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Beyoncé Formation

Schwarze Kinder an die Macht: In der Mitte (natürlich) Beyoncés Tochter Blue Ivy.
Bild: Youtube/Beyoncé

Ist Beyoncé eine Heilige? Wahrscheinlich. Jedenfalls ein Genie. Wie «Formation» beweist



Das Finale des Videoclips zeigt: Beyoncé kann alles, nur nicht übers Wasser gehen. Aber die grandiose Überheblichkeit ihrer Kollegen, die schafft auch sie: «I might just be a black Bill Gates in the making.» Es gibt keine Bescheidenheit. Nur krasse Selbstbestätigung.

Denn Beyoncé kommt und kehrt den ganzen weissen Scheiss der letzten 150 Jahre einfach um. Ihre feinen Ladies in der Südstaaten-Villa sind schwarz. Die Kinder, die durch die Zimmer rennen, ebenfalls. Das in der Flut von Hurrikan Katrina untergehende Auto, auf dem Beyoncé steht wie auf der Titanic, ist ein weisses Polizeiauto.

Beyoncé gibt dem schwarzen Amerika, was ihm sonst selten einer gibt. Macht, Stolz, Geld, Bedeutung. Sich selbst und allen andern. Sie schreibt die Geschichte um. Schreibt die Sklaverei und den Rassismus weg. Theoretisch könnte es ja so gewesen sein. Wenn der weisse Scheiss – oder in Beyoncés Worten «that illuminati mess» – nicht gewesen wäre. Für eine Single und ihr Video sind das unfassbar epische Dimensionen.

Beyoncé Formation

Bild: Youtube/Beyoncé

«My daddy Alabama, Momma Louisiana. You mix that Negro with that Creole make a Texas bamma», besingt sie den interamerikanischen Staatenmix ihrer Herkunft und ihrer Jugend in Houston, Texas. Dann tanzt ein schwarzer Junge vor eine Reihe Polizisten. Sie heben die Hände hoch. «Stop shooting us» steht auf einer Mauer. Das Porträt von Martin Luther King prangt auf einer Zeitung.

Beyoncé Formation

Bild: Youtube/Beyoncé

«Formation» heisst der Song. Er kratzt im Kopf. Aufregend. Smart. Sexy. Ätzend. Setzt ein mit zwei Saiten, die immer wieder gezupft werden und nachschwingen wie zwei überreizte Nerven. Er ist eine Hommage an die «Formation» der Black Panther Party, der schwarzen Bürgerrechtsbewegung, die vor exakt 50 Jahren gegründet wurde. 

«Formation» erschien am Samstag, geschrieben hat den stolzen Wutausbruch der 20-jährige Rapper Swae Lee und produziert hat ihn nicht etwa Jay-Z, sondern der 26-jährige Mike WiLL Made-It. Angry boys im Dienst der Queen also. Das Video drehte Melina Matsoukas, die sonst vorwiegend für Rihanna arbeitet.

«Formation» erschien unangekündigt, wie Beyoncé das seit ein paar Jahren am liebsten macht. Aber natürlich schon komplett mit allerlei Merchandising-Artikeln: Einem T-Shirt mit Beyoncé als schwarzer Jeanne d'Arc zum Beispiel. Und: Einer Welttournee. Und: Beyoncé sammelt neu auch Geld, um die Wasserkrise in Flint, Michigan, zu lindern. Ist sie auch noch eine Heilige? Wahrscheinlich.

Auf dem Rasen des Super Bowls formen Beyoncés weibliche Black-Panther-Armee am Sonntag ein ebenmässiges X. Es erinnert an Malcolm X, dessen Ermordung 1965 mit zur Gründung der Black Panther führte. Beyoncé trägt dazu eine Uniformjacke wie einst Michael Jackson. Das Genie, das irgendwo auf dem Weg vom schwarzen Mann zur weissen Frau unerlöst krepierte. Vielleicht gibt Beyoncé damit seiner Seele Frieden. 

