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epa08287565 Marcos Llorente (C rear) of Atletico beats Liverpool goalkeeper Adrian to sore his first goal during the UEFA Champions League Round of 16, second leg match between Liverpool FC and Atletico Madrid in Liverpool, Britain, 11 March 2020.  EPA/PETER POWELL

Adrian kann dem Ball nur noch nachschauen, Marco Llorente erzielt das wichtige erste Auswärtstor für Atlético. Bild: EPA

Die Geschichte zweier Torhüter – und am Ende holt Klopp zum Rundumschlag aus

Liverpool scheitert im Achtelfinal der Champions League dramatisch an Atlético Madrid. Grund für das Aus des Titelverteidigers sind zwei Torhüter: Der patzende Adrian auf der einen, der hexende Jan Oblak auf der anderen Seite.



Das Drama

Wie bitter ist das denn?! Liverpool macht im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Atlético Madrid alles richtig und trotzdem steht der Titelverteidiger am Ende als grosser Verlierer da. Nach dem 0:1 im Hinspiel spielen die «Reds» von Beginn an auf ein Tor .

Das Team von Jürgen Klopp zündet vor vollen Rängen an der Anfield Road ein regelrechtes Feuerwerk. Unermüdlich stürmt der Titelverteidiger Richtung Tor von Jan Oblak und spielt sich trotz des massierten spanischen Abwehrbollwerks immer wieder Chancen heraus.

Aber nur einmal lassen sich die Spanier in den ersten 90 Minuten überraschen, als wenige Sekunden vor der Pause Georginio Wijnaldum im eigenen Strafraum vergessen geht und der Holländer per Kopf zum 1:0 trifft. Liverpool hat danach Chancen im Minutentakt, doch das Runde will einfach nicht ins Eckige. Und falls der Ball mal aufs Tor kommt, ist stets Oblak zur Stelle, der später dank neun Paraden zu Recht zum «Man of the Match» gewählt wird.

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Wijnaldum trifft kurz vor der Pause zum 1:0 für Liverpool. Video: streamable

Zwei Helden und ein Pechvogel

In der Verlängerung läuft zunächst alles so, wie es eigentlich kommen muss. Roberto Firmino erzielt in der 94. Minute via Pfosten und Nachschuss das erlösende 2:0 für die «Reds», das Anfield bebt. Das Schwerste scheint Liverpool geschafft zu haben. Doch Atlético schlägt sofort zurück. Nur 167 Sekunden nach dem 2:0 profitiert der eingewechselte Marcos Llorente von einem haarsträubenden Fehler von Liverpools spanischem Ersatzgoalie Adrian.

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Das 2:0 für Liverpool durch Firmino. Video: streamable

Nach einem Rückpass spielt der Alisson-Vertreter – der Stammgoalie fehlte verletzt – den Ball erst genau in die Füsse des Gegners, dann rutscht er beim Schuss von Llorente auch noch aus.

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Der böse Schnitzer von Adrian und das 1:2 durch Llorente. Video: streamable

Die «Reds»-Fan mussten sich an den verlorenen Champions-League-Final von 2018 erinnert fühlen, als Loris Karius mit zwei krassen Fehlern das 1:3 gegen Real Madrid mitverschuldete.

Liverpool kann nach dem Rückschlag nicht mehr reagieren. Im Gegenteil: In der 105. Minute doppelt Llorente mit dem 2:2 nach, wodurch Liverpool in den letzten 15 Minuten zwei Tore hätte schiessen müssen, um noch in den Viertelfinal einzuziehen. Den Schlusspunkt setzt aber erneut das überaus effiziente Atlético durch das 3:2 von Alvaro Morata.

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Llorente schliesst einen Konter zum 2:2 für Atlético ab. Video: streamable

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Der 3:2-Schlusspunkt für Atlético durch Morata. Video: streamable

Die Statistiken

Die sprechen natürlich eine klare Sprache für das Team von Jürgen Klopp.

