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NBA-Manager unterstützt Hongkong-Proteste und bekommt die Macht Chinas zu spüren

Daryl Morey, Manager der Houston Rockets, unterstützte in einem Tweet die Demonstrationen in Hongkong. Kurz darauf war der Tweet gelöscht, Morey entschuldigte sich und muss nun um seinen Job bangen.



FILE - In this April 19, 2011, file photo, Houston Rockets general manager Daryl Morey discusses the direction of the team with the media during a basketball news conference, in Houston, after the decision to part ways with NBA basketball head coach Rick Adelman. Morey tried Sunday, Oct. 6, 2019 to defuse the rapidly growing fallout over his deleted tweet that showed support for Hong Kong anti-government protesters, saying he did not intend to offend any of the team's Chinese fans or sponsors. (AP Photo/Pat Sullivan, File)
Daryl Morey

Houston-Rockets-Manager Daryl Morey. Bild: AP

Sport und Politik sind so eine Sache. Die meisten Sportler, Trainer oder Teams hüten sich davor, politische Statements abzugeben, geschweige denn sich zu einer Partei oder Bewegung zu bekennen.

Wieso das so ist, musste nun Daryl Morey erfahren. Der Manager des NBA-Teams Houston Rockets hat während der Asienreise seiner Mannschaft einen Tweet abgesetzt, in dem er die Proteste in Hongkong unterstützte. Er veröffentlichte ein Bild mit der Aussage: «Kämpft für Freiheit. Ich stehe an der Seite von Hongkong».

Chinas Sport-Milliarden

Wenige Minute später war der Tweet nicht mehr aufrufbar, Morey hat ihn gelöscht. Grund dafür dürften die engen wirtschaftlichen Beziehungen der Houston Rockets mit China sein. Rockets-Besitzer Tilman Fertitta tweetete nämlich kurze Zeit später:

«Hört zu ... Daryl Morey spricht NICHT im Namen der Houston Rockets. Unsere Anwesenheit in Tokio hat ausschliesslich mit der Promotion der NBA zu tun. Wir sind KEINE politische Organisation.»

Gegenüber dem Sportsender ESPN versuchte Fertitta die Wogen schnell zu glätten. Er habe den besten General Manager der NBA, sagte er dort. Auch Morey selbst entschuldigte sich schnell. Auf Twitter schrieb er, dass er niemanden beleidigen wollte und es ihm aufrichtig leid tut. Auch würde er die «Unterstützung» der chinesischen Fans und Sponsoren sehr schätzen.

Jährlich fliessen mehrere Milliarden aus China in die NBA. Rund 500 Millionen Chinesen schauen laut der NBA zudem regelmässig zu, wenn James Harden oder LeBron James auf dem Parkett stehen.

Die NBA steckt in der Zwickmühle

Der Schaden war jedoch schon angerichtet. In einer offiziellen Stellungnahme schliesst der chinesische Basketballverband, der vom ehemaligen Houston-Rockets-Star Yao Ming präsidiert wird, jede weitere Zusammenarbeit mit dem NBA-Club aus.

Auch mehrere chinesische Sponsoren haben angekündigt, ihr Engagement einzustellen. Sogar der chinesische Streaming-Dienst, der die Übertragungsrechte der NBA für das Reich der Mitte besitzt, kündigte an, zukünftig keine Spiele der Houston Rockets mehr zu übertragen. Inwiefern die chinesische Regierung bei diesen Entscheidungen ihre Finger im Spiel hatte, darüber kann nur spekuliert werden.

Die NBA reagiert indes sehr zurückhaltend. Eigentlich steht die Basketball-Profiliga für freie Meinungsäusserung. Spieler wie LeBron James oder Stephen Curry haben sich schon des Öfteren zu politischen oder gesellschaftskritischen Themen geäussert.

In einem Statement der NBA entschuldigt die Liga sich sogar bei den Fans und Investoren für Daryl Morey. Es seien seine persönlichen Ansichten gewesen, die er auf Twitter geäussert hat, und keineswegs die der Liga oder der Teams. Auf der chinesischen Plattform der NBA schreibt sie sogar, dass die Aussagen von Morey «unangebracht» waren.

Damit hat die NBA nun den Ärger vieler Amerikaner auf sich gezogen, die den Kniefall vor China gar nicht goutieren. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Beto O'Rourke schrieb auf Twitter:

«Das Einzige, wofür sich die NBA entschuldigen sollte, ist ihre unverhohlene Priorisierung von Profit gegenüber den Menschenrechten. Was für eine Peinlichkeit.»

Daryl Morey steht die Kündigung bevor

Morey droht derweil der Rausschmiss von den Houston Rockets. Laut verschiedenen Berichten wollen Anteilseigner der Rockets eine Ablösung bei Besitzer Fertitta forcieren. Was die Spieler von dem ganzen Tohuwabohu denken, ist bislang nicht bekannt. Ist ja auch ein politisches Thema.

Nur so viel: Bei einem Interview mit dem japanischen TV sagte der Superstar der Rockets, James Harden:

«Es tut uns leid. Wir lieben China. Wir lieben es, dort zu spielen.»

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