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DerTaran 09.02.2016 08:48
    Highlight Highlight Destiny's Child fand ich noch ok, aber Beyoncé ist nur trauriger, einfallsloser Mainstream. Ich mag ihre Musik und ihre Selbst-Inszenierung überhaupt nicht.
  • Spooky 09.02.2016 00:27
    Highlight Highlight Beyoncé ist eine schöne Frau und ein gute Sängerin.
  • Masta Ace 08.02.2016 18:29
    Highlight Highlight Rapen dürfen gemäss Gesetz weder Schwarze noch Weisse. Rappen hingegen darf jeder, ja. Dies hat jedoch nicht unbedingt etwas mit diesem Thema zu tun:)
    • Simone M. 08.02.2016 19:04
      Highlight Highlight definitiv mein lieblingskommentar heute! :-))
    • Simone M. 08.02.2016 19:43
      Highlight Highlight @wohlstandsfaschist: und wie! her damit!
  • Calvin Whatison 08.02.2016 17:46
    Highlight Highlight an Verfasserin: Sie sind eine Brandstifterin.
    Das entflammt, was wir nicht wollen.

    "Wenn der weisse Scheiss – oder in Bey.."
  • Masta Ace 08.02.2016 16:27
    Highlight Highlight Sie streckt ihre Haare und blondiert sie. Irgendwie passt hier etwas nicht zusammen...
    • Masta Ace 08.02.2016 17:19
      Highlight Highlight Sie macht hier einen auf Black Power, aber in Wahrheit bückt sie sich durch ihr Aussehen der weissen Mehrheit, damit das Plattenlabel mehr Umsatz generiert.
      Somit vermittelt sie parallel dazu, dass sie sich für die Schwarzen in Amerika einsetzt, auch, dass es nicht angesehen ist, wenn man dunkle Haut und Krauselocken hat und lässt diesen Kulturkreis dadurch wieder minderwertig darstellen.
    • Simone M. 08.02.2016 17:43
      Highlight Highlight Leute, nicht im Ernst! Die Frau darf sich die Haare färben, soviel sie will! Bei Lady Gaga sagt auch keiner, dass sie als Italo-Amerikanerin gefälligst italienisch dunkle Haare tragen müsse. Und Beyoncés Mann ist ja nun fürwahr ein schwarzer Schwarzer. Hört ihre Musik, schaut euch an, was sie politisch macht und sagt - it's black.
    • Masta Ace 08.02.2016 18:02
      Highlight Highlight Ja, aber Lady Gaga macht sich auch nicht stark für Italo-Amerikaner, deswegen ist das nicht unbedingt vergleichbar ;)
      Ich traue einfach diesem ganzen Musikbusiness nicht, das ist der Punkt. Da sind mir zu viele mächtige Geldhaber im Hintergrund, deswegen meine Kritik. :)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Clank 08.02.2016 14:58
    Highlight Highlight Mal ganz unpolitisch.
    Das Video ist top, richtig gut gemacht.
    Den Song dagegen finde ich schwach; Kaum eine Melodie, nur ein eintöniger Beat mit viel Bass, aber auch kein Tempo, um richtig zu tanzen. Ausserdem singt Beyonce kaum, sie ist viel eher die ganze Zeit am reden.
    Soviel Aufwand in gutes Video, für eins ihrer schlechtesten Songs; Verschwendung!
  • John Smith 08.02.2016 14:01
    Highlight Highlight Sie tut so als wäre sie stolz auf ihre Herkunft und andernorts probiert sie so weiss wie möglich auszusehen.
    Ich frage mich was die Black Panthers dazu sagen würden.
    Benutzer Bild
    • Simone M. 08.02.2016 14:34
      Highlight Highlight Das ist tatsächlich ein grässlich bearbeitetes Cover, aber dafür ist die «Vogue» berühmt. Sehr schön auch bei der arg aufgehellten Rihanna zu sehen.
      Benutzer Bild
    • Simone M. 08.02.2016 14:34
      Highlight Highlight Und: another Cover, another Beyoncé.
      Benutzer Bild

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