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epa08604372 Joshua Kimmich (C) of Bayern Munich celebrates with teammate Leon Goretzka (R) after scoring the 5-2 lead during the UEFA Champions League quarter final match between Barcelona and Bayern Munich in Lisbon, Portugal, 14 August 2020.  EPA/Manu Fernandez / POOL

Bayern trifft, wann immer es will – Joshua Kimmich bejubelt sein 5:2. Bild: keystone

8:2! Bayern München zerlegt ein desolates Barcelona und steht im Halbfinal

Jetzt ist Bayern München erst recht der erste Favorit im Finalturnier der Champions League. Die Münchner deklassieren im Viertelfinal den ausser Rand und Band geratenen FC Barcelona 8:2.



Nach dem Unterbruch wegen des Coronavirus verlor Barcelona gegen Real Madrid das Fernduell in der spanischen Meisterschaft. Dass dies der Moral der Katalanen schwer geschadet hat, mag eine Erklärung für die schier unglaublich schlechte Leistung sein, die die Mannschaft von Trainer Quique Setien im Viertelfinal der Königsklasse abgeliefert hat.

Auch wenn die Bayern diesmal als Favoriten galten, hätte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass dieser Schlagermatch nach rund einer halben Stunde nach einem 4:1 (zweimal Thomas Müller, Serge Gnabry, Ivan Perisic) so gut wie entschieden sein könnte. Es hätte zu dem Zeitpunkt auch schon - wie nach 90 Minuten - 8:2 stehen können.

epa08604297 Lionel Messi of Barcelona reacts during the UEFA Champions League quarter final match between Barcelona and Bayern Munich in Lisbon, Portugal, 14 August 2020.  EPA/Rafael Marchante / POOL

Ein Abend zum Vergessen: Superstar Lionel Messi und sein Barcelona mussten sich vorführen lassen. Bild: keystone

In der Defensive wirkten die Spanier von Anfang an ängstlich, verwirrt, zeitweise einer Panik nahe. Die vier frühen Tore und die weiteren erstklassigen Chancen der Bayern kamen etwa zur Hälfte nach zügigen, zwingenden Angriffen zustande, zur anderen Hälfte jedoch nach haarsträubenden Fehlern der Katalanen.

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Die Zusammenfassung der Partie. Video: YouTube/SRF Sport

Eine derart desolate Leistung war dem stolzen FC nicht zuzutrauen, schon eher Espanyol Barcelona, das als abgeschlagener Letzter der Meisterschaft in Spaniens 2. Division abgestiegen ist.

«Ein schreckliches Spiel, so kann man nicht auftreten. Wir haben den Tiefpunkt erreicht.»

Gerard Piqué

Barcelonas Verteidigung überfordert

Symbolisch für Barcelonas Hilflosigkeit an dem denkwürdigen Abend in Lissabon war Bayerns 5:2 nach 63 Minuten. Der junge kanadische Aussenverteidiger Alphonso Davies zeigte einen Slalomlauf von der Seitenlinie bis zum Pfosten. Er hatte die Musse, den freien Verteidigerkollegen Joshua Kimmich anzuspielen, der den Ball nur noch ins Tor zu schieben brauchte. Erstaunlicherweise hatte der Goalgetter Roberto Lewandowski keines der ersten fünf Tore erzielt. Aber auch er kam noch zu seinem Tor.

Trotz des klaren Sieges zeigten die Bayern keineswegs über 90 Minuten ein brillantes Spiel. In den ersten 15 Minuten, als es noch 1:1 stand, waren die Münchner in der Defensive ebenso fehlerhaft, wie es Barcelona in der ganzen Partie war. Barças zeitweiliger Ausgleich nach sieben Minuten kam durch ein Eigentor von Verteidiger David Alaba zustande. Der Österreicher grätschte vor dem Tor in einen Querpass. Es war der einzige mögliche Rettungsversuch, denn hinter Alaba war Luis Suarez allein und einschussbereit.

In den nachfolgenden Minuten gewährten die Bayern dem Gegner nach schweren Abwehrfehlern reelle Torchancen. Im weiteren Turnierverlauf und gegen einen besseren Widersacher könnten sich solche Unzulänglichkeiten gravierend auswirken. Nach dem 2:1 von Ivan Perisic nach 22 Minuten jedoch wirkte Bayerns Defensive wieder weitgehend sattelfest.

Keine neuen Teams in fünf Jahren

In der Champions League hatten die zwei Schwergewichte des Klubfussballs seit 2015 nicht mehr gegeneinander gespielt. Damals setzte sich im Halbfinal Barcelona durch, um danach auch den Final gegen Juventus Turin zu gewinnen.

Beide Mannschaften haben sich trotz des Abstands von fünf Jahren weniger stark verändert, als man glauben könnte. Neuer, Boateng, Thiago, Müller, Lewandowski und Martinez sind noch heute für die Bayern im Einsatz, ter Stegen, Piqué, Jordi Alba, Rakitic, Busquets, Messi und Suarez spielen weiterhin für Barça. Am Freitag hätte man glauben können, es hätten zwei komplett neue Mannschaften gegeneinander gespielt. (dab/sda)

Barcelona - Bayern München 2:8 (1:4)
Lissabon. - SR Skomina (SLO).
Tore: 4. Müller (Lewandowski) 0:1. 7. Alaba (Eigentor) 1:1. 22. Perisic (Gnabry) 1:2. 27. Gnabry (Thiago) 1:3. 31. Müller (Kimmich) 1:4. 57. Suarez (Jordi Alba) 2:4. 63. Kimmich (Davies) 2:5. 82. Lewandowski 2:6. 85. Coutinho (Müller) 2:7. 89. Coutinho (Hernandez) 2:8.
Barcelona: ter Stegen; Semedo, Piqué, Lenglet, Jordi Alba; Roberto (46. Griezmann), Busquets (70. Fati), De Jong; Vidal; Messi, Suarez.
Bayern München: Neuer; Kimmich, Boateng (75. Süle), Alaba, Davies (84. Hernandez); Goretzka (84. Tolisso), Thiago; Gnabry (75. Coutinho), Müller, Perisic (67. Coman); Lewandowski.
Bemerkungen: Barcelona ohne Umtiti, Morer und Todibo (alle verletzt). Bayern München ohne Pavard (verletzt). Verwarnungen: 43. Boateng (Foul), 52. Davies (Foul), 54. Suarez (Foul), 60. Jordi Alba (Unsportlichkeit). 92. Vidal (Unsportlichkeit). (sda)Erzeuge Artikel

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