DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06705384 Bayern Munich's Robert Lewandowski (C) and Real Madrid's Sergio Ramos (L) in actionduring the UEFA Champions League semi finals second leg match between Real Madrid and Bayern Munich at Santiago Bernabeu stadium in Madrid, Spain, 01 May 2018.  EPA/EMILIO NARANJO

Ramos ist im Zweikampf zu spät gegen Lewandowski und tritt ihn gleich um – es gibt keinen Penalty. Bild: EPA/EFE

Kommentar

Liebe Schiris, gebt Real doch gleich den Pott, wenn ihr keinen Mumm habt, fair zu pfeifen

Real Madrid eliminiert Bayern München im Halbfinale der Champions League mit dem Gesamtskore von 4:3. Der Einzug ins Finale kam aber nur zustande, weil die Schiedsrichter kein Rückgrat haben, auch mal gegen die «Königlichen» zu pfeifen.



Sie haben heroisch gekämpft. Und trotzdem verloren. Die Bayern haben Real Madrid in deren eigenem Stadion dominiert, phasenweise gar vorgeführt. Und trotzdem jubeln am Schluss die «Königlichen». 

Weil den Bayern die Kaltschnäuzigkeit fehlt. Weil Goalie Sven Ulreich der grösste Patzer seiner Karriere unterläuft, auf den er wohl für immer reduziert werden wird. Aber auch, weil die Schiedsrichter keinen Mut haben, gegen Real Madrid zu pfeifen, wie gegen jeden anderen Klub auch. 

Bereits im Hinspiel hätte es nach zwei Fouls von Dani Carvajal an Robert Lewandowski zwei Mal Penalty geben müssen. 

Das erste Foul von Carvajal an Lewandowski

abspielen

Video: streamable

Das zweite Foul von Carvajal an Lewandowski

abspielen

Video: streamable

Gestern in Madrid gab es verschiedene umstrittene Strafraum-Aktionen. Zwei davon hätten ohne Diskussion zu Penaltys für Bayern führen müssen. Da war das Handspiel von Marcelo kurz vor der Pause, von dem der Brasilianer danach selbst sagte, dass es Elfmeter hätte geben müssen.

Marcelos Handspiel:

abspielen

Video: streamable

Marcelos Geständnis:

«Der Ball ist mir an die Hand geprallt. Ich würde lügen, wenn ich das Gegenteil behaupten würde. Ich denke, das war ein Penalty ... aber ich werde jetzt nicht über die Schiedsrichter sprechen. Solche Penaltys wurden auch oft für uns nicht gepfiffen.»

Selbst wenn Schiedsrichter Cüneyt Cakir – der bereits das dritte Real-Spiel in dieser Champions-League-Saison pfiff – die Situation nicht beurteilen kann, hat er doch mit dem Linien- und Torrichter zwei Assistenten, welche die Aktion sehen und ihm anzeigen müssen. Wenn sie denn sowas wie Rückgrat hätten. 

Der Torrichter und der Linienrichter haben beste Sicht auf Marcelos Handspiel:

Nach 52 Minuten die nächste, eigentlich klare Situation. Sergio Ramos kommt gegen Robert Lewandowski deutlich zu spät, holt den Polen von den Beinen. Der Penalty-Pfiff bleibt auch hier aus – wieder wollen weder Schiedsrichter noch Assistenten etwas Regelwidriges gesehen haben.

Das Foul von Ramos an Lewandowski:

abspielen

Video: streamable

Es sind diese Situationen, die dann auch wieder gute Argumente für den Videobeweis liefern. Denn ich warte lieber zwei Minuten, als solche Fehlentscheidungen mitzuerleben, die ein hochklassiges Duell zerstören. 

Gestern war nämlich, wie so oft in dieser Saison, ein grossartiger Champions-League-Abend. Es gab Helden wie den Doppeltorschützen Karim Benzema oder Real-Goalie Keylor Navas, den Rückkehrer James Rodriguez, der noch immer Real Madrid gehört und nach seinem Tor zum 2:2 aus Respekt auf Jubel verzichtete und es gab mit Sven Ulreich eine tragische Figur. Eine bessere Dramaturgie geht nicht. Und doch stehen wieder die Schiedsrichter im Fokus – weil es einfach zu viel zu diskutieren gibt, um dieses Thema totzuschweigen.

epa06705386 Bayern Munich's James Rodriguez celebrates after scoring the 2-2 goal during the UEFA Champions League semi finals second leg match between Real Madrid and Bayern Munich at Santiago Bernabeu stadium in Madrid, Spain, 01 May 2018.  EPA/EMILIO NARANJO

James Rodriguez jubelte nach seinem 2:2 gegen Real Madrid aus Respekt nicht.  Bild: EPA/EFE

War es im Viertelfinale gegen Juventus noch ein umstrittener Penalty, der in der 96. Minute des Rückspiels Real doch noch den glücklichen Halbfinal-Einzug bescherte, war es im Halbfinale deutlich extremer. Nicht eine oder zwei, sondern eine ganze Reihe an Fehlentscheidungen haben Bayern den Final-Vorstoss gekostet.

