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bild: shutterstock / bearbeitung: watson

Frauen und Geld

7 Tipps, wie du mit dem «Robo-Advisor» einfach investieren kannst

Geld anlegen so einfach wie Online-Shopping? Was du übers Investieren mit dem «Robo-Advisor» wissen solltest.

Olga Miler
Olga Miler



«Wo soll ich anfangen?» – eine der am meisten gestellten Fragen, wenn ich mit Frauen über Geld spreche. Dass investieren gerade für Frauen wichtig ist und dass man über Geld sprechen soll, alles richtig, aber:

Wo fängt man an, wenn man etwas mit seinem Geld machen will und nicht gerade Millionen zur Verfügung hat? Der Dschungel der Finanzprodukte, Abkürzungen, Daten und Grafiken ist wirklich riesig.

Selbst nach Jahren kommt mir das immer so vor wie ein schlecht organisierter Supermarkt, wo alle Produkte drunter und drüber liegen und mit Hieroglyphen angeschrieben sind.

Eine Möglichkeit, um anzufangen, ist Finanzberatung – lohnt sich aber allenfalls erst ab einer gewissen Anlagesumme oder wird ab einem Mindestbetrag angeboten, und man sollte genau prüfen, wie unabhängig die jeweiligen Experten wirklich sind.

Selbstverständlich kann man einfach selber starten, z.B. mit einem Fondsparplan oder Exchange Trade Funds (ETFs). Eine Übersicht und Produktvergleiche bietet z.B. SwissFundData. Aber eine Anlagestrategie ist das dann allenfalls noch nicht wirklich und die Recherche und regelmässige Pflege des Portfolios sind eher zeitaufwändig.

Eine gute Alternative zur persönlichen Beratung oder dem Selbstversuch sind «Robo-Advisors»

Digitale Applikationen, mit denen Investieren so ähnlich und fast so einfach ist wie Online-Shopping. Der Roboter oder besser gesagt dessen Algorithmus ersetzt quasi den menschlichen Berater (Advisor), und bietet so eine kostengünstige Möglichkeit, ein eigenes Portfolio zu bauen und zu verwalten.

Und so geht’s:

  1. Online Fragebogen ausfüllen mit Angaben wie z.B. wie lange das Geld angelegt werden soll (Anlagehorizont) und wieviel Risiko man bereits ist in Kauf zu nehmen (Risikoprofil)
  2. Der Roboter berechnet aus den Angaben einen Vorschlag für dein Portfolio
  3. Wenn du damit zufrieden ist, übernimmt der Roboter die Angaben…
  4. …und eröffnet ein Konto bei der Partnerbank (Depotbank), die das Geld dann für dich gemäss den Angaben des Roboters anlegt, verwaltet und regelmässig anpasst

Ich stelle mir das immer so vor wie beim Onlineshopping, wo man mit Vorgaben, Grössen, Farben dem Anlass entsprechend vom Computer ein Outfit aus der riesigen Auswahl zusammenstellen lässt. Vielleicht nicht ganz so spassig, aber im Prinzip macht der «Robo-Advisor» das ähnlich.

Übrigens: eine Insolvenz des Robo-Advisors kann deinem Geld nichts anhaben – es «sitzt» bei deiner Depotbank und nicht im digitalen Tool.

Bringt investieren mit dem Robo wirklich was?

Im Vergleich zu Strategiefonds haben Robos im Zeitraum von 2000-2018 um bis zu ca. 2 Prozent p.a. nach Abzug Kosten besser rentiert - gar nicht schlecht.

Wann ist investieren mit dem «Robo-Advisor» nützlich? – Wenn du...

Ein Robo-Advisor eignet sich weniger, wenn du dein Geld kurzfristig, z.B. weniger als 5 Jahre, anlegen möchtest, menschliche Beratung bevorzugst oder ein komplexes Portfolio mit viel Geld bauen möchtest.

Mehr zu Robo-Advisors in der Schweiz:

Im Bankenland Schweiz sind Robo-Advisors mit geschätzten 300 Mio CHF verwalteten Vermögen immer noch totale Nischenprodukte – zum Vergleich: In England wird 27x mehr Vermögen mit Robos verwaltet. Trotzdem, es gibt ein reges Angebot und auch immer mehr Banken setzen die Tools als Ergänzung zur klassischen Beratung ein (Hybrid-Modell). Die Konkurrenz ist hart, so wird längerfristig eine Konsolidierung auf ca. 4-6 Anbieter erwartet. Die Besten der Schweiz (Mai 2019) und eine Rangliste der Besten der Welt (Nummo 2019) findest Du hier. Eine vollständige Liste mit Preisvergleichen kann man bei moneyland.ch gratis bestellen.

