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Seattle Seahawks wide receiver DK Metcalf tackles Arizona Cardinals strong safety Budda Baker (32) short of the goal line after Baker intercepted a pass during the first half of an NFL football game, Sunday, Oct. 25, 2020, in Glendale, Ariz. (AP Photo/Rick Scuteri)

Seahwaks-Receiver D.K. Metcalf setzt nach einem 115-Yard-Sprint zum Tackle an. Bild: keystone

Metcalfs Sprint für die Ewigkeit – und 7 weitere Highlights des NFL-Weekends

Ein Wide Receiver auf Abwegen, ein Kicker-Drama im «Duell der Unbesiegten» und ein «GOAT» in absoluter Topform – der siebte NFL-Spieltag hat nicht nur das, sondern noch viel mehr Drama zu bieten. Hier die Highlights der Sonntagsspiele.



Die Resultate

Bevor wir zu den Highlights kommen, wie üblich zunächst die Resultate von Week 7:

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» Hier geht's zu den Standings nach Week 7.

Die Highlights

Metcalfs Sprint für die Ewigkeit

Die Seattle Seahawks haben in einem total verrückten Overtime-Krimi bei den Arizona Cardinals überraschend ihre erste Saisonniederlage kassiert. 20 Sekunden vor Ablauf der Overtime verwandelte Cardinals-Kicker Zane Gonzalez das siegbringende Field Goal aus 48 Yards zum 37:34.

Dabei hatten die Seahawks in der ersten Hälfte bereits zweimal mit 13 Punkten Vorsprung (20:7 und 27:14) und gut vier Minuten vor Schluss mit 10 Zählern (34:24) geführt. Sie sammelten zudem mehr Passing sowie Rushing Yards und waren fast zehn Minuten länger am Ball. Doch der sonst so zuverlässige Quarterback Russell Wilson leistete sich bei 388 Passing Yards und drei Touchdown-Pässen gleich drei Interceptions. Die letzte führte zum Ballverlust in der Overtime, die erste zur Szene des Tages – einem Monstersprint übers ganze Feld.

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Die entscheidende Wilson-Interception in der Overtime. Video: streamable

Im zweiten Viertel wollte Wilson seinen Receiver Chris Carson mit einem Chip-Pass in die Endzone schicken, doch Budda Baker fing den Ball kurz vor der Goalline ab und sprintete zum scheinbar sicheren «Pick-Six» los. Doch der Cardinals-Safety hatte seine Rechnung ohne D.K. Metcalf gemacht. Der Wide Receiver der Seahawks nahm die Verfolgung von Baker auf und verhinderte den Touchdown dank eines Supersprints über 114,8 Yards tatsächlich noch. Gemäss «Next Gen Stats» erreichte Metcalf einen Top-Speed von 22,64 Meilen pro Stunde, was 36,43 km/h entspricht.

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Metcalf verhindert den Pick-Six von Baker. Video: streamable

Zum Vergleich: BVB-Stürmer Erling Haaland kam bei seinem viel beachteten 60-Meter-Sprint im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Paris St-Germain im vergangenen Februar auf einen Top-Speed von 32,53 km/h.

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Haalands Spring gegen PSG. Video: streamable

Kicker-Drama in Tennessee

In Nashville kam es zum sechsten Mal in der NFL-Historie zu einem Duell zwischen zwei ungeschlagenen Teams mit mindestens fünf Siegen auf dem Konto. Und die Partie zwischen den Tennessee Titans und den Pittsburgh Steelers wurde zum Last-Minute-Drama: 18 Sekunden vor Schluss lagen die Titans knapp mit 24:27 in Rückstand – mit einem Field Goal hätten sie sich aber noch in die Verlängerung retten können. Doch Kicker Stephen Gostkowski flatterten die Nerven und er verballerte aus 45 Yards haarscharf.

Damit bleiben Quarterback Ben Roethlisberger und seine Steelers das einzige ungeschlagene Team der aktuellen NFL-Saison. Und glaubt man der Statistik, können die Steelers bereits jetzt für den Super Bowl planen. Bisher schaffte es jeder Gewinner aus den bisherigen sechs «Duellen der Unbesiegten» auch ins grosse Endspiel am Ende der Saison.

