Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08601604 Bayern's head coach Hansi Flick (C, top) during the training session of Bayern Munich in Lisbon, Portugal, 13 August 2020. Bayern Munich will face Barcelona in an UEFA Champions League quarter final match on 14 August in Lisbon.  EPA/Manu Fernandez / POOL

Bayern-Trainer Hansi Flick schwört seine Truppe auf Lyon ein. Bild: keystone

Wer Barça 8:2 schlägt, sollte auch mit Lyon keine Mühe haben. Oder etwa doch?

Ein Halbfinal in der Champions League ist immer eine offene Angelegenheit, sollte man meinen. Beide Teams sind ja dorthin gekommen. Trotzdem ist der Halbfinal Lyon gegen Bayern von heute Abend (21 Uhr, SRF2) ein David-gegen-Goliath-Spiel.



Seit 2013, seit dem 2:1-Sieg im Wembley gegen Borussia Dortmund, stand der FC Bayern München nie mehr in einem Final der Champions League. Die sechs Gewinner in der Königsklasse seither kamen fünfmal aus Spanien und einmal aus England (Liverpool vor einem Jahr). Die sechs unterlegenen Finalisten kamen je zu einem Drittel aus Spanien, Italien und England.

Gleichgültig also, wie das zweite Halbfinal-Duell zwischen einer deutschen und einer französischen Mannschaft am Mittwoch ausgeht, wird mindestens eine der übrigen grossen europäischen Ligen, Deutschland und Frankreich, im Final vertreten sein.

Bild

Zählt am Ende die Erfahrung? bild: twitter

Die Durststrecke der Ligue-1-Klubs in den Champions-League-Finals hält nicht erst seit sieben Jahren (wie die der Deutschen) an, sondern schon volle 16 Jahre. Und das im Final 2004 dem FC Porto unterlegene Monaco hat nicht einmal den französischen Pass. So muss man ins Jahr 1993 zurückschauen, in die allererste Saison der Champions League, die den Europacup der Meister ablöste. Olympique Marseille siegte damals im Final 1:0 gegen Milan.

Bayern – wann, wenn nicht jetzt?

Die Unwiderstehlichkeit, mit der die Bayern unter Trainer Hansi Flick in diesem Kalenderjahr vor allem in der Meisterschaft aufgetreten sind, und ganz besonders die Galavorstellung beim 8:2-Sieg im Viertelfinal gegen den allerdings erschreckend schwachen FC Barcelona erheben die Bayern für den Halbfinal zum haushohen Favoriten.

Was sollte Lyon, das in der französischen Meisterschaft beim Abbruch nach 28 Runden nur den 7. Platz belegte, dieser vermeintlichen Übermacht entgegensetzen können? Zum Beispiel eine Defensive, die sich nicht derart haarsträubende, stümperhafte Fehler am laufenden Band leistet wie Barça.

In den 180 Minuten des Achtelfinals gegen Italiens Serienmeister und Champions-League-Titelaspiranten Juventus Turin liess sich Lyons portugiesischer Goalie Anthony Lopes nur zweimal (einmal auf Penalty) bezwingen. Und in den 90 Minuten des Viertelfinals gegen das nicht minder ambitionierte Manchester City nur einmal.

abspielen

So bodigte Lyon den grossen Favoriten Manchester City. Video: YouTube/SRF Sport

Gelingt es der Mannschaft von Trainer Rudi Garcia, die zu erwartenden Angriffswellen der Münchner verebben zu lassen, ist Lyon der erstmalige Vorstoss in einen Final der Königsklasse zuzutrauen. Für eigene Tore ist Lyon in diesem Sommer immer gut – nicht nur dank dem Niederländer Memphis Depay und dem Franzosen Moussa Dembélé, von dem man derzeit viel mehr sieht als vom viel teureren und oft verletzten Namensvetter Ousmane Dembélé.

Lyon's Memphis Depay is carried by a teammate during a training session at the Jose Alvalade stadium in Lisbon, Friday Aug. 14, 2020. Lyon will play Manchester City in a Champions League quarterfinals soccer match on Saturday. (Franck Fife/Pool via AP)

Memphis Depay ist bei bester Laune. Bild: keystone

Für die Bayern gilt es, eine Art Trauma zu überwinden. Zwischen 2014 und 2018 sind sie viermal im Halbfinal hängengeblieben – jedes Mal an einer spanischen Mannschaft. «Ich glaube, dass wir Wettbewerbstypen alle hungrig sind und auch mental so fit, dass wir einfach präsent sind, auch vom Kopf her», sagte Goalie Manuel Neuer. (pre/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Diese Klubs haben den Henkelpott gewonnen

Die 21 schönsten Champions-League-Tore

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Zum Tod von Diego Maradona: Wie die «Hand Gottes» zur Legende wurde

Diego Armando Maradona stirbt im Alter von 60 Jahren. Kein anderer Spieler hat je eine WM so dominiert wie Diego Maradona 1986. Die beiden Treffer gegen England haben ihn nicht nur in Argentinien zum Fussballgott gemacht.

Diego Maradonas Augen waren noch glasig, sagen diejenigen, die ihn an diesem 22. Juni 1986 in der Kabine haben sitzen sehen. Sein Lächeln sei steinern gewesen. Er war sich bewusst, dass er mit seinem Tor zum 2:0 gegen England einen Akt sublimer Kunst vollbracht hatte. Sublime Kunst bedeutet, etwas Grosses, Überwältigendes, das nur mit dem Gespür für das Aussergewöhnliche überhaupt verstanden und nicht wiederholt werden kann.

Das war sein sublimes Kunststück: Er startete in der eigenen …

Artikel lesen
Link zum Artikel