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Amsterdam verdrängt London als Aktienmarkt Nummer eins in Europa



epa08811551 A general view of the London Stock Exchange in London, Britain, 10 November 2020. The FTSE 100 together with other global stock markets continue to hit records high after US drug firm Pfizer announced that early data from phase three trials showed its coronavirus vaccine was more than 90 percent effective against COVID-19.  EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA

Nicht mehr die Nummer 1: London. Bild: keystone

London muss nach dem Brexit die Führungsposition unter den europäischen Handelsplätzen an Amsterdam abtreten.

An den Börsen in der niederländischen Hauptstadt wurden im Januar mehr Aktien gehandelt als an der Themse, wie aus Daten der Terminbörse Cboe Europe vom Donnerstag hervorgeht. Demnach betrug das tägliche Handelsvolumen in Amsterdam 9.2 Milliarden Euro, verglichen mit 8.6 Milliarden Euro in London.

Auf Jahressicht lagen die Briten mit durchschnittlich 17.5 Milliarden Euro 2020 noch deutlich auf Platz Eins, Frankfurt belegte mit 5.9 Milliarden Euro den zweiten Platz. Amsterdam schaffte es mit 2.6 Milliarden nur auf Platz Sechs.

Der Finanzplatz London hatte lange vor negativen Folgen des Austritts Grossbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt gewarnt. Börsenvertreter vermuten, dass die Verlagerung von Handelsströmen von London nach Amsterdam wahrscheinlich dauerhaft sein wird, da die EU darauf beharrt, dass in Euro notierte Aktien in der EU gehandelt werden müssen.

Der Siegesszug Amsterdams war eingeläutet worden, als die europäischen Cboe-Aktienplattformen und die in London angesiedelte Turquoise nach dem Brexit-Votum in 2016 dort aktiv wurden.

London hofft auf Kompensation mit Schweizer Aktien

Einen kleinen Teil der Ausfälle hofft London mit dem Handel von in Schweizer Franken notierten Schweizer Aktien zu kompensieren, der in diesem Monat wieder aufgenommen wurde.

Im Schnitt wechseln dabei 250 Millionen Euro täglich den Besitzer, was sich wieder in Richtung eine Milliarde bewegen sollte - auf das Niveau vor dem Ende des Handels mit Schweizer Aktien in London im Juni 2019. Seit damals erkennen die Schweiz und die EU ihre Börsen gegenseitig nicht mehr an. (aeg/sda/awp/reu)

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