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Die Schweizer Alpinskifahrer Urs Lehmann, Franco Cavegn, Patrick Staub, Gaby Zingre, Marco Hangl, Corinne Rey-Bellet und Heinrich Rupp, von links nach rechts, posieren im Jahr 1994 vor dem Matterhorn bei Zermatt, Schweiz, fuer ein Mannschaftsfoto. (KEYSTONE/Str)

Mitglieder des Schweizer Ski-Teams 1994 im legendären Käse-Dress vor dem Matterhorn. Bild: KEYSTONE

Zermatt drängt in den Ski-Weltcup – aber nicht auf Kosten des Lauberhorn

Zermatt werkelt an der längsten Weltcup-Abfahrt. Am Tag nachdem der Zwist zwischen den Organisatoren der Lauberhornrennen von Wengen und Swiss-Ski eine neue Eskalationsstufe erreicht hatte, machten die Walliser um den Bergbahn-Präsidenten Franz Julen ihre Vision einer Abfahrt von der Schweiz nach Italien in der «NZZ» publik.



Geplant ist eine fast fünf Kilometer lange Abfahrt mit Start auf knapp 3900 Metern, vom Klein Matterhorn über die Landesgrenze ins Aostatal. Diese soll allenfalls schon im Jahr 2022 in der ersten oder zweiten November-Woche über die Bühne gehen. Möglich macht das die Zusammenarbeit mit dem angeschlossenen Skigebiet Cervinia sowie die voraussichtlich bis im Herbst 2021 fertiggestellte Bahn von Testa Grigia auf der italienischen Seite zum Klein Matterhorn.

«Wir wollen dieses Rennen – und wir werden alles dafür tun», sagt Julen, der auch ein Frauenrennen begrüssen würde. Mit 4480 Metern ist die Lauberhorn-Abfahrt bislang die längste.

Gemäss Julen stammt die Idee vom CEO der Bergbahnen von Cervinia. In Zermatt geniesse das Projekt breiten Rückhalt, und auch von Verbandsseite ist die Resonanz positiv. Der im Herbst scheidende FIS-Präsident Gian Franco Kasper sagt: «November-Abfahrten in Zermatt – das passt wunderbar in unseren Kalender. Wir stehen voll und ganz hinter dem Projekt.» Swiss-Ski-Direktor Bernhard Aregger sieht darin «eine grosse Chance, den Weltcup-Kalender zu bereichern».

Kein Angriff auf Wengen

Weil die Strecke überwiegend über Gletscher führt, halte sich der Aufwand in engen Grenzen, beteuert Julen: «Man muss Fangnetze aufstellen, die Piste sichern, die Gletscherspalten sichern. Aber man muss keine grösseren baulichen Veränderungen vornehmen, keine Bäume fällen – das ist Winterlandschaft pur.»

Als Angriff auf die Lauberhorn-Rennen will Julen den Vorstoss nicht verstanden wissen. «Wir haben kein Interesse, Wengen zu schaden. Der Weltcup ohne Wengen – das wäre ein Eigentor des Skisports», betont der 61-Jährige, der Urs Näpflin, den OK-Chef der Lauberhornrennen, einst als Servicemann betreute.

Mit dem Antrag von Swiss-Ski auf eine Streichung von Wengen aus dem FIS-Kalender ab 2022 hat der seit 2016 schwelende Streit um die Finanzierung der Lauberhornrennen am Mittwoch einen neuen Höhepunkt erreicht. Wegen der Uneinigkeit in der Frage, wie viel Geld die Organisatoren von Swiss-Ski für die Durchführung des traditionsreichen Anlasses erhalten sollen, gelangte das OK Mitte 2018 an den Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne. Bislang liegt ein nicht öffentlich gemachtes Zwischenurteil von Mitte März diesen Jahres vor, demnach es keinen klaren Gewinner geben soll. (ram/sda)

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Verena Lobsiger (1) 22.05.2020 14:21
    Highlight Highlight Finde es gut dass gleich zwei Länder, die Schweiz und Italien am Rennen profitieren können!
    Für das Berner Oberland ist ja dieses Rennen defizitär warum wollen Sie den unbedingt diesen Anlass retten? Er ist nochmals gesagt defizitär! Also ist doch der ein Ortswechsel nach zu vollziehen!
  • Victor Paulsen 22.05.2020 00:13
    Highlight Highlight Jeder kennt das Duo Kitzbühl Lauberhorn und das seit jahren. Ob sich auch Kitzbühl Zermatt durchsetzen kann?
  • Bassgiegechrigu 21.05.2020 22:45
    Highlight Highlight Zermatt und Weltcup = sensationell!!
    Und dann noch länderübergreifend- beste weltweite Werbung für die Schweiz mit dem schönsten Berg im Hintergrund. Hammer 🔨!!!!
  • Pat the Rat, einfach nur Pat the Rat 21.05.2020 19:54
    Highlight Highlight Ich finde die Idee einer Länderübergreifenden Abfahrt sehr interessant.

    Das einzig störende für mich ist daran die Länge. Und dies nicht, weil es die Lauberhorn-Abfahrt als längste ablösen würde, sondern weil die Athleten bereits Heute durch die Länge der Lauberhorn-Abfahrt an Ihre körperlichen Grenzen geraten.

    Ich befürchte, dass es zu vielen Stürzen und Verletzungen kommen könnte...
    • Peter von der Flue 21.05.2020 20:28
      Highlight Highlight Mimimi. Ich fahre dort ständig runter und stürze nie. Man muss halt nicht in jeder Knelle halt machen. Dann kommt man dort locker runter. Was soll das? .....Sarkasmus aus. Um beim Thema zu bleiben. Das ist ein Rennen ohne Zuschauer und nur fürs TV. Also niet.
    • Bert der Geologe 22.05.2020 09:19
      Highlight Highlight @Peter: Zermatt kann sich offenbar Blitztrolle leisten. Dein Kommentar ist Klasse.
  • Exilglarner 21.05.2020 18:39
    Highlight Highlight wieso reisst man sich um ein paar meter rennpiste, die in der schweiz liegen ?? der grösste teil liegt ja im aostatal... das ist doch nur ein ''billiger'' touristischer schachzug von zermatt...
    • Amboss 21.05.2020 19:04
      Highlight Highlight Wo ist das Problem an diesem ach so billigen Schachzug?
      Ist doch gut, wenn eine Destination doch erfolgreich vermarktet
    • Exilglarner 21.05.2020 19:14
      Highlight Highlight als ob es den zermattern um den sport geht...
    • Pat the Rat, einfach nur Pat the Rat 21.05.2020 19:49
      Highlight Highlight @ MaPhiA:

      Nenne mir eine Weltcupdestination, bei der es nur um den Sport geht...
    Weitere Antworten anzeigen
  • humpalumpa 21.05.2020 18:37
    Highlight Highlight *hust* nicht auf kosten des lauberhorns. Wers glaubt...
    • Ehringer 21.05.2020 19:54
      Highlight Highlight Ich glaubs. Das Lauberhorn verdrängen zu wollen wäre ein riesiges Eigentor. Natürlich dürfte es den Organisatoren entgegenkommen, wenn das Lauberhornrennen nicht mehr stattfindet. Aber ich bin mir sehr sicher, dass die Verdrängung des Lauberhornrennens nicht das Ziel der Organisatoren in Zermatt ist.
    • Bert der Geologe 22.05.2020 07:59
      Highlight Highlight Ein Rennen wird verdrängt, sonst ist der Kalender zu voll. Aostatal wird gewinnen, sofern es dann noch Gletscher hat.

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