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Frauen und Geld

Art statt Aktien? Was du über Kunst als Wertanlage wissen solltest

Ist Kunst eine gute Alternative zu Aktien? Oder nur etwas für Superreiche? 5 Punkte über Kunst als Wertanlage.

Olga Miler
Olga Miler



Normalerweise strömen Massen von kunstbegeisterten Menschen um diese Zeit im Juni nach Basel, um an der «Art Basel» die neuesten Kunstwerke anzuschauen, sich auszutauschen und auch das eine oder andere Stück mit nach Hause zu nehmen. Jetzt kam Corona dazwischen und für dieses Jahr ist die Art Basel definitiv abgesagt.

Dennoch kann es für dich spannend sein, in Kunst zu investieren. Es folgt eine Sammlung an Tipps und Tools, falls du in Erwägung ziehst, dir Kunst zuzutun oder als Wertanlage zu nutzen.

Kunst ist weder eine Ware noch eine Anlage wie jede andere

Neben einem materiellen Wert hat Kunst vor allem einen hohen emotionalen Charakter. Man hat ein Bild oder Kunstwerk, weil es einem gefällt, oder weil es für etwas steht, das einem wichtig ist. So hat Kunst auch eine «emotionale» Rendite. Immer wieder liest man mal die eine oder andere Schlagzeile über grosse Versteigerungen. Die Top 2 2019 waren Claude Monet für 110 Mio. US-Dollar und Jeff Koons für 91 Mio. US-Dollar. Und es gibt Menschen, die bewusst in Kunst als «alternative Anlage» investieren. Damit das wirklich funktioniert, muss man sich sehr gut auskennen und viel Geld mitbringen.

Die teuersten Werke:

Wie entwickelt sich der Kunstmarkt?

Eine gute Übersicht geben der Global Art Report der Art Basel & UBS, der Art & Finance Report von Deloitte und artnet.com:

Kunstumsätze nach Kategorie

Kunstmarkt

Christie's und Sotheby's Auktionsverkäufe (in Mio US$) bild: art & Finance report 2019, s. 52

Ist Kunst nur was für Superreiche?

Mit ca. 42% der Transaktionen mit Werten von über 1 Mio. US-Dollar könnte der Eindruck entstehen, dass Kunst wirklich nur etwas für Superreiche ist. Dem ist aber nicht so, fast gleich viele nämlich, ca. 47% der Transaktionen, erfolgen für 5000 US-Dollar oder weniger. Es ist sicher kein Schnäppchen, aber man muss nicht unbedingt ein Millionär sein.

Wie kann man in Kunst «investieren»?

Für Kunst gibt es verschiedene Vertriebskanäle, Direktkauf ist z.B. über Galerien, Auktionshäuser, Online-Marktplätze, Kunsthallen und Ausstellungen/Messen wie z.B. die Art Basel möglich.

Für diejenigen, welche in Kunst wirklich als Anlage investieren wollen, stehen auch sogenannte «Kunstfonds» zur Verfügung. Dies sind oft geschlossene Fonds, welche Gelder der Anleger zusammenfassen, um dann in Kunstwerke zu investieren. Verschiedene Banken bieten für Wohlhabende Beratungen für den Aufbau einer Sammlung, Kauf und Verkauf von Werken an.

Wer schon Kunst (und Geld) hat, kann diese auch als Sicherheit für z.B. für Kredite nutzen, ein Trend der gerade jetzt im Aufschwung ist.

Welche Vor- und Nachteile hat Kunst als «Wertanlage»

Verbindung von finanziellen Zielen und persönlicher Leidenschaft·

Wertzuwachs ist möglich, allerdings hat der globale Art Price Index 2019 gerade mal um 0.48% zugelegt, wobei zeitgemässe Kunst mit 4.4.% den grössten Wertzuwachs verbuchen konnte.

Wirkungsvolle Diversifikation: Der Kunstmarkt hat eine relativ geringe Korrelation mit anderen Märkten.

Anspruchsvoll, der Kunstmarkt funktioniert nach eigen Regeln und man muss sich gut auskennen und beraten lassen.

Kunstwerke können einen Wertzuwachs realisieren, zahlen aber keinen Zins.

Braucht man vielleicht das Geld ist es unter Umständen nicht sofort und jederzeit möglich, das Kunstwerk zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen – möglicherweise kann man es aber beleihen.

Sichere Aufbewahrung / Versicherung / etc. sind notwendig.

Die Preisentwicklung eines bestimmten Kunstgegenstandes lässt sich nicht so einfach beobachten – z.B. im Vergleich zu einer bestimmten Aktie.

Tipps für den Start

Kunst ist eine Leidenschaft, die Rendite und die Liquidität sind schwer voraussehbar oder man muss sehr viel Zeit investieren, um sich wirklich auszukennen. Als Geldanlage zur Pensionsplanung oder Vermögensaufbau ist Kunst weniger geeignet.

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bild: zvg

Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm Unique aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Ab dem 27. Januar wird uns Miler im watson-Blog «Frauen und Geld» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

Dieses Video macht dich nudelfertig: Wie Teigwaren zu Kunst werden

Video: watson/Roberto Krone

Kunst, die du lieber nicht aufm Klo sehen würdest

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Auric 12.06.2020 08:19
    Highlight Highlight Mein Verstorbener Vater hat 40 Jahre Kunst gesammelt, war gern gesehenes Gast in Galerien und hinterließ uns hunderte Gemälde in verschiedenen Stilrichtungen.
    Darunter auch bekanntere CH Künstler
    Seit seinem Tod gelang es uns trotz guter Connections und vielfältiger Bemühungen nicht auch nur ein Interesse an einem Einzigen Gemälde zu erwecken.

    Muss ich mehr zu dem Thema hier schreiben?
  • crik 11.06.2020 16:29
    Highlight Highlight Ein wichtiger Punkt, der meiner Meinung nach fehlt: Beim Weiterverkauf über eine Galerie nimmt diese ca. 50% Kommission.

    Wenn man also heute ein Kunstwerk für 5,000 kauft, und es in ein paar Jahren für 10,000 weiterverkauft wird, hat man als Sammler immer noch keinen Gewinn gemacht. Man kann natürlich Glück haben, und ein Kunstwerk privat verkaufen, aber oft klappt das nicht.
  • Sharkdiver 11.06.2020 15:55
    Highlight Highlight Scheinbar auch das Nonplusultra Mittel zum Geldwäschen da Kunst auch einen subjektiven Wert hat. Also immer schön gefragt
    • Auric 12.06.2020 14:10
      Highlight Highlight Wenn das so ist, dann nur für Kunst die schon lange im 7 stelligen Bereich gehandelt wird.

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