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Novak Djokovic of Serbia celebrates his win over Diego Schwartzman of Argentina during their match at the 2014 U.S. Open tennis tournament in New York August 25, 2014.
REUTERS/Shannon Stapleton (UNITED STATES  - Tags: SPORT TENNIS)

Novak Djokovic gibt vor dem Tennis-Restart Einblick in seine Gefühlswelt. Bild: X90052

Novak Djokovic: «Könnte ich die Adria Tour nochmals durchführen, würde ich das tun»



Am Wochenende kommt es in den USA zur Wiederaufnahme der ATP-Tour. In New York findet zuerst das Western & Southern Open statt, welches normalerweise in Cincinnati ausgetragen wird, danach beginnt das US Open.

Mit dabei ist auch Novak Djokovic. Die Weltnummer 1 hat sich im Gegensatz zu Rafael Nadal oder Stan Wawrinka entschieden, die Reise nach Amerika trotz Coronavirus anzutreten. Vor seinem ersten Auftritt in New York äusserte sich der Serbe gegenüber der «New York Times» zum bevorstehenden Restart sowie zur Adria Tour und zum Thema Impfungen, wofür er in den letzten Monaten kritisiert worden war.

FILE - In this Sept. 9, 2018, file photo, Novak Djokovic, of Serbia, reacts after breaking the serve of Juan Martin del Potro, of Argentina, during the men's final of the U.S. Open tennis tournament, in New York. Djokovic announced Thursday, Aug. 13, 2020, he will enter the Grand Slam tournament and the hard-court tuneup preceding it in New York.(AP Photo/Adam Hunger, File)

In New York startet Djokovic als klarer Favorit. Bild: keystone

Novak Djokovic über ...

... den Entscheid, nach New York zu reisen:

«Ich war sehr nahe daran, nicht zu kommen. Es gab vieles, was unsicher war. Eigentlich immer noch, es gibt vieles, was nicht so klar ist. Aber ich will spielen. Darum bin ich hier. Persönlich habe ich keine Angst, in eine gesundheitsgefährdende Situation zu geraten. Sonst wäre ich sehr wahrscheinlich nicht hier.

Ich bin natürlich vorsichtig, muss mich verantwortungsbewusst verhalten und natürlich die Regeln und Einschränkungen einhalten wie alle anderen. Aber die Situation ist unberechenbar. Alles kann passieren. Sowohl auf dem Tennisplatz als auch daneben.»

... die Frage, ob er nach New York gereist ist, damit wenigstens einer der Top 3 anwesend ist:

«Ich kann nicht sagen, dass das der Hauptgrund dafür ist, dass ich hier bin. Aber einer der Gründe. In erster Linie muss ich an mich denken, an meine Gesundheit, meine Fitness und ob es für mein Team in Ordnung ist, hier zu sein. Als das alles in Ordnung war, habe ich mich natürlich als Topspieler verantwortlich gefühlt, hier zu sein. Es ist wichtig für unseren Sport, dass es weiter geht.»

Switzerland's Roger Federer, right, greets Spain's Rafael Nadal after beating him in a Men's singles semifinal match on day eleven of the Wimbledon Tennis Championships in London, Friday, July 12, 2019. (Adrian Dennis/Pool Photo via AP)

Rafael Nadal und Roger Federer fehlen in New York – Nadal aus Sicherheitsbedenken, Federer verletzt. Bild: AP POOL AFP

... seine Wohnung, die er für seine Wochen in New York gemietet hat:

«Es ist ein Segen, in einer solchen Umgebung zu sein, mit Bäumen und Ruhe. Ich bin dankbar, weil ich habe das Hotel gesehen, in dem die meisten Spieler sind. Ich will nicht arrogant tönen, denn ich weiss, dass der US-Tennisverband alles getan hat, um diese Bubbles zu organisieren. Aber es ist hart für die Spieler, das Fenster nicht öffnen zu können und in einem kleinen Hotelzimmer zu sein.»

... die Durchführung der Adria Tour:

«Wir haben etwas mit einer guten Absicht versucht. Natürlich hätten wir einiges anders machen können, aber werde ich jetzt für immer beschuldigt, weil ich einen Fehler gemacht habe? Okay, wenn das so ist, akzeptiere ich das, es ist das einzige, was ich in diesem Fall machen kann. Die Absicht war gut und hätte ich die Möglichkeit, die Adria Tour nochmals durchzuführen, würde ich das tun.»

epa08485674 Alexander Zverev (C) of Germany, Grigor Dimitrov (L) of Bulgaria and Novak Djokovic (R) of Serbia chat after the final match at the Adria Tour tennis tournament in Belgrade, Serbia, 14 June 2020. The Adria Tour will be held until 05 July in a number of Balkan countries.  EPA/ANDREJ CUKIC

Nach der Adria Tour wurden auch einige Spieler positiv auf das Coronavirus getestet – unter anderem Djokovic (rechts) und Grigor Dimitrov (links). Bild: keystone

... die Party im Nachtklub von Belgrad:

«Ich bin einverstanden, das hätte man anders machen können. Die Sponsoren haben das organisiert. Sie haben alle Spieler eingeladen. Wir fühlten uns gut. Es war ein erfolgreicher Event. Alle waren wirklich glücklich und voller Freude. Wir haben alles getan, was von uns verlangt wurde, wir haben uns von Beginn weg an die Regeln gehalten.»

... Schuldgefühle:

«Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass ich etwas Schlechtes gemacht habe. Mir tut es für die Leute leid, die infiziert waren. Fühle ich mich für jeden schuldig, der von diesem Moment an in Serbien, Kroaten und dem Rest der Region infiziert worden ist? Natürlich nicht. Es ist wie eine Hexenjagd, ehrlich gesagt. Wie kann man eine Person für alles verantwortlich machen?»

epa08503556 (FILE) - Novak Djokovic of Serbia reacts during a match at the Adria Tour tennis tournament in Belgrade, Serbia, 13 June 2020 (reissued 23 June 2020).  According to media reports, Djokovic has tested positive for the SARS-CoV-2 coronavirus.  EPA/ANDREJ CUKIC

Wegen der Adria Tour musste Djokovic heftige Kritik einstecken. Bild: keystone

... die Folgen seines positiven Corona-Tests:

«Ich habe ein CT gemacht, alles ist gut. Ich habe, nachdem ich negativ getestet worden bin, verschiedene andere Tests gemacht, auch bevor ich nach New York gekommen bin. Ich habe das Blut untersuchen lassen, meinen Urin, alles, was möglich ist. Diese Vorsichtsmassnahmen gehören bei mir dazu, aber jetzt mehr denn je, wir wissen ja nicht, womit wir es hier genau zu tun haben.»

... seine Äusserungen zu Impfungen:

«Ich sehe, dass die internationalen Medien das etwas aus dem Kontext gerissen haben, sie haben gesagt, dass ich gegen jegliche Art von Impfungen sei. Mein Problem mit Impfungen ist in diesem Fall, dass jemand mich dazu zwingen will, etwas in meinen Körper zu geben. Etwas, das ich nicht will. Für mich ist das inakzeptabel.

Ich bin nicht grundsätzlich gegen Impfungen, warum soll ich über Impfungen sprechen, wenn es Leute gibt, die sich mit Medizin beschäftigen und Leben retten? Ich bin sicher, dass es Impfungen mit geringen Nebenwirkungen gibt, die vielen Leuten geholfen und dabei mitgewirkt haben, die Ausbreitung einiger Krankheiten zu stoppen.»

(dab)

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