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22.11.2014; Lille; Tennis Davis Cup - Frankreich - Schweiz; Schweizer Fans bei der Nationalhymne (Daniela Frutiger/freshfocus)

Schweizer Fans beim Triumph in Lille. Bild: Daniela Frutiger/feshfocus

Beim nächsten Heimspiel

Swiss Tennis will im Davis Cup den Zuschauer-Weltrekord knacken – aber nur, wenn Roger Federer mitmacht 

27'448 Zuschauer waren live dabei, als die Schweiz in Lille den Davis Cup gewann. Noch mehr Fans sollen beim nächsten Heimspiel für einen neuen Weltrekord sorgen – in Bern, Basel oder St.Gallen.



Tennis-General René Stammbach (59) hat 2015 grosse Pläne. Er will den Zuschauer-Weltrekord im Davis Cup. Wenn die Schweiz die erste Runde gegen Belgien übersteht, spielt sie anschliessend im Juli ein Heimspiel (gegen Kanada oder Japan). Die Gelegenheit, um den Zuschauer-Weltrekord von Lille (27'448) zu brechen.

Genau das plant René Stammbach, Präsident von Swiss Tennis. Er sagt: «Die Fussballstadien in Bern, Basel und St.Gallen und eventuell Genf kommen für eine Austragung in Frage.» Durch entsprechende Umbauten in den Fussballstadien sind mehr als 30'000 Plätze möglich.

epa04500836 Richard Gasquet (front C) of France serves to Roger Federer (back) of Switzerland during their single match of the Davis Cup World Final between France and Switzerland at the Pierre Mauroy Stadium in Lille, France, 23 November 2014.  EPA/YOAN VALAT

Federer gegen Gasquet im Stade Pierre Mauroy in Lille – vor mehr als 27'000 Zuschauern. Bild: YOAN VALAT/EPA/KEYSTONE

Das ganze Vorhaben hat allerdings einen Haken: Es gelingt nur, wenn Roger Federer mitspielt. Mehr als 30'000 Zuschauer sind nur dann möglich, wenn der grösste Tennisspieler aller Zeiten auftritt. Alleine mit Stan Wawrinka ist das kaum zu schaffen. Wenn eine Fussballstadion in eine Tennis-Arena umgebaut wird und Roger Federer absagt, dann ist die Gefahr einer Pleite erheblich.

Das ist sich René Stammbach durchaus bewusst. Er muss also von Roger Federer rechtzeitig eine definitive Zusage bekommen. Eine heikle Angelegenheit. Er sagt deshalb diplomatisch: «Erst einmal müssen wir die erste Runde gegen Belgien überstehen. Dann sehen wir weiter. Ich hoffe dann auf eine Antwort von Roger Federer.» Er sagt «Antwort» nicht «Zusage» oder «Absage». 

Von der Zusage des Sportlers des Jahres 2014 hängt also das ganze Weltrekord-Abenteuer ab. Aus den beiden Davis-Cup-Heimspielen in dieser Saison (gegen Kasachstan und Italien) hat Swiss Tennis Einnahmen in der Höhe von rund 2,4 Millionen Franken erzielt. Mit einem Weltrekord im Fussballstadion liessen sich mit einem einzigen Heimspiel diese Einnahmen verdoppeln (und damit auch der hälftige Anteil der Spieler).

Gemäss René Stammbach werde nach dem Australien Open klar sein, ob Roger Federer bereits in der ersten Runde gegen Belgien mitspiele. Mit Stan Wawrinka hat Swiss Tennis eine vertragliche Abmachung für den Davis Cup. Captain wird auch 2015 Severin Lüthi sein. Ihm kommt eine diplomatische Schlüsselrolle zu wenn es im Falle eines Falles darum geht, Roger Federer in der zweiten Runde für den Weltekord-Versuch zu gewinnen.

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