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Nick Alpiger im 1. Gang am Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfest (ESAF) in Zug, am Samstag, 24. August 2019. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Für manch einen Favoriten gab es eine kalte Dusche. Bild: KEYSTONE

Zwei Favoriten sind raus – diese Schwinger kämpfen morgen um den Königstitel

Die Berner haben noch ein brandheisses Eisen im Feuer, die Ost- und Innerschweizer können noch mit einem ihrer jeweils zwei Topfavoriten hoffen. Christian Stucki, Armon Orlik und Joel Wicki gelten als die aussichtsreichsten Kandidaten, um in Zug Schwingerkönig zu werden.



Die grossen Geschlagenen

Samuel Giger

Der 21-jährige Thurgauer bekam im Anschwingen einen vermeintlich nicht ganz so starken Gegner vorgesetzt. Doch Nick Alpiger, aussichtsreichster Athlet des Nordwestschweizer Verbands, warf den Favoriten ins Sägemehl. Giger schlug danach Joel Strebel, doch nach einer weiteren Niederlage musste er die Träume vom Königstitel begraben. Gegen René Suppiger lief Giger voll in einen Konter und erlitt im dritten Gang seine zweite Niederlage.

Samuel Giger, links, schwingt gegen Rene Suppiger, rechts, im 3. Gang am Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfest (ESAF) in Zug, am Samstag, 24. August 2019. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Giger (links) griff an – und wurde von Suppiger brillant ausgekontert. Bild: KEYSTONE

Pirmin Reichmuth

Auch die ganz grosse Hoffnung der Einheimischen stach nicht. Pirmin Reichmuth verlor erst gegen Christian Stucki und stellte danach gegen Dominik Roth. Dass er danach Shane Dändliker nicht mit einem «Zähni» ins Sägemehl drückte, kostete den Zuger weiteres Terrain. Im SRF-Interview sprach Reichmuth erstaunlich offen Klartext:

«Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass ich etwas am Druck zerbrochen bin.»

Er habe gehofft, sagte Reichmuth, dass es nicht dazu komme. «Aber ich war nicht bei mir selber heute Morgen, war im Kopf an tausend anderen Orten und so kann man nicht schwingen. Es ist sehr schade, aber ich bin nicht der erste, dem das passiert ist.»

Pirmin Reichmuth, oben, und Dominik Roth, unten, im 2. Gang am Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfest (ESAF) in Zug, am Samstag, 24. August 2019. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Für Reichmuth war der Traum vom Schlussgang schon am Samstagmittag ausgeträumt. Bild: KEYSTONE

Matthias Glarner

Matthias Glarner wird nicht erneut König werden. Der Sieger des Eidgenössischen 2016 in Estavayer konnte erst im vierten Gang gegen Urs Doppmann erstmals gewinnen. Der Berner hatte nach seinem Sturz von einer Gondel vor zwei Jahren nie mehr zu seiner einstigen Stärke zurückgefunden. «Der Wurm war drin. Was schief gehen konnte, ging schief», haderte Glarner.

Armon Orlik, oben, schwingt mit Matthias Glarner im 1. Gang am Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfest (ESAF) in Zug, am Samstag, 24. August 2019. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Zum Auftakt unterlag Glarner dem Mitfavoriten Armon Orlik. Bild: KEYSTONE

Arnold Forrer

Ein ganz grosser Geschlagener ist Arnold Forrer. Der 40-jährige Toggenburger, Schwingerkönig von 2001, konnte keinen seiner vier Gänge gewinnen und ist nach einer Niederlage und drei Gestellten vorzeitig ausgeschieden. Zwar hatte Forrer nicht zu den Favoriten auf den Titel gezählt, aber dass er den Kranz so deutlich verpasste, konnte dennoch nicht erwartet werden. «Viel mieser als im Moment könnte es mir nicht gehen», gab Forrer zu. «Das tut weh, im Kopf und im Herzen.» Der 147-fache Kranzgewinner (Rekord) liess offen, ob er die Karriere fortsetzt.

Arnold Forrer reagiert im 3. Gang am Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfest (ESAF) in Zug, am Samstag, 24. August 2019. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Forrers grosse Zeit ist abgelaufen. Bild: KEYSTONE

Die grossen Favoriten

Strahlt morgen einer dieses Trios mit Siegermuni Kolin an seiner Seite?

Armon Orlik

Vier Gänge, vier Siege: Der Bündner zeigte, weshalb er als Topfavorit antrat. Drei Jahre, nachdem Orlik im Schlussgang verloren hatte, greift er erneut nach der Krone. Der 24-Jährige eröffnete das Fest mit einem Sieg über König Matthias Glarner, diesem liess er Erfolge über Florian Gnägi, Stefan Arnold und Patrick Schenk folgen. «Meine Form stimmt», durfte der wortkarge Orlik feststellen.

