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MONTE-CARLO, MONACO - OCTOBER 13:  Antonin Panenka receives the Golden Foot Award trophy during the Golden Foot Award 2014 ceremony at Sporting Club on October 13, 2014 in Monte-Carlo, Monaco.  (Photo by Valerio Pennicino/Getty Images for Golden Foot)

Panenka wird 2014 in Monaco mit dem «Golden Foot Award» geehrt. Bild: Getty Images Europe

Unvergessen

Panenka wird zur Legende – und Hoeness hämmert den Ball in den Belgrader Nachthimmel

20. Juni 1976: Der EM-Final wird erstmals im Penaltyschiessen entschieden. Die Tschechoslowakei schlägt Deutschland, Uli Hoeness wird zum Depp und Antonin Panenka zum gefeierten Helden. Noch heute eifern Schützen dem frechen Schnauzträger nach.



«Wenn es morgen einen Elfmeter gibt und du lupfst den Ball wie immer und verschiesst, bist du mein Freund gewesen.» Die Worte des tschechoslowakischen Natigoalies Ivo Viktor wirken einschüchternd. Aber nicht auf seinen Zimmerkollegen. Denn als es tags darauf im EM-Final 1976 zum Penaltyschiessen kommt, läuft Antonin Panenka zum letzten Versuch an und er lupft den Ball wie immer ins Tor.

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Das Original: Panenka im EM-Final 1976. Video: YouTube/bracovcehorovce

Panenka ist frech und eiskalt – aber keineswegs ein Desperado. Denn seinen Schuss hat er über die Zeit perfektioniert, immer wieder geübt. «Ein Torhüter, der bereits auf dem Weg in eine Ecke ist, kann nicht mehr zurück. Das war die Basis meiner Philosophie», erklärt der heutige Fussball-Rentner. Zunächst habe er die Variante im Training ausprobiert, dann in Testspielen, schliesslich in der ersten Liga und als Höhepunkt im EM-Final.

Das Überraschungsmoment

Die Frage ist berechtigt: Wäre Panenka damit durchgekommen, wenn es 1976 schon Youtube gegeben hätte? Der deutsche Goalie Sepp Maier hätte in diesem Fall bestimmt gewusst, was sein Gegenüber drauf hat. So wurden die Torhüterlegende und die ganze Welt Zeuge des tschechoslowakischen Tricks.

«Ich hatte nie die Absicht, ihn lächerlich zu machen», beteuert Antonin Panenka, der heute Präsident seines Stammklubs Bohemians Prag ist. Er habe diesen Elfmeter gewählt, weil er davon überzeugt war, dass es der einfachste Weg sei, ein Tor zu erzielen. Aber es sei bestimmt ein Vorteil gewesen, dass Maier ihn noch nie vorher schiessen gesehen habe.

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Wer einen Panenka versucht, muss auch immer damit rechnen, zu scheitern. Video: YouTube/Football View

Hoeness' Schuss in den Nachthimmel

Maier sagt, mittlerweile wecke dieser Moment nichts mehr in ihm. «Das ist schon so lange her», meint «die Katze von Anzing». Ohnehin habe er nur bewundert, wie cool Panenka in dieser Situation gewesen sei. «Ich glaube, er hat ganz schön mit seiner sportlichen Karriere gespielt. Denn wäre ich stehen geblieben und hätte den Ball gefangen, dann hätten alle in der Tschechoslowakei gesagt, dass Panenka doch blöd sei, einen so wichtigen Elfmeter so lasch zu schiessen.» Aber er habe ihm ja den Gefallen getan und den Schuss reingelassen, ergänzt der als Scherzkeks bekannte Maier, «also hat sich das Problem nicht aufgetan».

Das Telegramm

Tschechoslowakei – Bundesrepublik Deutschland 3:2 n.P.
Belgrad, Roter-Stern-Stadion, 30'800 Zuschauer. SR: Gonella (Ita).

Tore: 8. Svehlik 1:0. 25. Dobias 2:0. 28. Müller 2:1. 90. Hölzenbein 2:2.

Tschechoslowakei: Viktor; Ondrus; Pivarnik, Capkovic, Gogh; Dobias (93. Vesely), Moder, Panenka; Masny, Svehlik (80. Jurkemik), Nehoda.

Deutschland: Maier; Beckenbauer; Vogts, Schwarzenbeck, Dietz; Wimmer (46. Flohe), Bonhof, Beer (80. Bongartz); U. Hoeness, D. Müller, Hölzenbein.

Der Panenka-Penalty ist aber nur der eine berühmte Elfmeter in diesem Spiel. Denn einen Schuss vor dem entscheidenden Schützen vergibt Uli Hoeness. Der Bayern-Stürmer jagt den Ball in den Belgrader Nachthimmel. «Ulis Ball suchen sie wohl heute noch», gilt als einer von Franz Beckenbauers Lieblingswitzen.

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Hoeness donnert den Ball über das Tor. Video: streamable

Als Bayern München 2007 bei Roter Stern Belgrad spielt, sorgt auch Hoeness für Lacher, als er sagt: «Den Ball hat man kürzlich bei den Aufräumarbeiten nach dem Balkankrieg wiedergefunden!»

Unvergessen

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