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epa08283299 (FILE) - LASK players attend their team's training session in Linz, Austria, 11 December 2019 (re-issued on 10 March 2020). The UEFA Europa League round of 16 soccer match between LASK and Manchester United on 12 March 2020 will be played behind closed doors in order to reduce mass gatherings amid the coronavirus (COVID-19) outbreak, local authorities confirmed on 10 March 2020.  EPA/CHRISTIAN BRUNA *** Local Caption *** 55700358

Dem LASK steht wegen Corona-Verstössen Ärger ins Haus. Bild: EPA

Corona-Krimi in Österreich: Vermummte filmen heimliches Mannschaftstraining des LASK



Kein Tag ohne Corona-Verstoss im Fussball? Es sieht fast danach aus. Gestern wurde bekannt, dass Augsburg-Trainer Heiko Herrlich gegen die Isolationsbestimmungen der DFL verstossen hatte. Der Coach von Stephan Lichtsteiner und Ruben Vargas ging während der Hotel-Quarantäne seiner Mannschaft Zahnpasta einkaufen und verpasst nun den Bundesliga-Restart seiner Mannschaft gegen Wolfsburg.

Noch kurioser ist ein Fall in Österreich. Dort darf wie in der Schweiz zur Zeit nur in Kleingruppen trainiert werden. Nicht an diese Verordnung hielt sich allerdings der Tabellenführer Linzer ASK, der ein normales Mannschaftstraining mit Körperkontakt absolvierte. Dumm nur, dass alles auf Video festgehalten wurde.

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Der LASK beim «Plausch-Mätschli» im Training ... Video: streamable

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... und bei einer weiteren Übungseinheit. Video: streamable

Der österreichischen Bundesliga wurden mehrere Videos übermittelt, die den Verstoss klar zeigen. Wer die Videos aufgenommen hat, ist nicht ganz klar. In einer Stellungnahme erklärte der LASK, dass die Kameras im Rahmen «eines nächtlichen Einbruchs illegal» von zwei vermummten Verdächtigen angebracht worden seien.

Die Stellungnahme des LASK:

«Es lag und liegt uns fern, uns – wie nun unterstellt wird – durch Trainingsmassnahmen einen unfairen Wettbewerbsvorteil zu erschleichen. Wie eine im Rahmen eines nächtlichen Einbruchs illegal angebrachte Kamera festgehalten hat, wurden offenbar im Training die Abstandsregeln nicht konsequent eingehalten. Wir nehmen dies zur Kenntnis und werden mit dem Senat 1 der Bundesliga in jeglicher Form kooperieren und uns dort erklären.»

Bild

Die Vermummten pirschen sich an. bild: screenshot youtube

Die elf Konkurrenten des Leaders protestierten in einer gemeinsamen Stellungnahme gegen die Corona-Verstösse des LASK. Die Bilder würden klar dokumentieren , dass die Linzer trotz des strikten Verbots durch die zuständigen Ministerien ein Training mit vollem Körperkontakt absolviert hätten, hiess es dort. «Dadurch werden auch seit Tagen bestehende Gerüchte rund um ein Mannschaftstraining der Oberösterreicher bestätigt.»

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Die Eindringlinge beim Anbringen der Kameras. Video: streamable

Der Geschäftsführer vom ersten Verfolger Red Bull Salzburg liess verlauten: «Wir sind schockiert und fassungslos über die Vorgehensweise des Linzer ASK. Seit vielen Monaten arbeiten wir gemeinsam so hart an Perspektiven, nicht nur für den österreichischen Bundesliga-Fussball. Offensichtlich sind sich nicht alle Klubs und Personen dieser grossen Verantwortung bewusst.»

Die Austria-Vorstände Markus Kraetschmer und Peter Stöger erklärten: «Pures Gift für unsere Bemühungen und einfach nur disziplinlos und egoistisch.» Noch einen Schritt weiter ging die Admira. «Die Vorkommnisse haben uns zutiefst erschüttert und lassen uns sprachlos zurück. Der FC Flyeralarm Admira behält sich für alle Eventualitäten sämtliche rechtliche Schritte vor», teilte Präsident Philip Thonhauser mit.

Der LASK gibt sich uneinsichtig und leitet seinerseits rechtliche Schritte ein. Wegen Wirtschaftsspionage erstatteten die Linzer mittlerweile Strafanzeige bei der Polizei. «Wir sind schockiert, dass es offensichtlich Dritte gibt, die bereit sind, mit krimineller Energie in unser Vereinsgelände einzubrechen, um Wirtschaftsspionage zu betreiben. Die Täter wurden gefilmt und werden nun ausgeforscht», erklärte Geschäftsführer Andreas Protil.

Schon vor einigen Tagen war bei einem LASK-Training die Polizei aufgetaucht. Damals allerdings, um zu kontrollieren, dass die Oberösterreicher wie vorgeschrieben in Kleingruppen trainieren und die vorgeschriebenen Abstände einhalten. In ihrer Stellungnahme streiten die Linzer das Mannschaftstraining nicht ab, führen aber aus:

«Um den Spiel- und Trainingsbetrieb nicht zu gefährden, unterzieht der LASK seine Spieler seit längerem auf eigene Kosten engmaschigen PCR-Testungen. Weil für uns die Gesundheit aller Beteiligten an erster Stelle steht, wurden die Intervalle der Tests bewusst kurzgehalten! Im Lichte dieser Tatsachen ist ein Ansteckungsrisiko im Rahmen unseres Trainings de facto ausgeschlossen. Es lag daher zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung unserer Spieler oder anderer Personen vor.»

Dennoch drohen dem LASK nun Konsequenzen. Der Strafrahmen wegen des möglichen Fair-Play-Verstosses reicht laut der Rechtspflegeordnung des ÖFB von einer Ermahnung über eine Geldstrafe und Punktabzüge bis zu einem Zwangsabstieg und einem Ausschluss aus dem ÖFB. (pre)

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