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Eine der neun Paraden von Oblak. Video: streamable

Die Reaktionen

Nach dem vorzeitigen Aus in der Königsklasse erklärt Liverpool-Trainer Jürgen Klopp erst in aller Ruhe, wie er das Spiel gesehen hat, doch dann drückt der «schlechte Verlierer» in ihm durch. Der 52-jährige Deutsche holt zum Rundumschlag gegen Gegner Atlético und dessen Spielweise aus und auch Schiedsrichter Danny Makkelie knöpft er sich vor.

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp:

«Diese Niederlage schmerzt sehr, weil wir ein super Spiel gemacht haben. Wir haben bis zum Gegentor so gut gespielt gegen eine Mannschaft, die mit Weltklassespielern gespickt ist, sich aber dazu entscheidet zu spielen wie jemand, der um den Klassenerhalt kämpft. Wir haben alles richtig gemacht – ausser dass wir den Ball nicht oft genug reingeschossen haben.»

«Unser grösster Fehler war es, dass wir das zweite Tor fünf Minuten zu spät geschossen haben, also erst in der Verlängerung. Und dann passiert, was passiert: Adrian spielt den Ball so hinten raus und wir müssen jetzt gar nicht rumdiskutieren, das weiss er natürlich auch. Er hat dann eine falsche Position und steht relativ weit weg, als der Ball ins Tor fliegt. Aber so ist das. Wenn man Spiele verliert, verliert man die meisten aus einem guten Grund: Man macht Fehler. Und dieses Tor hat richtig reingehauen.»

«Fussball ist gerecht, wir haben zwei geschossen, die drei. Sie haben zu Hause 1:0 gewonnen und sind verdient weitergekommen. Aber ehrlich gesagt fühlt es sich trotzdem nicht richtig an. Ich merke einfach, was für ein beschissener Verlierer ich bin. Ich könnte die ganze Zeit darüber reden, wie man mit so einer Mannschaft so einen Fussball spielen kann. Das verstehe ich nicht. Auch wenn sie gewonnen haben.»

«Es tut mir ein bisschen weh, dass ein Schiedsrichter für so ein Spiel kein Gefühl entwickelt. Die eine Mannschaft versucht, etwas machen, zu kreieren, also Fussball. Und die andere halt nicht. Und trotzdem werden beide gleich behandelt. Das verstehe ich nicht. Aber wie gesagt: Ich bin ein scheiss Verlierer und das fühlt sich im Moment so an.»

Liverpool-Captain Henderson:

«Jan Oblak hat ein fantastisches Spiel gemacht. Wir haben uns so viele Chance rausgespielt, aber wir haben sie einfach nicht reingemacht. Wir haben es verpasst, ihnen mit dem dritten Treffer den Stecker zu ziehen. Wir haben alles auf dem Feld gelassen und das ist es, was zählt.»

«Wir haben alles hineingelegt, deshalb sind wir auch so bitter enttäuscht, vor allem wegen der Tore, die wir kassiert haben. Wir haben solche Situationen in den letzten Jahren immer wieder erlebt und wissen, wie wichtig es ist, bis zum Ende fokussiert zu bleiben und dass das Nachlassen der Konzentration kosten kann. Wir hätten es verdient gehabt, weiterzukommen.»

Atlético-Torschütze Llorente:

«Es gibt keine Grenze dafür, wie viel wir leiden können. Wir haben mit unserem Leben verteidigt und wenn alle dasselbe wollen, dann sind solche Dinge wie heute möglich.»

Atlético-Verteidiger Trippier:

«Wir wussten, dass es heute sehr schwer werden würde. Wir mussten defensiv stabil bleiben, um Liverpool so gut es geht zu frustrieren. Wir wussten, dass wir unsere Chancen bekommen, wenn wir uns gegen das Pressing von Firmino, Salah und Mané wehren.»

«So wie wir spielen, trainieren wir auch. Er (Diego Simeone, Anm. d. Red.) ist genauso an der Seitenlinie im Training. Es ist eine Freude, jeden Tag mit ihm zu arbeiten und von ihm zu lernen.»

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So feierte Diego Simeone mit den Atlético-Fans. Video: streamable

Die Schlagzeilen

Daily Mail:

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bild: screenshot dailymail

Daily Express:

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The Telegraph:

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The Mirror:

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The Sun:

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Marca:

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AS:

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