DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this Saturday, June 2, 2007, file photo Turkey's Hakan Sukur reacts during the Group C Euro 2008 qualifying soccer match against Bosnia at the Olympic stadium in Sarajevo. Turkey's state-run news agency reports Friday, Aug. 12, 2016, authorities have issued an arrest warrant for former soccer star and legislator Hakan Sukur over his alleged links to a U.S.-based Muslim cleric, accused by Turkey of masterminding last month's failed coup. (AP Photo/Amel Emric, FILE)

In 112 Länderspielen schoss der «Bulle vom Bosporus» 51 Tore. Bild: AP

Warum der türkische Fussballkönig Hakan Sükür jetzt im Exil in einem Café arbeitet

Er gilt als bester türkischer Fussballer der Geschichte: Hakan Sükür. Der «Bulle vom Bosporus» holte Titel und knackte Rekorde, als Politiker wurde er Erdogans Regime unangenehm. Sükür flüchtete nach Kalifornien.



46 Jahre alt ist Hakan Sükür mittlerweile, seit dem Ende seiner Karriere als Fussballer ist ein Jahrzehnt vergangen. Eines, das äusserst turbulent verlief für den Rekordtorschützen der türkischen Nationalmannschaft. Sükür wurde Politiker, zog ins Parlament ein – und wurde nach seinem Austritt aus der Regierungspartei AKP zur Verhaftung ausgeschrieben.

Sükür setzte sich ab, heute lebt er in Kalifornien. Die «New York Times» stöberte ihn auf, in einem Café in Palo Alto im Silicon Valley. Der Türke ist Mitbesitzer des Geschäfts. Er steht selber hinter der Theke und verkauft den Kunden türkisches Frühstück, Gebäck und Kaffee. Im Gespräch mit der Zeitung vergleicht Sükür seine Situation mit jener nördlich des Polarkreises in Norwegen: «Es wird nicht immer dunkel sein. Ich glaube daran, dass eines Tages das Licht zurückkehrt. Die Dunkelheit wird nicht ewig währen.»

Aus dem Freund wird ein Feind

Dass er sich dazu genötigt sah auszuwandern, liegt an Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Sükür war Mitglied dessen Partei AKP. Doch nach zwei Jahren im türkischen Parlament verliess er die Partei wegen deren seiner Ansicht nach «feindlichen Schritte» gegen die Gülen-Bewegung. Seither wurde aus dem berühmtesten türkischen Sportler überhaupt eine für die Regierung unerwünschte Person. Erdogan liess ihn wegen Präsidentenbeleidigung anklagen und nach dem gescheiterten Putschversuch zur Verhaftung ausschreiben. Aus einem Freund war längst ein Feind geworden.

FILE - In this Friday, May 16, 2008, file photo Britain's Queen Elizabeth II, left, with Turkish Prime Minister Tayyip Erdogan, 2nd right, and his wife Emine Erdogan, second left, and Turkish soccer star Hakan Sukur, right, during a garden party at the British Embassy in Ankara. Turkey's state-run news agency reports Friday, Aug. 12, 2016  authorities have issued an arrest warrant for former soccer star and legislator Hakan Sukur over his alleged links to a U.S.-based Muslim cleric who is accused by Turkey of masterminding last month's failed coup. (AP Photo/Firat Yurdakul, Pool, File)

2008 ist die Welt noch in Ordnung: Erdogan beobachtet von Queen Elizabeth II und Sükür (rechts) in Ankara. Bild: AP

Seit dem Herbst 2015 lebt Hakan Sükür nun in Kalifornien. «Gutes Wetter, schönes Leben», fasst er zusammen. Seine Ehefrau Beyda und ihre drei Kinder im Alter von 12 bis 18 Jahren traten die Flucht in ein neues Leben mit ihm an. Seine Eltern in der Türkei hingegen kann er nur noch mittels Facetime sehen. Der Vater, 77 Jahre alt und zwischenzeitlich im Gefängnis, ist an Krebs erkrankt.

Hakan Sükür

Geboren am 1. September 1971. Stürmer. Profi von 1987 bis 2008. Für Galatasaray Istanbul erzielt er in 363 Spielen 228 Tore, er wird mehrfach türkischer Meister und Cupsieger und gewinnt mit dem Klub im Jahr 2000 den UEFA-Cup. Mit der Nationalmannschaft wird er 2002 WM-Dritter, in 112 Länderspielen trifft er 51 Mal.

