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Manchester United freut sich auf Edinson Cavani. bild: Manutd.com

Bayern, ManUnited und Arsenal schlugen zu – die wichtigsten Transfers des Deadline Day



Das internationale Transferfenster ist geschlossen. Seit gestern Abend dürfen in den meisten europäischen Ligen keine Transfers mehr getätigt werden – die Schweiz (Transferschluss: 6. Oktober) und England (Transferschluss: 12. Oktober) bilden eine Ausnahme.

Obwohl sich die Klubs wegen der Corona-Pandemie zurückgehalten haben und die fünf europäischen Ligen mit 3,28 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr mehr als drei Milliarden (!) weniger ausgegeben haben als im Vorjahr, ging es am sogenannten Deadline-Day noch einmal hoch zu und her. Einige Topklubs besserten auf den letzten Drücker noch ihr Kader aus – das sind die wichtigsten Last-Minute-Transfers.

Premier League weiter an der Transfer-Spitze

Die Klubs der englischen Premier League haben in der abgelaufenen Transferperiode deutlich mehr Geld für neue Spieler ausgegeben als die Vereine aller anderen Ligen. Allerdings zahlten die fünf europäischen Topligen wegen der Coronavirus-Krise total drei Milliarden weniger für neue Spieler als im Vergleichszeitraum vor einem Jahr.

Die Klubs der Premier League investierten 1,34 Milliarden Euro. Das geht aus einem Bericht des Londoner Unternehmens Carteret Analytics hervor. Die Ausgaben gingen im Vergleich zum Vorsommer um knapp zwölf Prozent zurück. Die Klubs profitieren vor allem durch hoch dotierte und weiter bestehende TV-Verträge.

In den anderen Spitzenligen machte sich die Coronakrise viel deutlicher bemerkbar. In der Serie A halbierten sich die Ausgaben von 1,41 Milliarden auf 746 Millionen, geradezu eingebrochen sind die Zahlen im spanischen Fussball (von 1,48 Milliarden auf 404 Millionen). In der Bundesliga wurden nach Berechnungen der Nachrichtenagentur dpa 264 Millionen Euro und damit knapp ein Fünftel der Premier-League-Summe ausgegeben – im Sommer 2019 stand noch die Rekordsumme von 705 Millionen Euro zu Buche. (sda)

Bayern holt Backup-Quartett

Nachdem Bayern München am Sonntag bereits die Verpflichtung von Espanyol-Abräumer Marc Roca als Thiago-Ersatz bekanntgegeben hatte, langte der deutsche Rekordmeister am Deadline-Day so richtig zu. Mit Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting, der Rückkehr von Flügelflitzer Douglas Costa und mit Rechtsverteidiger Bouna Sarr schlossen die Bayern die letzten Kader-Lücken.

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Die vier neuen Bayern-Spieler: Choupo-Moting, Douglas Costa, Sarr und Roca (im Uhrzeigersinn). bild: fcbayern/watson

Choupo-Moting, der am Champions-League-Finalturnier den späteren Finalisten Paris St-Germain in die Halbfinals geschossen hatte, ist als Ersatz für Toptorjäger Robert Lewandowski vorgesehen. Douglas Costa, der bereits von 2015 bis 2017 in München gespielt hatte, ist nach dem Abgang von Ivan Perisic der vierte Mann auf dem Flügel. Und Bouna Sarr soll einspringen, wenn Benjamin Pavard verletzt ist oder eine Pause braucht.

Alles in allem hat Bayern nicht die klingendsten Namen geholt, doch die Transferstrategie von Sportvorstand Hasan Salihamidzic macht auf den zweiten Blick durchaus Sinn. Das individuell glänzend besetzte Kader erhielt die nötige Abstützung in der Breite. Abgegeben haben die Bayern gestern aber auch noch einen Spieler: Michaël Cuisance wird an Olympique Marseille ausgeliehen, wo der 21-jährige Mittelfeldspieler im Hinblick auf die Zukunft wertvolle Spielpraxis sammeln soll.

