DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Klaus Zaugg im Interview mit Tom Lüthi und Dominique Aegeter.
Klaus Zaugg im Interview mit Tom Lüthi und Dominique Aegeter.
Interview

«Fragen zu Frauen? Achtung, endlich wird es interessant» – Dominique Aegerter und Tom Lüthi im Doppel-Interview

Tom Lüthi (28) und Dominique Aegerter (24) bestreiten 2015 im gleichen Team die Moto2-WM. Erstmals stellen sich die beiden Berner gemeinsam zum Interview. Es geht um Maschinen und Zukunftspläne. Aber auch um Frauen. Tom Lüthi spricht erstmals über die Trennung von seiner Langzeitfreundin Fabienne Kropf.
13.08.2015, 20:49

Vor einem Jahr sassen wir auch hier in Brünn vor dem GP von Tschechien gemeinsam am Tisch. Wussten Sie damals schon, dass es ein «Dream Team» mit Ihnen und Tom Lüthi geben wird? 
Dominique Aegerter:
Nein, ich hatte keine Ahnung. Ich konnte mir das gar nicht vorstellen. Ich wollte einen Spitzenfahrer als Teamkollegen und habe an alle möglichen Namen gedacht. Aber auf Tom wäre ich nie gekommen.
Tom Lüthi: Ja, ich wusste es. 

Und Sie haben Dominique nichts davon gesagt?
Tom Lüthi: Nein.

Warum nicht?
Tom Lüthi: Wir gingen ja damals noch getrennte Wege. Wir waren Rivalen und kannten uns noch nicht so gut, um vertrauliche Informationen auszutauschen.  

Aber jetzt würden Sie es ihm sagen? 
Tom Lüthi: Ja. 

Das Schweizer «Dream Team» – Tom Lüthi und Dominique Aegerter. 
Das Schweizer «Dream Team» – Tom Lüthi und Dominique Aegerter. 
Bild: Waldemar Da Rin/freshfocus

Wie war Ihre Reaktion, als es dann tatsächlich zu diesem Team kam?
Dominique Aegerter: Ich war geschockt.

Geschockt?  
Dominique Aegerter: Zumindest völlig überrascht. Wie Tom gerade sagte, waren wir ja Konkurrenten und kannten uns nicht so gut. Ich wusste nicht, ob es überhaupt funktionieren kann. Aber jetzt ist es gut herausgekommen.
Tom Lüthi: Bei mir war es sehr ähnlich, als ich zum ersten Mal von dieser Idee hörte. Auch für mich war es anfänglich fast unvorstellbar. Aber jetzt funktioniert es sehr gut.

Sie machen also zusammen Ferien?
Tom Lüthi: Nein, wir verbringen ja die Sommerpause auf unterschiedliche Art und Weise. Ich schalte völlig vom Rennsport ab und Dominique hat das Achtstundenrennen in Suzuka bestritten. Aber mal zusammen in den Ferien was unternehmen – warum nicht?
Dominique Aegerter: Vor einem Jahr wären gemeinsame Ferien unvorstellbar gewesen. Aber heute? Ja, warum nicht? Wir unternehmen jetzt schon mal vor oder nach einem Rennwochenende etwas zusammen. 

Nun, da Sie sozusagen Freunde sind, können Sie die Informationen über Ihre Zukunftspläne austauschen. 
Tom Lüthi: Wir reden darüber.  

Wie sehen diese Zukunftspläne aus?
Tom Lüthi: Es laufen Gespräche. 
Dominique Aegerter: Bei mir auch.

Mit wem?
Tom Lüthi: Das ist vertraulich. 
Dominique Aegerter: Einfach Gespräche.

Es sind Gespräche mit zwei Moto2-Teams?
Tom Lüthi: Es sind Gespräche. Aber es gibt keine konkreten Offerten von anderen Teams aus der Moto2-WM.

Aber Hand aufs Herz: Eigentlich wissen Sie beide, dass Sie auch für die nächste Saison zusammen beim aktuellen Team bleiben. Diese Gespräche mit anderen Teams gehören halt ein bisschen zum Ritual, bevor man dann unterschreibt.
Dominique Aegerter: Ich bin mir durchaus bewusst, was ich mit unserem Team habe, das stimmt. Ich bin im besten Moto2-Team der Welt und habe von diesem Team eine Offerte für nächste Saison. Das weiss ich sehr zu schätzen.
Tom Lüthi: Das sehe ich auch so. Es macht Sinn, dass wir beide zusammen in diesem Team weitermachen und besser werden.
 

Seit dieser Saison fahren die beiden fürs gleiche Team. 
Seit dieser Saison fahren die beiden fürs gleiche Team. 
Bild: KEYSTONE

Warum also Gespräche mit anderen Teams? 
Dominique Aegerter: Man weiss ja nie. Auf einmal kann es ja sein, dass man mich hier nicht mehr will.

Wie gehen Sie damit um, dass Tom die Nummer eins im Team ist? 
Dominique Aegerter: Er ist nicht die Nummer eins. Wir haben beide das gleiche Material. 