Zukunft in den USA

Freunde würden ihm dazu raten, erzählt Sükür der «New York Times», sich einfach nicht mehr politisch zu äussern. Dann würde er wohl nach Hause zurückkehren können, ohne dass ihm etwas geschehe. Aber das werde er nicht tun, kündigt der frühere Star von Galatasaray an. «Es gibt abertausende Menschen, die in der gleichen Situation wie ich sind. Es wäre egoistisch, nur für mich selber zu denken. Ich könnte mich selber nicht mehr ernst nehmen.»

Stattdessen plant Hakan Sükür seine Zukunft in den Vereinigten Staaten. Sein jetziges Visum läuft 2020 ab, er hat für ein längeres Bleiberecht eine Green Card beantragt. (ram)

Die heissesten Fussball-Derbys und -klassiker der Welt

10 Spartipps für deine WG, die du dir getrost sparen kannst

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Lya Saxer

Martin Palermo schafft's ins Guinness-Buch – weil er 3 Penaltys in einem Spiel verschiesst

Link zum Artikel

Der «entführte» Raffael wird zum Fall für die Polizei – und muss ein Nachtessen blechen

Link zum Artikel

Nati-Goalie Zuberbühler schiebt die Schuld für ein Riesen-Ei dem «Blick» zu

Link zum Artikel

Mit dem letzten Spiel im Hardturm gehen 78 Jahre Schweizer Fussball-Geschichte zu Ende

Link zum Artikel

«Decken, decken, nicht Tischdecken» – als man(n) im TV noch über Frauenfussball lästerte

Link zum Artikel

Andrés Escobar wird nach einem Eigentor an der WM mit 12 Schüssen hingerichtet

Link zum Artikel

Jay-Jay Okocha demütigt Oliver Kahn und drei Verteidiger mit einem Wahnsinnstanz

Link zum Artikel

Filipescu macht den FC Zürich in Basel in der 93. Minute zum Meister

Link zum Artikel

Das schlimmste Foul im Schweizer Fussball: Gabet Chapuisat zertrümmert Lucien Favres Knie

Link zum Artikel

Marco van Basten schiesst den «ewigen Zweiten» mit seinem Traumtor zum EM-Titel

Link zum Artikel

Ailton wettert: «For mi das nicht Profi-Mannschaft, das nicht Profi-Fussball. Unglaublig»

Link zum Artikel

Cabanas fordert Respekt, denn «das isch GC! Rekordmeister! Än Institution, hey!»

Link zum Artikel

«Oh Zinédine, pas ça!» Zidanes Kopfstoss im WM-Final gegen Materazzi erschüttert die Welt

Link zum Artikel

Die Schweizerin Nicole Petignat pfeift als erste Frau ein Europacup-Spiel der Männer

Link zum Artikel

Ein Carlos Varela in Höchstform: «Heb de Schlitte, du huere Schissdrägg»

Link zum Artikel

Roberto Baggios Penalty in die Erdumlaufbahn lässt ganz Italien weinen

Link zum Artikel

Beni Thurnheers fataler Irrtum – es gibt eben doch einen Zweiten wie Bregy

Link zum Artikel

«Hoch werd mas nimma gwinnen» – der legendäre Ösi-Galgenhumor beim 0:9 gegen Spanien

Link zum Artikel

Maradona schiesst das Tor des Jahrhunderts – aber in Erinnerung bleibt die «Hand Gottes»

Link zum Artikel

Märchenprinz Volker Eckel legt GC mit 300-Millionen-Versprechen aufs Kreuz

Link zum Artikel

Der Goalie mit Pudelmütze sorgt für eine der grössten Sensationen der Fussball-Geschichte

Link zum Artikel

Ronaldo kämpft vor dem WM-Final mit dem Tod – warum er trotzdem spielt, bleibt ein Rätsel

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

So sehen die Bilder des «Tschutti Heftlis» für die EM 2020 aus

Seit rund drei Wochen befinden sich viele kleine und grössere Fussballfans in ganz Europa im Sammelfieber. Vor der Fussball-EM im Sommer gilt es für sie, das traditionelle Panini-Album zu füllen. Auch wenn unser redaktionsinterner «Sammel-Gott» Philipp Reich in diesem Jahr einiges kritisiert:

Seit der Euro 08 in der Schweiz und in Österreich gibt es hierzulande aber auch eine Alternative: Das «Tschutti Heftli». In ihm werden die Fussballspieler nicht mit Fotos gezeigt. Stattdessen dürfen …

Artikel lesen
Link zum Artikel