Die Bayern-Transfers auf einen Blick:

➡️ Eric Maxim Choupo-Moting (FRA/31), Mittelstürmer, ablösefrei, vereinslos

➡️ Douglas Costa (BRA/30), Rechtsaussen, Leihgeschäft, Juventus Turin

➡️ Bouna Sarr (FRA/28), Rechtsverteidiger, 10 Millionen Euro, Olympique Marseille

⬅️ Michaël Cuisance (FRA/21), Zentrales Mittelfeld, Leihgeschäft, Olympique Marseille

Juve sorgt für Rattenschwanz

Juventus Turin hat sich mal wieder bei der AC Fiorentina bedient: Der italienische Rekordmeister schnappte der «Viola» Rechtsaussen Federico Chiesa weg. Der 22-jährige italienische Nationalspieler kommt zunächst leihweise für zwei Jahre, danach besitzt Juve eine Kaufoption über 40 Millionen Euro.

Daraus könnte eine «Kaufverpflichtung» werden: Sobald es Juventus unter die Top 4 der Serie A schafft, Chiesa mindestens 60 Prozent der Partien absolviert und dabei jeweils mindestens 30 Minuten spielt oder zehn Tore sowie zehn Assists beisteuert, muss er komplett übernommen werden. Chiesa galt als erklärter Wunschspieler des neuen Juve-Trainers Andrea Pirlo und soll bei der «Alten Dame» die Offensive um Cristiano Ronaldo und Paulo Dybala ergänzen.

Für die Fiorentina wiegt der Abgang schwer, Chiesa stammt aus dem eigenen Nachwuchs und war in Florenz Identifikationsfigur und Captain. Ersatz hat man sich deshalb bereits besorgt: Von der SSC Napoli kommt José Callejon, der 33-jährige Spanier war ablösefrei zu haben.

Napoli nutzte den freien Kaderplatz und sicherte sich auf Leihbasis die Dienste des defensiven Mittelfeldspielers Tiemoué Bakayoko. Für den 26-jährigen Franzosen, der sich beim FC Chelsea nicht durchsetzen konnte, ist es bereits das dritte Leihgeschäft in den letzten zwei Jahren. Zuvor sammelte er bei der AC Milan und der AS Monaco Spielpraxis.

ManUnited hofft auf Cavani

Noch einmal zugelangt auf dem Transfermarkt hat auch Manchester United. Obwohl sich der Transfer von Ousmane Dembélé zerschlug, holte der kriselnde englische Rekordmeister gestern gleich vier neue Spieler: Torjäger Edinson Cavani kommt ablösefrei, Linksverteidiger Alex Telles für 15 Millionen Euro vom FC Porto. Ausserdem stossen die beiden 18-jährigen Talente Amad Diallo (von Atalanta Bergamo) und Facundo Pellistri (aus Uruguay) zum Team von Trainer Ole Gunnar Solskjaer.

Cavani wird bei den «Red Devils» die Nummer 7 tragen und soll im Angriff den einzigen Mittelstürmer Anthony Martial entlasten und für mehr Variabilität sorgen. Die Ansprüche an den Uruguayer sind klar: Er soll für Tore sorgen. Dass Cavani bereits 33-jährig ist und seine Torquote zuletzt etwas nachgelassen hatte, scheint bei den Überlegungen keine grosse Rolle gespielt zu haben.

Abgegeben hat die United am letzten Tag dafür Innenverteidiger Chris Smalling, der zur AS Roma wechselt und in den Plänen von Solskjaer keine Rolle mehr spielte, sowie Rechtsverteidiger Diogo Dalot, der an die AC Milan ausgeliehen wurde.

Die ManUtd-Transfers in der Übersicht:

➡️ Edinson Cavani (URU/33), Mittelstürmer, ablösefrei, vereinslos

➡️ Alex Telles (BRA/27), Linksverteidiger, 15 Millionen Euro, FC Porto

➡️ Amad Diallo (CIV/18), Rechtsaussen, 21 Millionen Euro, Atalanta Bergamo

➡️ Facundo Pellistri (URU/18), Rechtsaussen, 8.5 Millionen Euro, Peñarol

⬅️ Chris Smalling (ENG/30), Innenverteidiger, 15 Millionen Euro, AS Roma

⬅️ Diogo Dalot (POR/21), Rechtsverteidiger, Leihgeschäft, AC Milan

Doch Ausverkauf beim FCB

Der FC Basel musste gestern gleich drei namhafte Abgänge hinnehmen: Abwehrchef Omar Alderete verlässt den Klub für 6,5 Millionen Euro zu Hertha BSC, Linksverteidiger Blas Riveros wechselt zu Bröndby Kopenhagen und Stürmer Kemal Ademi schliesst sich Fenerbahce Istanbul an.

