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Aragon, 25.09.2015 - Motorrad Grand Prix von Aragonien 2015, Training Moto2, Tom Luethi (SUI) - Foto: Marco Guidetti/IPP (EQ Images) SWITZERLAND ONLY

Tom Lüthi hat sich den Aufstieg in die MotoGP-Klasse dank starken sportlichen Leistungen verdient. Bild: Italy Photo Press

Interview

Lüthi-Manager über Wechsel in die MotoGP: «Ausschliesslich ein sportlicher Entscheid»

Daniel M. Epp kümmert sich seit 2002, also von allem Anfang an, um die Karriere von Tom Lüthi und ist inzwischen auch sein Freund geworden. Er sagt, wie es zum Aufstieg in die «Königsklasse» gekommen ist.



Wann ist der Entscheid gefallen, die Offerte des Teams von Marc van der Straten anzunehmen?
Daniel M. Epp: Gespräche hat es schon seit längerer Zeit gegeben. Aber auch mit anderen Teams. Beispielsweise mit KTM. Konkret ist die Sache erst im August nach dem GP von Österreich geworden und dann ging alles sehr schnell.

Mussten Sie die Sponsoren von Tom Lüthi als Mitgift ins Team einbringen?
Nein. Tom hat einen Vertrag als Fahrer aufgrund seiner sportlichen Leistungen bekommen und daran sind keinerlei kommerzielle Bedingungen geknüpft. Es ist aber so, dass unsere langjährigen Sponsoren ein Interesse an einer Zusammenarbeit mit uns auch im neuen Team haben.

Swiss Daniel Epp, owner of Swiss Moto2 motorcycle pilot Thomas Luethi's Interwetten-Paddock team, smiles in his team box, after the second free practice to Sunday's Grand Prix de France, in Le Mans, France, Friday, May 13, 2011. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Daniel M. Epp kümmert sich seit Jahren um Tom Lüthis Karriere. Bild: KEYSTONE

Tom Lüthi bekommt also ein Salär und darf einige Werbeflächen für sich vermarkten – so wie bisher?
Ja, die Situation ist im neuen Team sehr ähnlich wie bisher.

Verdient nun Tom Lüthi mehr als je zuvor?
Über Zahlen rede ich grundsätzlich nicht.

Was hat den Ausschlag für die Verpflichtung von Tom Lüthi gegeben?
Er war der beste Fahrer auf dem Markt, der noch keinen Vertrag hatte. Den Ausschlag haben einzig und alleine seine konstanten Leistungen in dieser Saison gegeben. Es geht nicht um Sponsorengelder oder den Schweizer Markt. Es ist ausschliesslich ein sportlicher Entscheid.

Bild

Tom Lüthi testete im Juni 2016 in Mugello eine MotoGP-Maschine von KTM. bild: twitter

Da dürfte der Sieg beim GP von Tschechien sehr geholfen haben.
Ja natürlich. Die Verantwortlichen von Marc VDS haben aber Tom schon seit längerer Zeit aufmerksam beobachtet und wichtig war auch, dass er letzte Saison als Testpilot auf der MotoGP-Maschine von KTM einen sehr guten Eindruck hinterlassen hat.

Lüthi fährt für einen Milliardär

Tom Lüthi wird 2018 im Team «Marc VDS» zusammen mit Franco Morbidelli die MotoGP-WM bestreiten. Die Teambezeichnung steht als Abkürzung für den Besitzer Marc van der Straten. Der Belgier ist als Brauerei-Unternehmer Milliardär geworden und kann ein Rennteam sozusagen aus der Portokasse finanzieren. Seine Familie steht hinter dem weltgrössten Bierkonzern «Anheuser-BuschInBev» mit juristischem Sitz in Brüssel.

Marc van der Straten ist Adliger und trägt den Titel eines Grafen. Er ist ein leidenschaftlicher Motorsportliebhaber und sein Team ist 2010 in den GP-Zirkus (Moto2) gekommen. Seit 2015 ist das Team auch in der MotoGP-Klasse vertreten. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass sich das Team beharrlich zu einem der besten im GP-Zirkus entwickelt hat.

In der MotoGP-Klasse ist Marc VDS ein «Satelliten-Team» und setzt «zweitklassige Werkmaschinen» von Honda ein. Also Maschinen, die nicht ganz auf dem neusten Entwicklungsstand sind – in der Regel auf dem Stand der Vorjahres-Werkmaschinen. Die Bikes mit der allerneusten technischen Entwicklung, in denen das gesamte Wissen eines Töffherstellers steckt, werden nicht «ausser Haus» geliefert. (kza)

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