Weil die Unparteiischen nicht den Mut haben, das grosse Real Madrid zu behandeln, wie jeden anderen Verein auch. Darum kann sich ein Cristiano Ronaldo pro Spiel fünf Schwalben erlauben ohne verwarnt zu werden. Darum darf ein Sergio Ramos zulangen wie ein Schlächter und kommt davon. 

epa06705413 Real Madrid's Cristiano Ronaldo reacts during the UEFA Champions League semi finals second leg match between Real Madrid and Bayern Munich at Santiago Bernabeu stadium in Madrid, Spain, 01 May 2018.  EPA/JAVIER LIZON

Ronaldo an dem Ort, wo er gegen Bayern am häufigsten war: Am Boden. Bild: EPA/EFE

Real Madrid hat die Champions League 2016 und 2017 verdient gewonnen. Nun scheint es, als soll unbedingt noch der Titel-Hattrick dazukommen. Das ist gut und Recht. Aber dann, liebe Schiedsrichter, wenn ihr euch schon nicht traut auch mal gegen das «weisse Ballett» zu pfeifen, gebt den Pott doch schon vor dem Spiel an Real Madrid. Aber verarscht uns bitte nicht. 

Die wichtigsten Rekordmarken in der Königsklasse

Das ist der moderne Fussball

Die teuersten Teenager der letzten 25 Jahre – so krass sind die Transfersummen explodiert

Link zum Artikel

4 Fussball-Stars erstreiken sich den Wechsel – und immer soll es zu Barcelona gehen

Link zum Artikel

Vier Gründe, warum Bayern München einfach keinen Topstar abkriegt

Link zum Artikel

Falschen Jallow verpflichtet: Türkischer Klub leistet sich Transfer-Blamage des Sommers

Link zum Artikel

Liga gibt zu, dass der VAR in St.Gallen nicht hätte eingreifen dürfen

Link zum Artikel

Marcel Reif zum St.Galler VAR-Drama: «Das ist nicht die Idee des VAR, so schadet er»

Link zum Artikel

Psychologe analysiert Tattoos von Fussballprofis – mit klarem Ergebnis

Link zum Artikel

Kevin-Prince Boateng haut neuen Rapsong raus – aber was macht das Pferd da eigentlich?

Link zum Artikel

Kein Witz! Darum heisst Juventus Turin im neusten FIFA-Game «Piemonte Calcio»

Link zum Artikel

Warum es besser wäre, wenn jeder Klub nur noch drei Transfers tätigen dürfte

Link zum Artikel

11-Jähriger trifft Messi im Strandurlaub – und spielt eine Runde mit ihm

Link zum Artikel

Barça patzt, Real profitiert – das ist der «japanische Messi» Takefusa Kubo

Link zum Artikel

«Hunderte Dinge haben mich genervt» – dieser Fan boykottiert seit einem Jahr Fussball

Link zum Artikel

Topklubs haben schon fast 1 Milliarde für Transfers ausgegeben – die Übersicht

Link zum Artikel

Nur noch 7 Profis im Kader – Traditionsklub Bolton droht der totale Kollaps

Link zum Artikel

Rassismus-Vorwürfe gegen einen FCSG-Spieler – was geschah im Testspiel gegen Bochum?

Link zum Artikel

Wir würden als Sportchefs für 100 Millionen diese Teams zusammenstellen – und du?

Link zum Artikel

Ausländer-Trios, werbefreie Trikots oder das Nasenpflaster – 16 Dinge, die aus dem Fussball verschwunden sind

Link zum Artikel

Oh Mäzen, mein Mäzen – wie der Schweizer Fussball ums finanzielle Überleben kämpft

Link zum Artikel

Der ÖFB-Cup als Fundgrube für jeden mit einem Herz für grossartige Klubnamen

Link zum Artikel

Ein Problem namens Wanda – wie Torjäger Mauro Icardi bei Inter in Ungnade gefallen ist

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kommentar

Das Unvermeidliche rückt näher – Fussball ohne Ronaldo und Messi

Am Abend als Roger Federer mit bald 40 Jahren sein Comeback gibt, scheidet Lionel Messi aus der Champions League aus. Einen Abend, nachdem sich bereits sein Dauerrivale Cristiano Ronaldo aus der Königsklasse verabschiedet hat.

Dass die Fussballwelt noch immer seltsam ist, sieht man alleine daran, dass Liverpool und Leipzig sich in Budapest treffen müssen, um in einem leeren Stadion zu kicken. Die Viertelfinals der Champions League werden sich noch seltsamer anfühlen. Denn erstmals seit 16 Jahren sind dann, wenn die heisse Phase beginnt, weder Lionel Messi noch Cristiano Ronaldo mit ihren Teams dabei.

Man kann – und man wird – noch lange diskutieren, ob nun Messi oder Ronaldo besser war als der andere. Fakt ist, …

Artikel lesen
Link zum Artikel