DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Stolz praesentiert der Schweizer Andreas

Am Ziel seiner Träume: Sonny Schönbächler ist Olympiasieger. Bild: KEYSTONE

Unvergessen

Mit Full-Doublefull-Full springt Sonny Schönbächler zum Olympiasieg

24. Februar 1994: Sonny Schönbächler schafft an den Olympischen Spielen in Lillehammer Historisches. In der Skiakrobatik kürt er sich zum ersten Olympiasieger der Geschichte.



Es überrascht, wenn ein Olympiasieger sagt: «Mir ging es nie um Medaillen und Titel.» Grösser noch ist die Überraschung, wenn es sich beim Olympiasieger um Sonny Schönbächler handelt. Um ihn, der ausdrücklich für die Winterspiele 1994 nochmals zurückgekehrt war – den Rücktritt vom Rücktritt gegeben hatte.

Sport sei immer auch ein Mittel zum Zweck gewesen: «Mein Weg in die Freiheit», sagt Schönbächler im Rückblick auf seine Karriere – von der der Öffentlichkeit vor allem das Ende geblieben ist: sein Sieg in Lillehammer.

«Wir sind nicht alles Wilde und Wahnsinnige, wie man uns gelegentlich darstellt.»

Schönbächler nach seinem Olympiasieg

Trotz widriger Vorzeichen hatte sich der damals 28-Jährige zum ersten Skiakrobatik-Olympiasieger katapultiert. Und seine Sportart damit auf den Radar der Sportfans. Seine Sprünge zum Sieg, zuerst der einfachere «full-full-full» (ein Dreifachsalto mit drei Schrauben), dann das Meisterstück mit einem Dreifachsalto und vier Schrauben (full-doublefull-full), sind ihm noch heute präsent. «Auch weil ich häufig daran erinnert werde», sagt er.

Rückblick auf den grossen Moment. Video: SRF

«Zwei geile Sprünge. So gut war ich noch nie.»

Schönbächler nach dem Wettkampf

«Im schlimmsten Fall hätte ich tot sein können»

Ohnehin erinnert sich Andreas «Sonny» Schönbächler an viele seiner Erlebnisse präzis; ob gute oder schlechte. Und wenn er davon berichtet, ist es, als durchlebe er sie erneut. So erzählt er von seinem schlimmen Sturz beim Weltcup-Springen im kanadischen Le Relais drei Wochen vor Lillehammer. Der Sturz hätte ihn die Olympia-Teilnahme kosten können.

Andreas

Schönbächler bei den Schanzen, die sein Leben bedeuten. Bild: KEYSTONE

Bei Temperaturen von minus 40 Grad hatte Schönbächler auf eisiger Unterlage die Kontrolle über die Ski verloren, war unkontrolliert durch die Luft gespickt und nach dreidreiviertel Salti und viereinhalb Schrauben mit dem Rücken in den Schnee geknallt. «Es war das erste und einzige Mal, dass ich bei einem Sprung die Orientierung verloren habe. Im schlimmsten Fall hätte ich querschnittgelähmt oder tot sein können», sagt er.

Nach wie vor mit der Szene verbunden

In positiver Erinnerung blieb Schönbächler dagegen der Empfang in Affoltern am Albis nach seiner Rückkehr aus Lillehammer. «Das ganze Dorf war auf den Beinen und empfing mich mit Fackeln und Musik. Ein besonders herzlicher Empfang.» Es sind solche Erlebnisse, denen der sechsfache Vater grössere Bedeutung beimisst als Titeln und Trophäen. Die Pokale aus seiner Aktivzeit hat er entsorgt. «Nur die Goldmedaille habe ich noch irgendwo in einer Kiste.»

Andreas

In der Kiste gefunden: Schönbächler 24 Jahre später mit seiner Goldmedaille. Bild: KEYSTONE

Der Skiakrobatik-Szene ist Schönbächler heute noch verbunden. Besonders durch das «Jumpin», eine Trainingsanlage für Skiakrobaten in Mettmenstetten, die er nach seinem Triumph ins Leben gerufen hat. «Ohne Goldmedaille wäre dieses Projekt nicht zustande gekommen», ist Schönbächler überzeugt.

Gemeinsam mit seinem Coach Michel Roth hatte er die Idee zum Bau der Wasserschanze entwickelt – inmitten der rauschenden Partynacht von Lillehammer. Und obwohl er die Führung des «Jumpin» unterdessen abgegeben hat, schaut er dort noch regelmässig vorbei: «Zumindest um einen guten Tag zu wünschen.» (ram/sda)

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
Um nichts zu verpassen, like uns auch auf Facebook!

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Apropos Schönbächler: Der beliebteste Schweizer Auswanderer ist schon fast Kanadier

Airboarden auf der Skisprungschanze

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

Curler stürzt beim Jubeln und verschiebt Stein – WM-Titel futsch

25. März 1972: Es geht nur um Curling. Aber der WM-Final schreibt eine skurrile Geschichte. Der amerikanische Skip Bob LaBonte verflucht das kanadische Curling. Und er hat Erfolg.

Heute ist Curling ein Sport in olympischer Dimension. 64 Landesverbände von Afghanistan bis Wales bilden den Weltverband. Die Verbände buhlen um die Plätze an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Die besten Teams trainieren und spielen professionell oder halbprofessionel. Die Curler sind athletisch geworden.

1972 war dies noch anders. Es war mehr Spiel als Sport. Eine WM-Qualifikation gab es nicht. Da seinerzeit in nur acht Ländern einigermassen seriöses Hallencurling gespielt wurde, …

Artikel lesen
Link zum Artikel