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MANCHESTER, ENGLAND - SEPTEMBER 15:  Kevin de Bruyne and Eliaquim Mangala of Manchester City look dejected in defeat after the UEFA Champions League Group D match between Manchester City FC and Juventus at the Etihad Stadium on September 15, 2015 in Manchester, United Kingdom.  (Photo by Alex Livesey/Getty Images)

Auch Mega-Transfer Kevin De Bruyne (74 Millionen Euro) kann Manchester Citys Niederlage gegen Juventus Turin nicht verhindern. 
Bild: Getty Images Europe

Trotz Milliarden-Investitionen im Transfersommer: Wir erleben die Bankrotterklärung des englischen Fussballs 

Zum ersten Mal seit Einführung der Champions League haben drei von vier englischen Teams ihre Auftaktspiele verloren. Diese chronische Erfolgslosigkeit der Premier League ist kein Zufall, sondern die Quittung für den Verkauf der Seele.



Insgesamt wurden in der Premier League der vergangenen Transferperiode 1,18 Milliarden (!) Euro für Neuzugänge ausgegeben. Die Wahnsinns-Ausgaben konnten sich die Klubs neben stinkreichen Besitzern auch dank fett dotierter Fernsehverträge leisten. Der englische Fussball hat seine Seele teuer verkauft und wird mit chronischer Erfolgslosigkeit dafür bestraft.

Football - Dinamo Zagreb v Arsenal - UEFA Champions League Group Stage - Group F - Maksimir Stadium, Zagreb, Croatia - 16/9/15
Arsenal players look dejcted after Zagreb's second goal
Action Images via Reuters / Matthew Childs
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Die Arsenal-Spieler sind nach dem Gegentreffer zum 0:2 gegen Dinamo Zagreb komplett bedient.
Bild: Matthew Childs/REUTERS

Teure Spieler sorgen für Spektakel, sie bringen grosse individuelle Klasse mit. Geld schiesst auf jeden Fall Tore. Doch das reicht nicht. Treue Spieler bringen Leidenschaft, Einsatz und den letzten Willen, sich für das Logo auf ihrer Brust zu zerreissen. Es sind ebendiese unterschiedlichen Eigenschaften, die teure Spieler von treuen Spielern unterscheiden. Der eine bringt Spektakel, der andere Erfolg.

Wo sind die Gerrards, Lampards und Scholes' nur geblieben? 

Noch gehört die Premier League zu den Top-Ligen Europas. Die Liga befindet sich im europäischen Vergleich jedoch auf dem absteigenden Ast. Bereits in der letzten Saison schaffte es kein englisches Team in die Viertelfinals der Königsklasse: Chelsea, Man City und Arsenal schieden allesamt in den Achtelfinals aus und Liverpool scheiterte bereits in der Gruppenphase – unter anderem am FC Basel.

In der UEFA-Fünfjahreswertung hält sich die Premier League noch knapp auf Platz 3, die Serie A dahinter holt immer mehr auf und könnte gutmöglich schon dieses Jahr vorbeiziehen – die Serie A ist derzeit besser als die Premier League.

Der schlechteste Start überhaupt

In der ersten Runde der neuen Champions-League-Saison sind aus englischer Sicht bereits wieder erschreckende Tendenzen zu erkennen: Von den Topligen Spanien (drei Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage), Deutschland (drei Siege, eine Niederlage) und Italien (ein Sieg, ein Unentschieden) ist die Premier League mit drei Niederlagen und einem Sieg als einzige negativ gestartet. Zum ersten Mal seit Einführung der Champions League haben drei von vier englischen Teams ihre Auftaktspiele verloren

EINDHOVEN, NETHERLANDS - SEPTEMBER 15: David De Gea and Ashley Young of Manchester United watch as a header by Hector Moreno of PSV Eindhoven hits the back of the net during the UEFA Champions League Group B match between PSV Eindhoven and Manchester United at PSV Stadion on September 15, 2015 in Eindhoven, Netherlands.  (Photo by Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)

David de Gea und Ashley Young haben das Nachsehen: Der Kopfball von Hector Moreno fliegt in die Maschen.
Bild: Getty Images Europe

Gerade in der Gruppenphase der Königsklasse darf man Spiele verlieren. Wahrscheinlich werden sich die englischen Teams doch noch durch die Gruppenphase mogeln. Trotzdem war die Performance in der ersten Runde erschreckend schwach.