Aber leistungsmässig ist er die Nummer eins. 
Dominique Aegerter: Nein. Er ist nicht die Nummer eins. Er ist Nummer vier der Welt (Platz vier im WM-Gesamtklassement. Aegerter ist WM-Neunter. – die Red.).
Tom Lüthi: Es gibt wirklich nicht eine Nummer eins und zwei. Wir teilen uns zwar die Infrastruktur und treten gemeinsam als Team auf. Aber wir arbeiten beide selbständig in einer eigenen Teamstruktur mit unseren eigenen Technikern. Also kann es gar keine Nummer eins und zwei geben. Wie Dominique gerade sagte, bekommen wir beide das gleiche Material und wenn wir technische Wünsche haben, werden die erfüllt. Keiner wird bevorzugt. 

Warum funktioniert die Kalex bei Dominique weniger gut als bei Ihnen? 
Tom Lüthi: Das müssen Sie Dominique fragen. Es braucht eben auch viel Glück,   um die perfekte Abstimmung zu finden. Er hat einen anderen Fahrstil als ich und muss in eine andere Richtung arbeiten. Wir können die Daten nicht einfach austauschen. Es gibt vielleicht eine gemeinsame Basis. Aber die Detailarbeit ist völlig verschieden.
Dominique Aegerter: Wenn wir mal genügend Zeit bei Tests haben, werden Tom und ich den Töff tauschen. Leider hatten wir bisher noch nie Zeit. 

Für Sie ist der Wechsel von Kalex zurück zu Suter kein Thema?
Tom Lüthi: Nein. 

Und für Sie?
Dominique Aegerter: Wir werden das in aller Ruhe besprechen. Vor Misano (13. September – die Red.) wird der Vertrag ja sowieso nicht verlängert.

An der Swiss Moto wurde das neue Schweizer Team mit den beiden Fahrern vorgestellt. 
An der Swiss Moto wurde das neue Schweizer Team mit den beiden Fahrern vorgestellt. 
Bild: Waldemar Da Rin/freshfocus

Vor einem Jahr haben wir uns hier auch über Frauen unterhalten.  
Dominique Aegerter: Oh, da gibt es immer viel zu erzählen. 
Tom Lüthi: Fragen zu Frauen? Achtung, endlich wird es interessant!

In Sachen Frauen sind die Unterschiede zwischen Ihnen beiden ja mindestens so gross wie beim Fahrstil …  
Dominique Aegerter: … Einspruch: Ich bin seriöser geworden. 

Was heisst das? Waren Sie unseriös?
Dominique Aegerter: Nein. Aber ich konzentriere mich noch stärker aufs Fahren.
 

Vor einem Jahr war Dominique Single und Sie waren noch mit Fabienne Kropf liiert. Alles schien bestens und Sie haben Dominique empfohlen, auch in eine feste Beziehung einzutreten. Kurz darauf haben Sie sich nach sieben Jahren von Fabienne getrennt und gleich zwei der nächsten vier Rennen gewonnen. Hat es Sie gestört, dass diese Leistungssteigerung in einen Zusammenhang mit Ihrer Trennung gestellt worden ist? 
Tom Lüthi: Nein. Hauptsache, ich war schnell.

Hat es diesen Zusammenhang gegeben? 
Tom Lüthi: Ich bin ja als Rennfahrer und als Privatmann die gleiche Person und wenn im Privatleben etwas passiert, geht einem viel durch den Kopf. Es ist logisch, dass es einen Zusammenhang gibt.

War es eine schwierige Zeit?
Tom Lüthi: Ja, es war nicht einfach. Aber jetzt ist alles gut. Sehr gut sogar.
 

Sie sind offiziell single.
Tom Lüthi: Ja. 

Und Sie auch?
Dominique Aegerter: Ja, ich bin immer noch single. Bis die Richtige kommt. Ich bin immer auf der Suche und vielleicht werde ich ja fündig. Warum fragen Sie eigentlich nicht, ob wir auch auf die gleichen Frauen stehen? 

Was wäre dann die Antwort?
Dominique Aegerter: Na klar, wir tauschen jeweils die Frauen aus.

Alle Schweizer Töff-GP-Sieger

1 / 12
Alle Schweizer Töff-GP-Sieger
quelle: semedia / luciano bianchetto/semedia
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
No Components found for watson.appWerbebox.
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Schweizer Banken im Klima-Strudel: «Riesengap zwischen Anspruch und Realität»

Aktionärsrevolten und Klima-Klagen: Die Erderwärmung stellt gerade ganze Branchen auf den Kopf. Und rüttelt den Finanzplatz gehörig durch. WWF-Chef Thomas Vellacott sagt, warum die Schweizer Banken den Wandel verschlafen. Und was das mit der Schweizer Selbstgefälligkeit zu tun hat.

Herr Vellacott, das brennende Meer im Golf von Mexiko sorgte letzte Woche für apokalyptische Bilder. Inwiefern trifft es die Öl-Industrie?Das Feuerauge im Ozean machte mich wütend. Vor allem, weil es nicht das erste Mal ist. Es zeigt überdeutlich, dass die Förderung und Nutzung fossiler Energien alles andere als nachhaltig ist. Darum gilt es so schnell wie möglich von Öl und Gas wegzukommen. Positiv ist, dass gewisse Ölfirmen nun durch Aktionäre oder Gerichte gezwungen sind, diesen …

Artikel lesen
Link zum Artikel