Am Sonntag hatte Noch-Präsident Bernhard Burgener noch gesagt, dass es keinen Ausverkauf geben wird: «Wir wollen investieren. In den nächsten Tagen werden wir den einen oder anderen starken Spieler präsentieren.» Gekommen ist seither aber nur der 24-jährige, brasilianische Linksverteidiger Jorge Marco de Oliveira Moraes, der Riveros ersetzen soll.

Die FCB-Transfers in der Übersicht:

⬅️ Omar Alderete (PGY)/23), Innenverteidiger, 6.5 Millionen Euro, Hertha BSC

⬅️ Blas Riveros (PGY/22), Linksverteidiger, 0.1 Millionen Euro, Bröndby Kopenhagen

⬅️ Kemal Ademi (SUI/24), Mittelstürmer, unbekannte Ablöse, Fenerbahce Istanbul

➡️ Jorge Marco de Oliveira Moraes (BRA/24), Linksverteidiger, Leihgeschäft, AS Monaco

Noch mehr Talente für die Bundesliga

Die Bundesliga scheint immer mehr zum Auffangbecken für internationale Talente zu werden, die den Durchbruch noch nicht ganz geschafft haben. Mit Ryan Sessegnon (von Tottenham zu Hoffenheim), Matteo Guendouzi (von Arsenal zu Hertha) und Justin Kluivert (von Roma zu Leipzig) wurden gleich drei einst hoch gehandelte Talente nach Deutschland ausgeliehen.

Das Beispiel von Jadon Sancho, der 2017 von ManCity nach Dortmund wechselte und sich dort zum Superstar entwickelte, gilt dabei als Blaupause. Die jungen Wilden sollen in einer Topliga bei aufstrebenden Vereinen Spielpraxis sammeln und – anders als Sancho, den der BVB damals fix übernahm – als gereifte Spieler zu ihrem Klub zurückkehren.

Arsenal crasht die Partey

Den teuersten Deadline-Day-Transfer gab es erst ganz zum Schluss. Kurz vor Mitternacht zog Arsenal die Ausstiegsklausel über 50 Millionen Euro für Thomas Partey von Atlético Madrid. Im Gegenzug wechselt Lucas Torreira leihweise von London nach Madrid. Unter Trainer Mikel Arteta hatte der Spanier im defensiven Arsenal-Mittelfeld kaum Einsatzminuten mehr gekriegt.

Ohne Nebengeräusche ging dieser Deal allerdings nicht über die Bühne, denn die «Colchoneros» wurden von Parteys Abgang komplett auf dem falschen Fuss erwischt. Der spanische Verband informierte Atlético erst spät am Abend, dass die 50 Millionen Euro eingegangen sind. Thomas selbst oder die Arsenal-Verantwortlichen hatten Atlético über die Transfer-Absicht zuvor nie informiert.

Wie die «AS» berichtet, ist man jetzt in Madrid nun stinksauer auf Thomas und seinen neuen Arbeitgeber. Trainer Diego Simeone plante demnach fest mit dem ghanaischen Nationalspieler, den die Madrilenen einst im Alter von 18 Jahren aus seiner Heimat nach Europa geholt hatten und der sich jetzt quasi durch die Hintertür verabschiedet hat.

Winther is Coming

Der Preis für die kreativste Transfer-Ankündigung geht in diesem Jahr für einmal nicht an die AS Roma, sondern an den FC Augsburg. Das Team von Nationalspieler Ruben Vargas verpflichtete mit Frederik Winther ein 19-jähriges Abwehrtalent und kündigten die Neuigkeit passend zum Nachnamen mit einer Würdigung an die HBO-Serie «Game of Thrones» an.

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