Manchester City spielte gegen ein komplett verunsichertes Juventus Turin, welches nach dem grossen Umbruch im Sommer in drei Serie-A-Spielen nur einen Punkt holte. Die «Bianconeri» reisten als Tabellen-16. zum verlustpunktlosen Leader der Premier League. Die «Citizens» gaben der Juve jedoch nicht wie erwartet auf den Deckel – im Gegenteil: Sie waren der perfekte Aufbaugegner. Trotz Schiedsrichterhilfe bei der deutlich irregulären Führung durch Kompany verloren die Engländer gegen Juventus schlussendlich noch verdient mit 1:2. 

Football - Manchester City v Juventus - UEFA Champions League Group Stage - Group D - Etihad Stadium, Manchester, England - 15/9/15
Alvaro Morata celebrates with team mates after scoring the second goal for Juventus
Reuters / Phil Noble
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Können wieder jubeln: Nach miserablem Saisonstart findet Juventus ausgerechnet beim Premier-League-Dominator zum Siegen zurück.
Bild: Phil Noble/REUTERS

Natürlich ist Juventus noch immer eine Top-Mannschaft. Und natürlich darf man gegen sie verlieren. Aber nicht in dieser Verfassung. Juventus zeigte gegen Udinese (0:1) und Chievo Verona (1:1), dass sie mit gut organisierten Defensiven noch grosse Mühe haben. Trotzdem schaffte es City nicht, eine Führung nach 60 Minuten über die Zeit zu bringen. Der Unterschied? In der Serie A wird auf Resultat gespielt, der Sieg steht im Fokus. Die Premier League praktiziert brotlosen Hokuspokus-Fussball.

Auch Man United und Arsenal erwischt es

Manchester United ging wie der Stadtrivale ebenfalls in Führung – und konnte damit nicht umgehen. Gegen das auf dem Papier deutlich unterlegene Eindhoven gab es eine 1:2-Niederlage. Zum Vergleich: Alleine Man-United-Neuzuzug Anthony Martial kostete 50 Millionen Euro Ablöse. Die komplette Startelf von PSV kommt auf einen Marktwert von 55 Millionen.

Die noch grössere Blamage setze es für Arsenal London ab. Die «Gunners», derzeit auf Rang 4 der Premier League, blamierten sich gegen den krassen Aussenseiter Dinamo Zagreb und verloren die Partie 1:2.

Ausgerechnet Chelsea, welches in der Liga nicht auf Touren kommt, konnte die englische Ehre noch halbwegs retten. Der 4:0-Sieg über Maccabi Tel Aviv ist jedoch nicht zu hoch zu werten: Die Israeli haben kein Champions-League-Niveau, das weiss man nicht nur in Basel.

Wenn das Geld auch ohne Resultate fliesst

Das Problem der erfolglosen Premier League auf internationaler Ebene ist relativ simpel zu erkennen: Die Klubs aus England müssen in erster Linie attraktiven Fussball spielen. Fussball verkommt immer mehr zu Unterhaltung, der Zuschauer will keine perfekt eingespielte Viererkette sehen sondern Tore, Tore, Tore.

TV Einnahmen Top Ligen Champions LEague

Der Vergleich der TV-Einnahmen.
screenshot: srf

Deshalb werden überhaupt diese hohen TV-Gagen bezahlt. Der englische Klub-Fussball ist nicht der beste, sondern der spektakulärste der Welt. Tore lassen sich gut verkaufen, die Premier League hat die beste Vermarktung der Welt. Sie ist nicht einmal auf Erfolg angewiesen. Solange der offensive «Hurra-Fussball» gespielt wird, lässt sich die Liga verkaufen.

Die neuen TV-Einnahmen in England

Ab 2016 kassiert die Premier League für drei Spielzeiten rund 9.5 Milliarden Euro (inklusive Einnahmen der Auslandrechte), die zur Hälfte als fester Anteil auf alle Klubs verteilt werden. Die andere Hälfte wird zu 25 Prozent je nach Platzierung vergeben und zu 25 Prozent je nach TV-Präsenz verteilt.

Mit dem neuen TV-Deal bis 2019 wird sich das kaum ändern. Den ehrlichen englischen Fussball gibt es nicht mehr. Spätestens wenn es in der K.O.-Phase hart auf hart kommt, werden die beiden Manchester, Arsenal und Chelsea das Nachsehen haben. Aber egal. Sie können ja nächsten Sommer wieder Milliarden in neue Spieler investieren. 

Das sind die Topstars der 32 Champions-League-Teilnehmer

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