Armon Orlik jubelt nach seinem Schwung gegen Matthias Glarner im 1. Gang am Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfest (ESAF) in Zug, am Samstag, 24. August 2019. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Revanche geglückt: Orlik startet mit einem Sieg gegen Glarner, dem er vor drei Jahren im Schlussgang unterlag. Bild: KEYSTONE

Joel Wicki

Von allen Athleten überzeugte Wicki wohl am meisten. Der 22-Jährige aus Sörenberg brillierte als Kurzarbeiter: Wicki gewann alle vier Gänge im Eiltempo. Insgesamt stand er nur eineinhalb Minuten im Einsatz und konnte in der Hitze Kräfte für den zweiten Tag sparen. Macht er so weiter, kann die Innerschweiz vielleicht endlich ihren erst zweiten Schwingerkönig nach Harry Knüsel 1986 bejubeln. Wicki drückte der Reihe nach Matthias Aeschbacher, Simon Anderegg, Jonas Lengacher und Domenic Schneider ins Sägemehl.

«Zum Glück habe ich noch nicht so viel Energie verbraucht, das wird mir helfen», wusste Wicki im SRF-Interview. «Ich muss weiter fighten und alles geben, morgen geht es um den Titel.» Die Hoffnung der ausrichtenden Innerschweizer sprach zudem von der Schwierigkeit, in der riesigen Arena zu bestehen. «Du darfst nicht zu viel Emotionen zeigen. Aber das Publikum reisst einen so mit, es ist schwierig, damit umzugehen. Man sollte es auch geniessen.»

Joel Wicki, oben, schwingt gegen Jonas Lengacher, unten, im 3. Gang am Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfest (ESAF) in Zug, am Samstag, 24. August 2019. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Auch Jonas Lengacher zieht gegen Wicki den Kürzeren. Bild: KEYSTONE

Christian Stucki

Der 34-jährige Berner Seeländer zählt seit eineinhalb Jahrzehnten zu den dominierenden Schwingern. Stucki triumphierte schon am Unspunnen und am Kilchberger, wurde an Eidgenössischen Zweiter, Dritter und Vierter. Oft wurde an diesem grössten Fest die Kondition des Kolosses in Frage gestellt, ein Einbrechen am zweiten Tag prognostiziert. Doch heuer wirkt Stucki so fit wie nie und er legte eine Entschlossenheit an den Tag, die nur etwas heissen kann: Er will den Königstitel wie er ihn vielleicht noch nie wollte. Stucki weiss, dass die Zeit gegen ihn arbeitet und er in Zug wohl seine letzte Chance hat. Pirmin Reichmuth, Christoph Bieri, Werner Suppiger und Matthias Herger bekamen dies zu spüren.

«Ich bin vollends zufrieden, aber morgen ist auch noch ein Tag und da muss es nochmals so gut gehen.»

Christian Stucki jubelt nach dem Sieg gegen Matthias Herger im 4. Gang am Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfest (ESAF) in Zug, am Samstag, 24. August 2019. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Fokussiert und, wie es heisst, fit nie: Christian Stucki. Bild: KEYSTONE

Die heissen Aussenseiter

Marcel Bieri

Der Turnerschwinger aus Edlibach ist der vierte Schwinger, der alle seine Gänge gewinnen konnte. Bieri liegt nur einen Viertelpunkt hinter dem Spitzentrio zurück. Sein Vorstoss ist überraschend, nun wird er die Siege gegen grosse Kaliber bestätigen müssen. Der 24-jährige Primarlehrer zeigte aber etwa gegen Willy Graber oder Bernhard Kämpf, was in ihm steckt. Bieri hat als Aussenseiter nichts zu verlieren.

Marcel Bieri, oben, schwingt mit Niklaus Zenger im 1. Gang am Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfest (ESAF) in Zug, am Samstag, 24. August 2019. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Als erster Gegner Bieris musste Niklaus Zenger dran glauben. Bild: KEYSTONE

Kilian Wenger

Der Schwingerkönig von 2010 galt als Mann der zweiten Reihe. Nach einem sehr guten Tag mit drei Siegen und einem Gestellten (gegen Michael Bless) rückte der Berner definitiv in den Fokus. «Ich darf wirklich zufrieden sein, der Start ist mir im Gegensatz zu den zwei vergangenen Eidgenössischen geglückt», zeigte sich der routinierte Kilian Wenger erfreut. «Der Fahrplan stimmt, morgen nehme ich einfach Gang für Gang.» Mit einem Wenger in dieser Verfassung gerechnet werden.

Kilian Wenger, links, reagiert neben Christian Schuler im 1. Gang am Eidgenoessischen Schwing- und Aelplerfest (ESAF) in Zug, am Samstag, 24. August 2019. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Ist das der beste Wenger seit Frauenfeld 2010? Bild: KEYSTONE

Wer wird Schwingerkönig 2019?

Hoch im Kurs

Diese Schwinger haben wie Wenger drei Siege und einen Gestellten auf dem Konto:

Der 5. Gang

Am Sonntagmorgen kommt es zu diesen Spitzenpaarungen:

Was noch geschah

Das ESAF 2019 in Zug in Bildern

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