Temps» ist die Finanznot bereits derart gross, dass die 27 Angestellten seit eineinhalb Monaten auf ihren Lohn warten. Bereits die Juni-Löhne wurden mit zwei Wochen Verspätung ausbezahlt. Am Donnerstag habe es zudem einen Informationsanlass gegeben, an der kommuniziert wurde, dass für den August nichts sicher sei. Bitter ist die dramatische Situation auch für Moderatorin Patrizia Laeri. Die Ökonomin und ehemalige «SRF Börse» und «Eco»-Moderatorin wechselte erst per Anfang Juli zu CNN Money Switzerland - nach 17 Jahren im Leutschenbach. Rasch holte die 42-Jährige als Chefredaktorin und neues Aushängeschild.

Patrizia Laeri
Moderatorin ECO
2017

Copyright: SRF/Oscar Alessio
NO SALES
NO ARCHIVES

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Patrizia Laeri. SRF

CH Media weiss: Intern ist der Unmut gewaltig. So mancher Angestellte gerät mit den ausbleibenden Lohnzahlungen in finanzielle Schwierigkeiten. Für Ärger sorgt vor diesem Hintergrund auch das Verhalten von CEO Rasch und seiner Partnerin Delia Collardi, der Schwester von Boris Collardi, einer von sieben Partnern der Genfer Privatbank Pictet, die zudem als Kommunikations- und Marketingchefin des Senders amtet. Noch diesen Sommer, als sich die finanziellen Probleme beim Sender bereits abgezeichnet haben müssen, habe das Paar Fotos von ihren Luxusferien in Südeuropa auf sozialen Medien gepostet, wie intern zu hören ist.*

Geflüchtete Investoren in Bangladesh

Für das Fiasko gibt es wohl mehrere Gründe. Unbekannt ist, wie teuer die Lizenzgebühr von CNN ist, die Rasch bezahlen muss. Zudem investierte massiv in den Aufbau eines Studios in Zürich. Dieses Jahr nahm er zudem ein zweites Studio in Gland VD in Betrieb (diese Zeitung berichtete). Hinzu kommen die eingebrochenen Werbeeinnahmen im Zuge der Corona-Krise.

Vor einigen Wochen wurde zudem bekannt, dass die Investoren-Brüder Rick und Ron Haque Sikder aus Bangladesh in Schwierigkeiten stecken. Ihrem Sikder-Konzern gehören 70 Prozent des Senders. Beide sitzen im Verwaltungsrat. Laut lokalen Medienberichten sollen sie zwei Banker nach einem Kredit-Streit mit dem Tod gedroht haben. Nachdem die Justiz zu ermitteln begann, sollen sie in einem firmeneigenen Ambulanzjet nach Thailand geflohen sein.

Laut dem Westschweizer «PME Magazine» hat Rasch mehrere Gläubiger am Hals, die wegen offenen Rechnungen in der Höhe von mehr als einer Million Franken gegen ihn vorgehen. Auf Anfrage von CH Media sagt Rasch, er werde sich erst nach der Verwaltungsratssitzung vom Wochenende äussern.

* In der ursprünglichen Version dieser Story war ein privater Facebook-Post eingebunden, für dessen Publikation kein Einverständnis eingeholt worden war.

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