DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Switzerland's Marc Hirschi rides during the ninth stage of the Tour de France cycling race over 153 kilometers (95 miles), with start in Pau and finish in Laruns, Sunday, Sept. 6, 2020. (AP Photo/Christophe Ena)

Marc Hirschi während der 9. Etappe der Tour de France. In den Abfahrten machte der Berner Zeit gut. Bild: keystone

Hirschi zeigt bärenstarke Soloflucht und sprintet auf Rang 3: «Glaubte an den Sieg»

Die 9. Etappe der Tour de France hat es in sich. Marc Hirschi fährt lange solo vorne weg und wird erst kurz vor dem Ziel gestellt. Tadej Pogacar gewinnt, Primoz Roglic ist neuer Gesamtführender.



Marc Hirschi setzte in der zweiten Pyrenäen-Etappe der diesjährigen Tour ein dickes Ausrufezeichen. Der 22-jährige Berner verpasste den ersten Schweizer Tagessieg an der Tour seit acht Jahren nach langer Solofahrt durch die Pyrenäen knapp. Er wurde erst 1,7 Kilometer vor dem Ziel gestellt.

Im Ziel ist Hirschi ausgepumpt.

Auf den 153 km von Pau nach Laruns suchte Hirschi sein Glück früh im Alleingang. Am Ende fehlte wahrlich wenig und der Tour-Debütant vom Team Sunweb hätte die achtjährige Schweizer Durststrecke mit seinem Husarenritt beendet. Hirschi riss vor Rennmitte am zweiten von fünf Bergen aus und präsentierte sich auch in den Abfahrten in exzellenter Verfassung. Sein Vorsprung auf das Feld mit den Favoriten betrug maximal viereinhalb Minuten und schmolz auch im happigen letzten Anstieg hinauf zum Col de Marie Blanque nicht so schnell wie so oft bei Ausreissern in den Bergen.

Der Sprint im Video. Video: SRF

Der Sieg ging schliesslich an den Slowenen Tadej Pogacar. Hirschi, der U23-Welt- und Europameister von 2018, der heuer erstmals an der Tour teilnimmt und schon bei seinem 2. Platz in der 2. Etappe am Sieg geschnuppert hat, belegte im Fünfersprint Platz 3.

«Ich bin enttäuscht, weil es schon das zweite Mal ist, dass ich den Etappensieg knapp verpasse. Ich habe die letzten drei Kilometer daran geglaubt, dass ich gewinnen kann. Im Sprint habe ich eigentlich nicht viele Fehler gemacht.»

Marc Hirschi

Den letzten Gipfel 18 km vor dem Ziel überquerte Hirschi noch solo. In der Abfahrt holte er dann noch einmal ein paar Sekunden heraus, doch auf den letzten flachen Kilometern musste er die vier Verfolger Pogacar, Roglic, Bernal und Mikel Landa aufschliessen lassen. Im Sprint versuchte es der Schweizer noch einmal, doch Pogacar und Roglic hatten die Nase knapp vorne. Die 20-Sekunden-Strafe, mit der Hirschi im Nachgang wegen unerlaubter Verpflegungsaufnahme in der Sperrzone belegt wurde, war eine Randnotiz.

Das sagt Marc Hirschi nach dem Rennen. Video: SRF

Im Gesamtklassement kam es zu einem Leaderwechsel. Der bisherige Führende Adam Yates musste die Favoriten am letzten der fünf Anstiege des Tages ziehen lassen und das Maillot jaune nach vier Tagen abgeben. Neuer Leader ist Topfavorit Primoz Roglic. Der Slowene hielt den Angriffen von Landsmann Pogacar souverän stand und trug auf den flachen letzten Kilometern dazu bei, dass Hirschi noch gestellt wurde.

Der 30-jährige Vuelta-Sieger von 2019 führt neu 21 Sekunden vor Egan Bernal und 28 Sekunden vor Guillaume Martin. Der in den Pyrenäen am bestechendsten aufgetretene Pogacar liegt mit 44 Sekunden Rückstand auf Platz 7. Hätte der 21-Jährige am Freitag nicht aufgrund eines Sturzes eines anderen Fahrers 1:20 verloren, wäre er jetzt in Gelb.

Bevor die Tour am Dienstag mit der 10. Etappe an der Atlantikküste fortgesetzt wird, stehen am Ruhetag die mit Spannung erwarteten umfangreichen Coronatests bei allen Fahrern samt Entourage an. Schon zwei positive Fälle in einem Team führen zum Ausschluss des ganzen Rennstalls. Hat die Tour-Blase ihr Ziel verfehlt, droht ein Chaos. (abu/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Als die Tour de France 1948 die Schweiz besuchte

1 / 11
Als die Tour de France 1948 die Schweiz besuchte
quelle: photopress-archiv / str
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

«E-Bikes sind der Untergang der Zivilisation»

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Marc Hirschi plant seine Karriere so, wie er Rennen fährt: offensiv

Radprofi Marc Hirschi hat überraschend den laufenden Vertrag mit seinem bisherigen Team aufgelöst und noch nicht verraten, wo er seine Laufbahn fortsetzt. Der Shootingstar macht es wie auf dem Sattel: Er riskiert etwas.

Schweizer haben nicht den Ruf, überaus abenteuerlustig zu sein. Lieber das absichern, was man schon hat. Marc Hirschi ist kein typischer Schweizer. Dem Klischee des gemächlichen Berners entspricht er ohnehin nur, wenn er spricht. Wenn er seiner Arbeit nachgeht, ist fertig mit Ruhe: Der 22-jährige Radprofi sucht sein Heil in der Flucht. Er fährt angriffig, er verblüfft lieber, als dass er verwaltet.

Diese Einstellung, gepaart mit einem überdurchschnittlichen Renninstinkt, hat Hirschi im Jahr 2020 …

Artikel lesen
Link zum Artikel