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Switzerland's rider Thomas Luethi steers his Kalex during the third practice session for Sunday's San Marino Moto 2 race, at the Misano circuit, in Misano Adriatico, Italy, Saturday, Sept. 10, 2016. (AP Photo/Antonio Calanni)

Tom Lüthi in Action. Bild: Antonio Calanni/AP/KEYSTONE

Interview

Tom Lüthi hat den Titel im Visier: «Ich habe nichts zu verlieren»

Tom Lüthi (30) über die Ausgangslage im Moto2-Titelkampf vor dem zweitletzten Rennen, seine Stärke in der Schlussphase der Saison und sein Verhältnis mit Dominique Aegerter.

klaus zaugg, sepang



Haben Sie mit diesem Saisonfinale, mit einer Chance auf den WM-Titel, gerechnet?
Tom Lüthi: Nein. Der Titel war höchstens nach dem Startsieg in Katar ein Thema. Ich bin selber schuld, dass dann meine Titelchancen bald kein Thema mehr waren. Für die drei Ausfälle in Assen, auf dem Sachsenring und Brünn bin ich verantwortlich.

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Der Sturz von Tom Lüthi im Qualifying von Brünn. Video: streamable

Welche Faktoren haben Sie nun doch ins Titelrennen zurückgebracht?
Die kontinuierliche Arbeit unseres Teams mit Cheftechniker Gilles Bigot. Wir haben uns stetig verbessert.

Sie haben zwei Rennen vor Schluss noch eine Chance auf den Titel. Eigentlich müssten Sie angespannt sein, sind es aber nicht. Wie kommt das?
Ich fühle mich einfach sehr gut. Ich habe nichts zu verlieren und ich kann mich ganz auf meine Arbeit konzentrieren. Bei 22 Punkten Rückstand ist die Ausgangslage für mich einfach: ich muss bloss so schnell wie möglich fahren…

Es fällt auf, dass Sie in der Schlussphase der Saison meistens viel besser sind und fünf von neun Moto2-GP- Siegen jeweils in den letzten vier Rennen der Saison gewonnen haben. Ist das ein Zufall?
Es ist ja nicht so, dass unser Team zuvor nicht funktioniert hat. Aber es stimmt, dass ich mich auf der Übersee-Tour besonders wohl fühle. Wenn wir für die drei Grand Prix unterwegs sind, kann ich mich ganz auf die Rennen konzentrieren. Ich habe während dieser Zeit keine anderen Pflichten und keine Termine. Es geht nur um Rennsport.

Sie leben dann sozusagen in einer anderen Welt?
So ungefähr.

epa05598740 Thomas Luethi of Switzerland for Garage Plus Interwetten celebrates his victory in the Moto2 class race during the 2016 Australian MotoGP at Phillip Island, Victoria, Australia, 23 October 2016.  EPA/TRACEY NEARMY AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Die letzten Rennen konnte Lüthi wieder Siege feiern. Bild: EPA/AAP

Die Lehre daraus wäre, auch während der Saison in Europa so zu leben.
Die Fähigkeit, alles ausblenden zu können, ist ein Schlüssel zum Erfolg. Aber ich verdiene ja mein Geld mit der Rennfahrerei und da kann ich nicht einfach alles drum herum vergessen. Wir diskutieren darüber, wie ich nächstes Jahr noch mehr Freiräume für mich schaffen kann. Ich muss wohl auch lernen, nein zu sagen.

Vorteil Zarco im Training

Tom Lüthi fuhr am ersten Trainingstag in Malaysia nur die siebtschnellste Zeit. WM-Leader Johann Zarco (5.) war auf abtrocknender Strecke klar schneller. Am Morgen hatte Lüthi bei wechselhaftem Wetter noch die Bestzeit aufgestellt.

Wie haben Sie eigentlich das ganze Theater um Dominique Aegerter mitbekommen?
Aus den Medien.

Sie waren da nicht involviert?
Nein. Wir waren zwar in der gleichen Box untergebracht, aber die Trennwand war ja nicht nur symbolisch. Ich habe mich auf meine Aufgabe konzentriert und er auf seine. Ich habe meine Leute und er seine.

Sie wurden von seinem Rausschmiss überrascht?
Ja. Ich habe gespürt, dass es Spannungen gibt, aber ich habe mich nie damit beschäftigt.

Die Schweizer Moto2 Rennfahrer Dominique Aegerter, Technomag Racing Interwetten, Thomas Luethi, Derendinger Racing Interwetten, und Robin Muhlhauser Technomag Racing Interwetten, von links, praesentieren sich, waehrend den letzten Testtagen, am Donnerstag 19. Maerz 2015, in Jerez. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

Aegerter (links) und Lüthi haben ein gutes Verhältnis. Bild: KEYSTONE

Haben Sie seither mit Dominique gesprochen?
Ja, wir haben mehrmals telefoniert und «Domi» hat mir zu meinen zwei Siegen gratuliert. Wir kommen gut miteinander aus und das wird so bleiben.

Und wie ist jetzt, vor den zwei letzten Rennen, Ihr Verhältnis zu WM-Leader Johann Zarco?
Wenn wir uns im Fahrerlager begegnen, wechseln wir ein paar Worte. Das war bisher so und hat sich nicht geändert.

Die Schweizer Moto2-Piloten 2016

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