7 Punkte auf die du bei der Wahl Deines Robo-Advisors achten solltest:

  1. Anlagestrategie und Erfolg, z.B. wie viel Geld verwaltet der Robo-Advisor schon und mit welchem Erfolg?
  2. Servicetiefe und -umfang: Welche Datenbanken und Methoden werden genutzt, um die Produkte auszuwählen? Wie kannst Du Hilfe und Support anfordern?
  3. Gebühren – hier lohnt es sich, das Kleingedruckte zu lesen: Wird eine Pauschalgebühr verrechnet, eine Gebühr abhängig vom investierten Betrag, oder fallen zusätzliche Kosten an, z.B. wenn Dein Portfolio angepasst wird? Die Durchschnittsgebühr der Schweizer Robo-Advisor liegt bei ca. 0.68%
  4. Portfolio-Anpassung: Wann, wie und nach welchen Kriterien passt der Roboter dein Portfolio an, kannst du hier noch Zustimmung geben oder macht der Roboter es automatisch?
  5. Mindestanlage: Der Geldbetrag, der mindestens benötigt wird, um überhaupt anzufangen. Bei den Anbietern in der Schweiz liegt dieser so zwischen 2'000 und 10'000 CHF.
  6. Welche Depotbank nutzt der Robo-Advisor und welchen Schutz bietet sie?
  7. Wer steht hinter dem Tool, welche Technologie wird genutzt, gibt es allenfalls Auszeichnungen, prämierte Algorithmen oder andere Rankings, welche der Robo vorzuweisen hat?

Digitale Finanzhelfer machen Dienstleistungen zugänglich, welche früher nur wenigen – meist wohlhabenden – Menschen vorbehalten waren. «Robo-Advisors» sind ein möglicher Weg, um mit dem Investieren anzufangen.

Man muss ja nicht gleich seine ganzen Ersparnisse anlegen, aber einen Versuch ist’s wert – denn am meisten kostet es langfristig, wenn man gar nichts mit seinem Geld macht. Give it a go!

Was denkt ihr über Robo Advisors? Und was würde euch helfen, um mit dem Investieren anzufangen?

Jeden Donnerstag schreibe ich auf watson diesen Blog mit Tipps und Wissen aus fast einem Jahrzehnt Erfahrung mit Frauen und Geld. Und lade euch ein, zu lesen, zu diskutieren, etwas zu bewegen, denn Finanzbildung geht uns alle was an.

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bild: zvg

Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm Unique aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Ab dem 27. Januar wird uns Miler im watson-Blog «Frauen und Geld» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

Schweizer Studenten enthüllen den Lieferroboter der Zukunft

So würde Online-Shopping im «Real Life» aussehen:

Video: watson/Linda Beciri

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    Alle Leser-Kommentare
  • ingmarbergman 14.02.2020 08:51
    Highlight Highlight Uff schwierig. Roboadvisor sind in drn meisten Fällen reine Abzocke. Solange die Gebühren dafür nicht auf US-Niveau sind (also praktisch null), lohnen sich Roboadvisor nur für den Anbieter.

    Wer einfach anlegen will, der sucht sich einen Welt-ETF mit günstigen Gebühren (Vanguard VT) und investiert das ganze Geld darin.

    Ich finde es schwierig, wenn ihr Frauen Finanzwissen vermitteln wollt und dann schlechte Tips gebt. Genau so verliert man dann das vertrauen in Geldanlegen.
    • shadow93 15.02.2020 08:28
      Highlight Highlight Ist ein bisschen einfach gesagt in „einen“ ETF zu investieren denn damit wird das Risikoprofil überhaupt nicht berücksichtigt.

      Robo Advisors haben gegenüber der klassischen Anlageberatung (nicht Trading!!) erhebliche Kostenvorteile, weswegen die Performance-Zahlen auch höher liegen.

      Würde also definitiv nicht von einem schlechten Tipp reden.
  • Whitchface 13.02.2020 15:45
    Highlight Highlight Finde ich ehrlich gesagt etwas schwach dieser Artikel. Der Mindestbetrag bei diesen automatisierten Investment-Tools ist oftmals höher als im Artikel der Eindruck entsteht. Automatisierte Anlagen mit einem Mindestbetrag von unter CHF 5000 gehen meist Hand in Hand mit hohen Gebühren. Des Weiteren ist die Vergleichsseite für Schweizer Anbieter überhaupt nicht aktuell. Der Testsieger hat sein Angebot im November 2019 eingestellt.

    Btw: Finde es wirklich schade, dass diese Serie so explizit auf Frauen zugeschnitten ist. Klingt schon fast so, als ob Männer mit Finanzwissen geboren werden...
    • Hogwarts 13.02.2020 23:40
      Highlight Highlight Es tut mir sehr leid, aber ich kann mit deinem Kommentar - bis auf den Hinweis, dass die Glarner zwischenzeitlich tatsächlich aus dem Rennen ist, was ja aber fairerweise in der Liste vom Mai 2019 noch gar nicht berücksichtigt sein kann - nicht allzuviel anfangen: Die Höhe der Gebühren ist in den Tabellen doch aufgeführt...

      Meine Kumpels und ich geben übrigens sehr gerne zu, dass wir nicht mit Finanzwissen geboren wurden, und lesen die Artikel gerne:-)
    • Majoras Maske 14.02.2020 08:09
      Highlight Highlight Tja, ist eben im Trend, dass man den armen Frauen hilft und die souveränen Männer sich gefälligst selber helfen sollen. Womit man aber eigentlich zementiert, was man zu überwinden sucht.
    • KittyPink 14.02.2020 18:57
      Highlight Highlight Also ich finde die Blog Artikel sehr hilfreich und fühle mich gar nicht als 'arme Frau' angesprochen. Im Gegenteil. Ich habe mich nie für Finanzen interessiert (und da bin ich glaub nicht die Einzige). In der letzten Zeit habe ich jedoch festgestellt, dass ich da eher Fahrlässig unterwegs war... und das will ich jetzt ändern...

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