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Bildnummer: 01725163  Datum: 10.06.1986  Copyright: imago/Sven Simon
Diego Armando Maradona (Argentinien) befestigt seine Kapit

Maradona hatte in den 1980er-Jahren alles, was ein Fussballer brauchte. bild: imago-images

Kommentar

Warum Diego Maradona auch heute noch Weltfussballer wäre

Für viele Fussball-Fans gilt Diego Maradona als der beste Fussballer der Geschichte. Andere widersprechen und sagen, er wäre in der heutigen Zeit einer unter vielen. Doch ist das wirklich so?

Constantin Eckner / t-online



Es ist selten, dass die gesamte Welt gleichermassen um einen Fussballer trauert. Aber der Tod von Diego Armando Maradona hat am Mittwoch genau dafür gesorgt. Viele verbinden mit dem argentinischen Fussball-Gott schöne Erinnerungen an die 1980er, als sich Maradona in die Herzen der Zuschauer spielte und seinem Heimatland den zweiten WM-Titel bescherte.

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Das berühmteste aller Maradona-Tore. Video: streamable

Legendär sind seine Tore bei der WM 1986, bei denen er Verteidiger wie Fahnenstangen umkurvte und in einem rasanten Tempo das Geschehen dominierte. Maradona wurde gerne nachgesagt, dass er ein perfekter Offensivspieler für die damalige Zeit war: Er hatte eine engere Ballführung, eine höhere Geschwindigkeit und eine schnellere Auffassungsgabe als viele seiner Gegenspieler. Aber Maradona war keiner, der sich nur im Kontext der Zeit zu einer Lichtgestalt entwickelte. Maradona wäre zu jeder Zeit eine Lichtgestalt gewesen.

Ein unterschätzter Arbeiter

Das faszinierende an der allgemeinen Wahrnehmung Maradonas fussballerischer Leistungen war stets, dass er trotz allseits großer Bewunderung gerne unterschätzt wurde. Natürlich war er auf dem ersten Blick der perfekte Dribbler und perfekte Torjäger. Aber Maradona war noch um einiges mehr. Er war ein herausragender Passgeber, der den Ball gleichermassen mit Präzision und Empathie spielen konnte. Der argentinische «Goldjunge» liess nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitspieler gut aussehen.

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Die ARTE-Doku «Maradona, der Goldjunge». Video: YouTube/ARTEde

Dafür hielten diese ihm den Rücken frei. Allerdings wurde Maradona stets zu Unrecht nachgesagt, er hätte keine Defensivkompetenz. Er wurde schlichtweg nicht dazu aufgefordert, mit den anderen zu verteidigen – ähnlich wie heute Cristiano Ronaldo und Lionel Messi weitestgehend von Defensivaufgaben entbunden werden. Aber Maradona konnte, wenn er wollte und musste, ebenso den Gegner beackern.

Er fühlte sich an jedem Ort auf dem Feld wohl, egal ob ganz vorne oder viel weiter hinten. Maradona war einer, dem der Ball bedingungslos gehorchte. Seinen Handlungen und somit auch seinen Füssen konnten nur sehr wenige Gegenspieler überhaupt folgen. Maradona bestrafte jeden ihrer kleinen Fehler umgehend.

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Wehe, wenn Maradona in Spiellaune war. Bild: www.imago-images.de

Dominant in jeder Ära

Er wäre auch im Jahr 2020 noch ein Fussballer von Weltformat gewesen. Vielleicht hatte der stets untersetzt wirkende Argentinier nicht die physische Erscheinung vieler heutiger Modellathleten. Aber Maradona hätte auch heute noch zu den schnellsten gehört und wäre aufgrund seiner körperlichen Robustheit nicht untergegangen. Zudem war er im fussballerischen Sinne hochintelligent. Allein seine Entscheidungsfähigkeit – gepaart mit der exzellenten Ballbehandlung – hätte ihm in jeder Ära einen grossen Vorteil verschafft.

Archivaufnahme des argentinischen Fu

Wer ist hier dick? Für die damalige Zeit war Diego Maradona ein Modellathlet. Bild: imago-images.de

In der heutigen Zeit hätte Maradona ebenso wie einst bei seinem geliebten SSC Neapel oder vielleicht beim FC Barcelona aus dem offensiven Mittelfeld heraus für Furore gesorgt. Pässe, Dribblings und Tore hätten die Highlight-Pakete der TV-Sender und Webseiten gefüllt. Und Pokale wären reihenweise in die Hände Maradonas gewandert. Diese Zeitlosigkeit ist es, die ihm neben seinem unermesslichen Charisma zu einer wahren Ausnahmeerscheinung der Fussball-Geschichte macht.

Mehr zu Maradonas Tod:

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