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epa07190183 Carlo Janka of Switzerland in action at the Men's World Cup Super-G Ski Race in Lake Louise, Alberta, Canada, 25 November 2018.  EPA/NICK DIDLICK

Janka im Super-G von Lake Louise am Sonntag: Rang 15. Bild: EPA

Warum die Ex-Champions Carlo Janka und Patrick Küng nicht resigniert haben

Carlo Janka und Patrick Küng wollen im Kreis der besten Speed-Fahrer der Welt wieder Fuss fassen. Der Glaube an die Rückkehr lässt sie den steinigen Weg der kleinen Schritte ertragen.

David Bernold, beaver creek



Sie waren einmal ganz oben. Weltmeister waren sie, Lauberhorn-Sieger. Der eine gewann ausserdem olympisches Gold und den Gesamtweltcup. Es waren glorreiche Zeiten. Es waren nicht Tage wie diese, die bei Carlo Janka und Patrick Küng im Zeichen des Versuchs stehen, den Anschluss an die Besten wiederherzustellen.

Die Karriere von Carlo Janka

Die Tage, die geprägt waren von quälenden Zweifeln und unbeantworteten Fragen, sind Vergangenheit. Janka und Küng sehen Licht am Ende des Tunnels. Der Bündner verweist auf die wiedergewonnene Möglichkeit, das rechte Knie in Training und Wettkampf schmerzfrei und ohne Einschränkung belasten zu können. Die Hoffnung des Glarners auf Besserung beruht auf dem Wechsel des Ausrüsters, der nicht mehr Salomon, sondern Fischer heisst.

Trotz erfreulicher Tendenzen sind die beschwerlichen Tage noch nicht ausgestanden. Der lange Weg zurück erfordert weiter Geduld. Der Nachhall eines nicht operativ behandelten Kreuzbandrisses lässt sich ebenso wenig mit einem Schlag aus der Welt räumen wie das unbefriedigende Zusammenspiel zwischen Athlet und Material.

Die mentale Seite

Janka macht die mentale Verarbeitung nach wie vor zu schaffen. Der Kopf ist noch nicht so weit wie der Körper. Das Vertrauen nach dem im Oktober vergangenen Jahres erlittenen Kreuzbandriss ist noch nicht zu 100 Prozent wiederhergestellt. «Es braucht Zeit, das Trauma zu verarbeiten. Aber die Richtung stimmt.» Einen weiteren Teil des Vertrauens hat sich Janka am vergangenen Wochenende in Abfahrt und Super-G in Lake Louise zurückgeholt, in Beaver Creek sollen in den kommenden Tagen weitere Schritte folgen.

Swiss-Ski Athlet Beat Feuz, links, im Gespraech mit Carlo Janka waehrend der Materialausgabe von Swiss Ski auf dem Flugplatz Duebendorf, aufgenommen am Samstag, den 6. Oktober 2018 in Duebendorf. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Immer noch erfolgshungrig: Janka vor der Saison. Bild: KEYSTONE

Jankas Glaube daran, noch einmal zum Kreis der Besten gehören zu können, ist ungebrochen. «Sonst wäre ich nicht mehr hier», sagt er im Mannschafts-Hotel in Beaver Creek. «Ich mache alles, um nochmals konstante Leistungen abrufen zu können.» Seinen Fokus hat er primär auf den Speed-Bereich gelegt. Der Realist weiss, dass es ihm im Riesenslalom nicht mehr reichen wird, dorthin zu kommen, wo er einmal war.

Falls überhaupt, wird Janka die einstige Domäne erst wieder bei erreichten 500 Weltcup-Punkten in seine Überlegungen miteinbeziehen. Zudem müsste er sein Niveau anheben. «Während der Vorbereitung waren meine Leistungen nicht allzu gut.»

Der thematisierte Rücktritt

«Nicht allzu gut» erging es auch Patrick Küng in den vergangenen zwei Wintern. Das fehlende Vertrauen war bei ihm keine Kopfsache, sondern bedingt durch die stete Suche nach der optimalen Materialabstimmung. Das Gefühl auf den Ski war weg – und mit ihm der Spass und vor allem die Sicherheit. «Unter diesen Umständen wird es in der Abfahrt gefährlich.»

epa04608297 Patrick Kueng of Switzerland celebrates his gold medal during the flower ceremony after the Men's Downhill at the FIS Alpine World Ski Championships in Beaver Creek, Colorado, USA, 07 February 2015.  The World Championships run from 02 February through 15 February.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Verdienter Schluck aus der Pulle: Patrick Küng wird 2015 Abfahrts-Weltmeister. Bild: EPA/KEYSTONE

Küng sah lange keinen Ausweg aus der Krise. Der Rücktritt wurde zum Thema. Nach dem Renn-Wochenende in Kvitfjell im März brauchte er Zeit für sich. Er wollte mit sich ins Reine kommen, «die Sachen ordnen», wie er es nennt. «Aufhören war sicher ein Punkt. Nach der Rückkehr aus Norwegen hatte ich nicht mehr allzu grosse Lust.»

Gefühl, Spass, Sicherheit und Lockerheit – mittlerweile ist alles wieder da. «Es macht wieder mehr Freude, den Berg runterzufahren.» Den Berg runter rast Küng vorab in der Abfahrt. Der Super-G hat im Moment keine Priorität. Selbst teamintern hat Küng in dieser Disziplin schlechte Karten. In den aktuellen Aufgeboten mit neun Fahrern ist für ihn kein Platz.

Patrick Kueng of Switzerland skis down the course during a training run for the men's World Cup downhill ski race in Lake Louise, Alberta, on Thursday, Nov. 22, 2018. (Frank Gunn/The Canadian Press via AP)

Küng in der Abfahrt von Lake Louise: Rang 32. Bild: AP/The Canadian Press

Küng ist sich trotz Fortschritten in der Abfahrt bewusst, dass es auch nach dem Materialwechsel keine Garantie für die erhoffte Wende gibt. Der Auftakt in Lake Louise mit Platz 32 warf keine hohen Wellen. Immerhin verleihen die in den zwei Abfahrtstrainings in Lake Louise erbrachten Leistungen Zuversicht. In schwierigen Zeiten dienen selbst kleine Strohhalme dazu, sich daran festzuklammern.

Patrick Küngs Hoffnung lebt weiter. Die Gedanken an die Vergangenheit helfen dabei. An die Zeit, in der er ganz oben war. (sda)

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