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Davos Coach Arno Del Curto, gibt Anweisungen, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen den SCL Tigers und dem HC Davos am Samstag 3.November 2018 in der Ilfishalle in Langnau. (KEYSTONE /Marcel Bieri)

Erreicht Arno Del Curto seine Spieler noch? Bild: KEYSTONE

Kommentar

Lieber Arno, ich glaube leider, es ist wirklich an der Zeit zu gehen

Auch nach der Nationalmannschaftspause scheint der HC Davos immer noch tief in einer Krise zu stecken. Es ist Zeit für einen drastischen Schritt.



Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen Satz mal so schreibe. Aber es scheint tatsächlich, als wäre es an der Zeit, dass du, Arno Del Curto, den HCD verlassen musst.

Seit 1996, seit 23 Jahren, stehst du in Davos oben an der Bande. Du hast viele Erfolge gefeiert, gewannst sechs Mal die Meisterschaft und fünf Mal den Spengler Cup. Du hast auch einige schwierige Momente, gar Krisen durchlebt. Doch so ratlos wie in diesen Tagen haben du und dein ganzes Umfeld noch nie gewirkt.

Deine Mannschaft ist bis in die Grundfesten verunsichert. Auf dem Eis zeigt sich das durch das miserable Positionsspiel.

Selbst als Aussenstehender empfindet man diese Ratlosigkeit. Es ist schwierig, momentan einen Davoser Weg aus der Krise zu sehen. Zu verkorkst scheint die Situation auf und neben dem Eis zu sein.

Deine Mannschaft ist bis in die Grundfesten verunsichert. Auf dem Eis zeigt sich das durch das miserable Positionsspiel. Die Spieler wissen nicht, wo sie stehen müssen. Die gegnerischen Mannschaften tanzen und kombinieren sich durch die HCD-Abwehr, als gäbe es nichts Einfacheres auf der Welt. Stellvertretend der zweite Treffer, den du und dein Team gestern gegen Fribourg kassiert haben.

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Das 2:0 von Fribourg gegen Davos. Video: streamja

Und auch neben dem Eis läuft es nicht rund. Die Hauruck-Verpflichtung des schwedischen Goalies Anders Lindbäck hat keine Ruhe in die Mannschaft gebracht. Stattdessen sitzen nun zwei junge, talentierte Schweizer Torhüter auf dem Abstellgleis. Weil du im Stolz verletzt bist, dass sie nächste Saison Nordamerika dem HCD vorziehen? Um ihnen eine Lektion zu erteilen? Man weiss es nicht so genau. 

Auch wenn er vier Tore innert zehn Minuten kassiert, lässt du Lindbäck im Spiel. Drei dieser Gegentreffer sind für den Torhüter praktisch unhaltbar, ihn trifft keine Schuld an der Niederlage. Dennoch hätte er sich wohl gerne eine Erlösung gewünscht und war sichtlich frustriert.

Währenddessen sitzt dein ehemaliger Abwehrchef Beat Forster – jetzt bei Leader Biel – beim TV-Sender MySports im Studio und spricht einen interessanten Punkt an: Er glaubt, dass dem HCD die Leader fehlen. Er sagt, dass Reto von Arx oder er selbst in einer solchen Situation mal so richtig auf den Tisch geklopft und notfalls auch dir, Arno, die Stirn geboten hätten. In der aktuellen Davoser Mannschaft scheint das niemand zu wagen.

Deshalb musst du weiterhin selbst entscheiden. Die naheliegendste Lösung für dich ist wohl: weitermachen. So wie bisher. Schliesslich hast du bislang immer die Playoffs erreicht. Es wird auch diese Saison wieder bessere Zeiten geben – da bin auch ich mir sicher.

Das kann funktionieren. Vielleicht braucht deine neue, junge Mannschaft einfach noch mehr Zeit. Es kann aber auch gründlich in die Hose gehen. Die Playouts, die Ligaqualifikation … sie scheinen momentan verdammt nah. 

Die Schmach einer Entlassung hat ein Mann mit deiner Karriere nicht verdient.

Die andere Variante wäre, dass du gehst. Du hast schliesslich schon alles Menschenmögliche probiert. Du hast im Sommer beinahe die halbe Mannschaft ausgewechselt. Du hast kurzfristig einen neuen Torhüter verpflichtet. Du hast Junioren eingesetzt oder Andres Ambühl als Verteidiger auflaufen lassen. Auch die Nationalmannschaftspause hat nicht geholfen. Nichts hat die gewünschte Wende erbracht. 

Vielleicht braucht die Mannschaft tatsächlich neue Impulse. Von einem anderen Trainer.

Sollte das der Fall sein, wäre es aber wichtig, dass du selbst entscheidest, zu gehen. Wie Lucien Favre einst bei seinem Abgang in Gladbach. Du bist Arno Del Curto. Du hast in Davos die wichtigen Sachen schon immer selbst entschieden. Vielleicht könntest du sogar noch deine eigene Nachfolge regeln. Die Schmach einer Entlassung in Davos, das hat ein Mann mit einer Karriere wie der deinen nicht verdient.

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