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epa05903546 Juventus' players celebrate their 3-0 win at the end of the UEFA Champions League quarter final first leg soccer match between Juventus FC and FC Barcelona at Juventus Stadium in Turin, Italy, 11 April 2017.  EPA/ALESSANDRO DI MARCO

Die Juve-Spieler heben nach dem 3:0-Sieg gegen Barcelona ab. Bild: EPA/ANSA

Dybala macht seinem Spitznamen alle Ehre – und was bei Juve vs. Barça sonst noch auffiel

Juventus Turin zeigt Barcelona den Meister: Die «Alte Dame» schlägt die Katalanen im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals mit 3:0. Paulo Dybala, Giorgio Chiellini und Torhüter Gianluigi Buffon waren die grossen Figuren der Partie.



Dybalas Spitzname

Ganz klar: Paulo Dybala war beim 3:0-Sieg von Juventus Turin gegen Barcelona der Mann des Spiels. Mit seinem Doppelpack brachte der 23-jährige Argentinier die «Alte Dame» zwischen der 7. und der 22. Minute vorentscheidend 2:0 in Führung.

Besonders sehenswert war sein erster Treffer. Den Pass in den Strafraum von Juan Cuadrado nahm Dybala kurz an, um dann den Ball dann aus der Drehung blitzschnell ins lange Eck zu schlenzen. Ganz ähnlich das 2:0: Nach Vorarbeit von Mario Mandzukic zirkelte der Juve-Stürmer die Kugel herrlich um Gerard Piqué und machte seinem Spitznamen erneut alle Ehre ...

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Schlenzer I: Das 1:0 von Dybala. Video: streamable

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Schlenzer II: Das 2:0 von Dybala. Video: streamable

Wie viele Fussballprofis spielt auch Dybala regelmässig FIFA auf der Playstation. Von seinem ehemaligen Teamkollegen Paul Pogba bekam er wegen seiner Fertigkeiten den Spitznamen «Quadrat/R2» verpasst. Mit dieser Tastenkombination auf dem Gamepad gibt man bei FIFA einen Schnellschuss mit viel Effet ab. Passt ja wie die Faust aufs Auge!

Der beste Argentinier und Messi

Übrigens: Dybala feiert seine Tore stets mit einer speziellen Jubelpose, mit Daumen und Zeigefinger formt er eine Gladiatoren-Maske. Damit erinnert er an seinen verstorbenen Vater. Dieser schied aus dem Leben, als der Juve-Superstar erst 15 Jahre alt war. 

Juventus' Paulo Dybala celebrates after scoring during a Champions League, quarterfinal, first-leg soccer match between Juventus and Barcelona, at the Juventus Stdium in Turin, Italy, Tuesday, April 11, 2017. (Alessandro Di Marco/ANSA via AP)

Die spezielle Jubelpose von Paulo Dybala. Bild: AP/ANSA

Buffons Glanzparade

Grossen Anteil am Juve-Triumph hatte auch Gianluigi Buffon. Kurz vor Dybalas 2:0 bewahrte der Torhüter seinem Team mit einer famosen Rettungstat vor dem Ausgleich. Lionel Messi spielte aus dem Mittelfeld einen Traumpass in die Tiefe auf Andrés Iniesta, der den Ball aber nicht an Buffon vorbeibrachte. Im letzten Moment fuhr dieser noch seine Hand aus. Wer weiss, wie die Partei ausgegangen wäre, hätte Juves Keeper hier nicht noch seine Finger im Spiel gehabt.

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Buffon rettet gegen Iniesta. Video: streamable

Barças Ineffizienz

68,1 Prozent Ballbesitz, 538:205 erfolgreiche Pässe, 16:14 Schüsse aufs Tor. Wer nur die nackten Zahlen sieht, könnte meinen Barcelona habe dieses Hinspiel fast nach Belieben dominiert, doch dem war nicht so: Juve variierte nach der wilden Startphase geschickt zwischen Pressing und Passivität und liess sich teilweise tief in die eigene Platzhälfte zurückfallen. Das Team von Massimiliano Allegri machte die Räume für Barça extrem eng, zwischen den Duos Bonucci/Chiellini und Higuain/Dybala lagen teilweise höchstens 15 Meter.

Dem hatte Barça nichts entgegen zu setzen. Über die gewohnten Ballstafetten kam man kaum vors Tor, also versuchten es die Katalanen mit individuellen Aktionen. Messi und Neymar blieben aber immer wieder hängen und vom Rest kam wenig bis nichts. Auffällig: Die Hartnäckigkeit, mit der die Juve-Spieler in die Zweikämpfe stiegen. So kauften sie Barça komplett den Schneid ab.

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Messi wird fast komplett abgemeldet. Video: YouTube/NugoBasilaiaa

Zahnlose Versöhnung

Vier Monate wurde Luis Suarez für seinen Biss in Giorgio Chiellinis Schulter bei der WM 2014 gesperrt. Weil Chiellini im Champions-League-Final 2015 gesperrt war, kam es gestern zum ersten Wiedersehen der beiden Hauptpersonen des Biss-Skandals. Obwohl sich Suarez und Chiellini den einen oder anderen erbitterten Zweikampf lieferten, lief es friedlich ab.

In der 51. Minute kam es gar noch zur grossen Versöhnung. Die beiden gaben sich auf dem Platz kurz die Hand und Suarez zwinkerte Chiellini zu, der dem Uruguayer auf den Oberarm klopfte. Eine kleine, aber feine Geste. 

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Chiellini und Suarez geben sich die Hand. Video: streamable

Dass Chiellini in der 55. Minute dann doch noch das 3:0 für Juve erzielte, dürfte dennoch eine kleine Genugtuung gewesen sein.

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Chiellini trifft zum 3:0. Es ist erst sein zweites Champions-League-Tor. Video: streamable

Fragwürdige Pfiffe

Nein, Schiedsrichter Szymon Marciniak verpfiff die Partie nicht. Dennoch sorgten einige seiner Entscheidungen zumindest für leichtes Kopfschütteln. In der 63. Minute verwarnte er Juves Mario Mandzukic, der auf dem Flügel eine starke Partie ablieferte.

Barça-Verteidiger Sergi Roberto grätschte den Kroaten an der Seitenlinie rüde um, doch Gelb gab's für Mandzukic. Wahrscheinlich, weil er Roberto zuvor mit dem Ellbogen im Gesicht getroffen hatte. Aber da hatte der Spanier schon zu seiner Grätsche angesetzt.

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Für dieses Foul von Sergi Roberto sieht Mandzukic Gelb. Video: streamable

In der 69. Minute hätte sich Juventus dann nicht beklagen können, hätte Marciniak nach einem Handspiel von Chiellini im Strafraum auf Penalty entschieden. Neymar schiesst dem Juve-Verteidiger den Ball zwar aus kurzer Distanz an den Arm. Dieser hat da oben aber auch nichts zu suchen. 

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Kein Penalty für Barcelona, obwohl Chiellinis Hand zum Ball geht. Video: streamable

In der 72. Minute annullierte der polnische Schiedsrichter Juves 4:0 durch Cuadrado, obwohl Passgeber Sami Khedira zuvor knapp nicht im Abseits stand. Das war allerdings auch schwierig zu sehen.

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Das Tor von Cuadrado zählt nicht. Video: streamable

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