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epa03836352 (FILE) A file picture dated 24 July 2005 shows US cyclist Lance Armstrong of the Discovery Channel Team signalling a seven as he is on his way to win his seventh Tour de France in Corbeil-Essonnes, France. According to media reports on 25 August 2013, Armstrong has reached a settlement with the British newspaper The Sunday Times, which had sued him for about 1.1 million euros.  Armstrong, 41 was paid around 350,000 euros to settle a slander case after The Sunday Times claimed he had allegedly cheated back in 2004.  EPA/OLIVIER HOSLET

Lance Armstrong gewann sieben Mal die Tour de France – alle Titel wurden ihm aberkannt. Bild: EPA

Doping-Sünder Lance Armstrong zeigt keine Reue: «Ich würde nichts anders machen»



Lance Armstrong hat sich erneut zum Thema Doping geäussert und zeigt auch sieben Jahre nach seiner lebenslangen Sperre keine Reue. Der gefallene Radstar bezeichnete seine illegalen Vergehen in einem Interview mit NBC Sports zwar als Fehler, würde aber wieder so handeln wie damals. «Wir haben das getan, was wir tun mussten, um zu gewinnen. Es war illegal, aber ich würde nichts ändern – egal ob ich dadurch einen Haufen Geld verlieren würde oder vom Helden zum Verlierer werde», sagte der 47-jährige Amerikaner.

Im halbstündigen Gespräch, das erst am kommenden Mittwoch komplett ausgestrahlt wird und von dem nur einige Auszüge veröffentlicht wurden, erklärte der Texaner, er hätte nie diese Lehren fürs Leben erfahren, wenn er anders agiert hätte. «Es war ein Fehler, der zu vielen weiteren Fehlern führte. Es führte zum kolossalsten Absturz in der Sportgeschichte. Aber ich habe eine Menge gelernt», sagte Armstrong.

«Ich hatte ein Messer, aber plötzlich waren da Typen mit Gewehren.»

Lance Armstrong

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Ein Ausschnitt aus dem Interview. Video: streamable

Armstrong war 2012 von der US-Antidopingagentur und dem Radsport-Weltverband UCI wegen seines systematischem Dopingprogramms lebenslang gesperrt worden, was zur Folge hatte, dass dem heute 47-Jährige alle sieben Tour-de-France-Siege (von 1999 bis 2005) aberkannt wurden. Zudem verlor Armstrong infolge seines Geständnisses beispielsweise fünf Millionen Dollar in einem Gerichtsverfahren, das ihn ohne einen ausgehandelten Vergleich bis zu 100 Millionen Dollar hätte kosten können.

Mit Messern gegen Gewehre chancenlos

Armstrong erklärt, dass er heute im Einklang mit den Entscheidungen und Fehlern sei, die er früher gemacht habe. Aber er habe auch keine andere Wahl gehabt, als zu dopen. «Ich wusste, dass im europäischen Radsport mit Messern, nicht nur mit Fäusten gekämpft wurde. Ich hatte ein Messer, aber plötzlich waren da Typen mit Gewehren. Da sagte ich mir: ‹Entweder du fliegst zurück nach Texas oder du gehst in den Waffenladen. Ich ging in den Waffenladen, denn ich wollte nicht nach Hause.»

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Dokumentation: Lance Armstrong – Seine Wahrheit. Video: YouTube/Outdoor

Armstrong wolle keine Entschuldigungen für etwas suchen, das alle getan haben und das notwendig war, um zu gewinnen. «Ich bin derjenige, der die Entscheidung getroffen hat, das zu tun, was ich getan habe. Ich wollte nicht nach Hause, Mann. Ich wollte bleiben.»

Ausflüchte suchte Armstrong aber dennoch und strich wieder einmal den Nutzen seines erzwungenen Geständnisses heraus: «Wenn ich nur gedopt und nichts gesagt hätte, wäre nichts passiert. Ich habe ja förmlich darum gebettelt, dass sie mich verfolgen. Ich war ein leichtes Ziel.» Immerhin entschuldigte er sich quasi noch bei seinen ehemaligen Teamkollegen Flyod Landis und Tyler Hamilton, die mit ihren Geständnissen erst den Verdacht auf Armstrong lenkten. «Ich hätte sie nie attackieren dürfen, weil das meiste, was sie sagten, stimmte». (pre)

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