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Das verpasste Field Goal von Gostkowski. Video: streamable

Nächster QB-Schock bei den Cowboys

Den Dallas Cowboys gehen langsam die Quarterbacks aus! Nach der Horrorverletzung von Dak Prescott, der sich vor zwei Wochen schwer am Sprunggelenk verletzte, fällt nun auch sein Ersatz Andy Dalton lange aus. Der 32-jährige Routinier kassierte beim 3:25-Debakel gegen das Washington Football Team bei einem Slide einen bösen Hit gegen den Kopf. Dieser war so stark, dass es Dalton gar den Helm vom Kopf riss.

Der Spielmacher konnte das Feld nur mit Hilfe von mehreren Mitarbeitern aus dem Cowboys-Staff verlassen. Übeltäter Jon Bostic wurde wegen eines «Helmet-to-Helmet Hits» ausgeschlossen. Für Dalton kam Ben DiNucci aufs Feld und der 23-jährige Siebtrunden-Pick machte seine Sache ganz ordentlich. Sein erster Pass ging gleich über beachtliche 32 Yards. Punkten konnte er danach aber nicht mehr.

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Dalton kriegt üblen Hit gegen den Kopf. Video: streamable

Mayfield-Gala nach OBJ-Out

Als würde die Saison für Odell Beckham Jr. nicht schon durchwachsen genug verlaufen, kommt jetzt auch noch Verletzungspech hinzu. Der Star-Receiver der Cleveland Browns versuchte sich gegen die Cincinnati Bengals nach einer Interception seines Quarterbacks Baker Mayfield als Tackle und verletzte sich dabei am Bein. «OBJ» konnte danach nicht weiterspielen. Wie schwer er sich verletzt hat, steht aber noch nicht fest.

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«OBJ» geht etwas gar ungestüm zur Sache. Video: streamable

Browns-Quarterback Mayfield – 2018 Nummer-1-Pick im Draft und erhoffter Heilsbringer für Cleveland – setzte seinen Horrorstart in der Folge fort. Der 25-Jährige brachte keinen seiner ersten fünf Pässe an den Mann und hatte Glück, dass seine Defense zunächst Schlimmeres verhinderte.

Ab dem zweiten Viertel explodierte Mayfield dann aber: 297 Yards, fünf Touchdowns, 22 von 23 erfolgreich angebrachte Pässe standen plötzlich auf seinem Konto – die einzige Incompletion war ein «Spike», um die Uhr anzuhalten. Am Ende siegten die Browns mit 37:34 und der zuletzt oft gescholtene Mayfield war trotz Stotterstart der grosse Held.

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Der siegbringende fünfte Touchdown-Pass von Mayfield gegen die Bengals. Video: streamable

Die bittere Erkenntnis von Belichick

Die New England Patriots haben beim 6:33 zuhause gegen die San Francisco 49ers ein regelrechtes Debakel erlebt. Es war die höchste Heimniederlage der «Pats» in den bislang 20 Jahren unter Headcoach Bill Belichick und die Erkenntnis, dass der einstige NFL-Dominator ohne Tom Brady eben doch nur zum Mittelmass gehört. Brady-Nachfolger Cam Newton stand von Beginn an komplett neben den Schuhen und warf drei Interceptions bei einem mageren Raumgewinn von nur 98 Yards. Im vierten Viertel wurde hatte Belichick genug gesehen und ersetzte Newton durch seinen Back-up Jarrett Stidham.

Matchwinner für die 49ers war Jeff Wilson Junior. Der Running Back lief zu drei der vier Touchdowns und sorgte für einen Raumgewinn von 112 Yards. Quarterback Jimmy Garoppolo brachte es gegen seine ehemalige Franchise zwar immerhin auf 277 Passing Yards, blieb aber auch ohne Touchdown-Pass und sammelte zwei Interceptions.

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Video: YouTube/NFL

Patriots-Headcoach Bill Belichick blieb am Ende nur die bittere Erkenntnis: «Wir wurden klar ausgecoacht, ausgespielt, aus-alles ... wir waren nirgends auf einem guten Level.»

