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Bitcoin basiert auf der Blockchain-Technologie. Sie erlaubt zum Beispiel anonyme, sichere Transaktionen in Echtzeit ohne Umwege über Banken oder Kreditkartenfirmen.
Bitcoin basiert auf der Blockchain-Technologie. Sie erlaubt zum Beispiel anonyme, sichere Transaktionen in Echtzeit ohne Umwege über Banken oder Kreditkartenfirmen.
Bild: KEYSTONE

«Die Schweiz hat die Chance, weltweit führend bei der Blockchain zu werden»

Programmierer, Jungunternehmer und Forscher arbeiten an einer Blockchain 2.0, die mehr Funktionen bietet und die Schwächen der digitalen Währung Bitcoin ausmerzen soll. Ihre Anwendungsmöglichkeiten gehen weit über ein Zahlungssystem hinaus.
08.01.2017, 21:23

Zahlreiche Start-ups arbeiten in der Schweiz an Blockchain-Anwendungen. «Die Schweiz ist beim Thema Blockchain schon weit und hat die Chance, weltweit führend zu werden», sagt Daniel Gasteiger, Mitgründer des Startups Nexussquared.

Im «Kryptovalley» in Zug, wo über zwanzig Start-ups angesiedelt sind, seien schon wertvolle Erfahrungen gesammelt worden. So akzeptiert die Stadt beispielsweise auch Bitcoin als Zahlungsmittel. Zug ist unter anderem der Sitz der Ethereum Foundation, die die weitverbreitete Blockchain-Plattform Ethereum entwickelt. Auch in Zürich tun sich Jungfirmen rund um das Thema Blockchain zusammen.

Drei entscheidende Vorteile zeichnen das neue <a href="http://www.watson.ch/Wirtschaft/Gesellschaft%20&amp;%20Politik/423415017-Wer-die-Welt-heute-verstehen-will--muss-wissen--was-eine-Blockchain-ist" target="_blank">Blockchain</a>-System aus: Erstens können Transaktionen in Echtzeit abgewickelt werden. Zweitens erfolgen sie anonym und drittens braucht es für dafür keine Zwischenhändler wie Banken oder Kreditkarteninstitute.
Drei entscheidende Vorteile zeichnen das neue Blockchain-System aus: Erstens können Transaktionen in Echtzeit abgewickelt werden. Zweitens erfolgen sie anonym und drittens braucht es für dafür keine Zwischenhändler wie Banken oder Kreditkarteninstitute.
bild: watson/shutterstock quelle: spiegel

Mit der Blockchain verbindet Gasteiger die gleichen Werte wie mit der Schweiz: Sicherheit, Neutralität, Stabilität, Demokratie und Datenschutz. Indem die Blockchain Transaktionen direkt zwischen Personen und ohne einen Mittelsmann erlaube, ermächtige sie Individuen – so wie es das politische System der Schweiz auch tue.

Die Schweiz bringe zudem wichtige Voraussetzungen mit, um der Technologie einen Schub zu verleihen: Ein Netzwerk an Blockchainunternehmen und hervorragenden Hochschulen, die ebenfalls zur Blockchain forschen.

Die Förderung von Blockchain werde dem Land umgekehrt zugute kommen, sagt Gasteiger. Denn nicht nur die Schweizer Finanzindustrie, sondern auch andere wichtige Branchen wie die Pharma- oder die Uhrenindustrie könnten davon profitieren.

Unternehmen setzen auf Blockchain

Inzwischen sind auch einige Konzerne auf die Blockchain-Technologie aufmerksam geworden. Die Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie die Versicherungen Swiss Re und Zurich haben sich entsprechenden internationalen Konsortien zur Entwicklung von Standards und Anwendungen angeschlossen.

Blockchain-Anwendungen für Unternehmen bietet etwa der US-Technologiekonzern IBM an. Bei Schweizer Unternehmen stellt IBM ein grosses Interesse an solchen Systemen und Lösungen fest. Fast wöchentlich kämen neue Anfragen, sagt Urs Karrer, Leiter Digital Consulting bei IBM Schweiz.

Einerseits würden strategische Überlegungen die Kunden motivieren. Denn durch zunehmende Konkurrenz, zum Beispiel durch Start-ups innerhalb und ausserhalb der Branche, werden etablierte Unternehmen gefordert, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Andererseits wollen sie mit der Blockchain ihre Prozesse, Kosten und Risiken optimieren.

Neben Finanzdienstleistern setzten vermehrt auch Unternehmen aus anderen Branchen auf die Technologie, beispielsweise aus der Pharmaindustrie oder der Logistik. Vieles sei derzeit zwar noch in der Anfangsphase. Allerdings sollen entwickelte Konzepte etwa im Pharma- und Bankenumfeld bereits dieses Jahr getestet werden. «2017 wird die Dynamik zunehmen», sagt Karrer.

Für den Erfolg sei letztlich wichtig, dass die Unternehmen sich mit anderen besser vernetzen könnten und so ein Ökosystem aufbauten. Denn die Blockchain-Lösung entfaltet ihre Wirkung gerade dann, wenn es über Unternehmensgrenzen hinaus geht.

China investiert in grossem Stil in die Blockchain
Die Technologie Blockchain erfährt derzeit unter Start-ups auf der ganzen Welt einen regelrechten Hype. Doch in der Start-up-Wiege Silicon Valley in Kalifornien ist es erstaunlich ruhig um das Thema. Ganz anders ist das in China.

«China hat eine wahnsinnig aktive Risikokapitalszene, die in die Blockchain investiert», sagt Mathias Bucher, Blockchain-Dozent der Luzerner Fachhochschule HSLU. So werde die Blockchain-Plattform Ethereum gefördert deren Stiftung in Zug sitzt. Auch bei Bitcoin ist China für sein starkes Engagement bekannt: Zahlreiche sogenannte Miner, die neue Bitcoin schürfen, sind dort angesiedelt.

China bietet laut Bucher auch gute Anreize, um solche Technologien zu unterstützen. Denn als grosser Produzent von IT-Hardware profitiert das Land von neuen Technologien. Anwendungen auf der Blockchain erhöhen die Nachfrage nach intelligenter Hardware.

Deshalb wolle beispielsweise Wanxiang, der grösste Autoteileproduzent in China, in den nächsten sieben Jahren 30 Milliarden Dollar in den Aufbau von Smartcitys auf Basis von Blockchain investieren.

Hingegen könnte Blockchain laut Bucher die Geschäftsmodelle grosser Silicon-Valley-Techfirmen wie Google oder Facebook bedrohen. «Ich glaube aber, dass diese intern an eigenen Blockchain-Projekten arbeiten.» Diese würden sie jedoch nicht an die grosse Glocke hängen. Sollte sich die Blockchain durchsetzen, könnten die Konzerne aber schnell reagieren - und damit die Entwicklung weiter beschleunigen. (sda)

(sda)

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