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Bayern players argue with Referee Viktor Kassai after he showed a second yellow card to Arturo Vidal, left, during the Champions League quarterfinal second leg soccer match between Real Madrid and Bayern Munich at Santiago Bernabeu stadium in Madrid, Spain, Tuesday April 18, 2017. (AP Photo/Daniel Ochoa de Olza)

Schiri Viktor Kassai verärgerte die Bayern an diesem Abend. Bild: Daniel Ochoa de Olza/AP/KEYSTONE

Kommentar

Nach diesem Champions-League-Abend hilft nur noch die Wutrede

Real Madrid besiegt die Bayern im Champions-League-Viertelfinal. Das Spiel: Nebensache! Der Schiedsrichter: im Mittelpunkt. Und wieder einmal fragen wir: Wo bleibt der Videobeweis?

Etienne Wuillemin / Nordwestschweiz



Es reicht! Nach diesem Champions-League-Abend hilft nur noch eine Wutrede à la Trappattoni. «Flasche leer! Was erlauben Struuunz?!», hat die Trainer-Legende des FC Bayern einst geflucht.

Meine Gefühlslage ist gerade eben so ziemlich ähnlich. Und das hat einen einfachen Grund. Eigentlich hätte ich Lust, über ein ziemlich grossartiges Fussballspiel zu philosophieren. Über ein Fussballspiel, das zwei Sieger verdient hätte. Ein Fussballspiel, das Tempo hatte, Leidenschaft und viele gute Kombinationen.

Man könnte zum Beispiel fünf Erkenntnisse des Abends notieren:

  1. Man liebt ihn oder man hasst ihn. Aber Fakt ist: Sobald es wichtig wird, trifft Cristiano Ronaldo das Tor. Mehrfach. Immer. Er ist der Grösste.
  2. Franck Ribéry ist zurück. Welch Wohltat, den Franzosen wieder wirbeln zu sehen. Und Robben war auch schon schlechter.
  3. Das Pressing von Real Madrid ist eine Katastrophe (Okay, zum Glück ist das so, denn ansonsten müsste die Champions League bei dieser Truppe gar nie mehr erst ausgespielt werden).
  4. Die Leidenschaft und Leidensfähigkeit der Bayern-Innenverteidiger Boateng und Hummels ist ganz grosse Klasse. Wie die beiden sich verletzt über den Platz schleppen, dabei noch einen Ball nach dem anderen grossartig ablaufen und kluge Pässe spielen – unfassbar geil!
  5. Warum gewinnen die Bayern eigentlich die Champions League nicht mehr? Dafür Real Madrid auffällig häufig? Vielleicht hat einiges mit Toni Kroos zu tun. In dieser Form der beste Stratege der Welt!

Das sind fünf kleine Beispiele. Nur fünf. Es gibt noch viele, viele mehr. Aber nein, darüber darf ich nun ja nicht debattieren.

Weil ich mich endlos ärgern muss über Fehlentscheidungen. Und nein, nicht zum ersten Mal. Nicht zum zweiten Mal. Nicht zum dritten Mal. Zum etwa trillionsten Mal. Jeden verdammten Abend die gleiche Katastrophe. Fehlentscheidung über Fehlentscheidung.

Nein, ich bin kein Fan von Schiedsrichter-Bashing. Ob er Alain Bieri, Nikolaj Hänni oder Viktor Kassai heisst. Und darum klage ich auch nicht den Schiedsrichter an. Ich klage an, dass es auf der Fussball-Welt weiterhin Menschen gibt, die sich dem Video-Beweis verweigern wollen.

Bayern's Arturo Vidal gestures after being shown a red card during the Champions League quarterfinal second leg soccer match between Real Madrid and Bayern Munich at Santiago Bernabeu stadium in Madrid, Spain, Tuesday April 18, 2017. (AP Photo/Francisco Seco)

Hätte der Schiri den Bayern-Heisssporn Vidal auch nach Betrachtung von TV-Bildern vom Platz gestellt? Bild: Francisco Seco/AP/KEYSTONE

Warum nur? Weil nicht jede Szene zweifelsfrei aufgeklärt werden kann? Dann soll es eben auf zehn Szenen eine geben, die unklar bleibt. Aber dafür darauf verzichten, neun Fehlentscheidungen zurückzunehmen? Ich werde es nie verstehen.

Ich bin eigentlich kein Bayern-Fan. Aber dieser Auftritt in Madrid war herausragend. Hat Respekt verdient. Und doch, ich mag das Spiel von Real. Überfallartiges Angreifen. Schnelle Kombinationen. Spieler wie Kroos und Modric. Vollstrecker CR7. Darum haben sie den Sieg gegen die Bayern verdient und meinen Ärger eigentlich nicht.

Liebe FIFA, liebe UEFA, führt endlich den Videobeweis in den entscheidenden Spielen ein! Es ist genug getestet.

Ich habe fertig.

Braucht es den Videobeweis?

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