Bradys Bombe und Rekord

Dem ehemaligen Patriots-Quarterback Tom Brady läuft es bei seinem neuen Team dagegen weiterhin blendend. Der «GOAT» führte seine Tampa Bay Buccaneers zu einem nie gefährdeten 45:20-Sieg gegen die Las Vegas Raiders und war mit 369 Passings Yards und vier Touchdown-Pässen einmal mehr der alles überragende Mann auf dem Feld. Den schönsten Touchdown-Pass des Spiels warf Brady auf Scotty Miller. Die 33-Yard-Bombe war definitiv eine Augenweide.

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Brady wirft tief auf Miller in die Endzone. Video: streamable

Tight End Rob Gronkowski fing wie schon in der vergangenen Woche einen Touchdown-Pass und liegt nun zusammen mit Brady dank 92 gemeinsamen Touchdowns gleichauf mit dem Duo Steve Young und Jerry Rice auf Rang 2 der ewigen Bestenliste. Nur Peyton Manning und Marvin Harrison haben als Teamkollegen jemals mehr Touchdown-Pässe produziert (114).

Mit seinem 559. Touchdown-Pass übertrumpfte Brady zudem seinen Rivalen Drew Brees in dieser Statistik. Der Quarterback der New Orleans Saints kam am frühen Abend beim 27:24-Sieg gegen die Carolina Panthers mit zwei Pässen in die Endzone bei insgesamt 558 Touchdown-Pässen an.

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Die Brady-Highlights gegen die Raiders. Video: YouTube/NFL

Brees stellte dafür einen anderen Rekord auf: Gegen die Panthers brachte er 29 Pässe an den Mann, womit er als erster NFL-Spielmacher die magische Grenze von 7000 erfolgreichen Pässen durchbrach. Mit 7021 Completions führt der Super-Bowl-Champion von 2010 das Ranking deutlich vor Brady (6520) an.

Die Touchdown-Panne der Falcons

Atlanta hat es mal wieder geschafft ... Gegen die Detroit Lions sahen die Falcons schon wie der sichere Sieger aus, doch dann kam es mal wieder anders. Schon gegen die Dallas Cowboys und die Chicago Bears vergaben die Falcons zuletzt sicher geglaubte Siege. Ganz zu schweigen vom Super Bowl 51 gegen Tom Brady und die New England Patriots 2017. Aber das ist eine andere Geschichte ...

Zurück zum Spiel gegen die Lions: 1:10 Minuten vor Ende lagen die Falcons zwar 14:16 zurück, befanden sich aber kurz vor der gegnerischen Endzone. Nach einem perfekten Spielzug über Running Back Todd Gurley könnte dieser kurz vor der Goalline das First Down holen, um Zeit von der Uhr zu nehmen – ein Field Goal könnte unter Umständen ja zum Sieg reichen! Doch Gurley merkte dies zu spät und lief aus Versehen zum Touchdown.

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Gurley läuft zum Touchdown, obwohl er gar nicht will. Video: streamable

Die Falcons gingen dank einer Two-Point-Conversion zwar mit 22:16 in Führung, doch die Lions kamen 64 Sekunden vor Schluss noch einmal in Ballbesitz und drehten die Partie dank eines Touchdowns und des Extrapunkts doch noch zu ihren Gunsten.

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Der entscheidende Lions-Touchdown und der Extrapunkt. Video: streamable

Auch Rodgers in MVP-Form

Die Green Bay Packers haben nach ihrer Niederlage gegen die Tampa Bay Buccaneers zurück auf die Erfolgsspur gefunden und feierten gegen die Houston Texans ihren fünften Saisonsieg. Quarterback Aaron Rodgers warf für 283 Yards und vier Touchdowns. Seine favorisierte Anspielstation war Davante Adams mit 196 Yards und zwei Touchdowns.

Texans-Quarterback Deshaun Watson zeigte mit 322 Passing-Yards und zwei Touchdown-Pässen ein starkes Spiel, doch seine Teamkollegen konnten zu keiner Zeit mit seiner Leistung mithalten und liessen ihn immer wieder im Stich.

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Die vier Touchdown-Pässe von Aaron Rodgers. Video: YouTube/NFL

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