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Mats Hummels und Lucien Favre hatten am Ende das Heu nicht mehr auf der gleichen Bühne. Bild: www.imago-images.de

Hummels erklärte seine Kritik vor Favre-Entlassung: «Das war die letzte Patrone»



Das 1:5 gegen den VfB Stuttgart war die berühmte Niederlage zu viel: Nach dieser Kanterniederlage Mitte Dezember war Lucien Favre bei Borussia Dortmund entlassen worden. Dass sich am Ende auch seine Führungsspieler gegen ihn stellten, hatte dem 63-jährigen Romand sicher nicht geholfen. Unmittelbar nach der Heimpleite gegen Stuttgart griffen Abwehrchef Mats Hummels und Captain Marco Reus ihren damaligen Trainer frontal an.

«Jeder weiss, dass wir eine Mannschaft sind, die nicht gut verteidigen kann», kritisierte Reus die Taktik der Mannschaft und Hummels legte nach: «Wir versuchen immer, klein-klein durch enge Räume durchzuspielen. Das klappt in den seltensten Fällen. Wir haben dabei eine riesig hohe Ballverlustquote. Es geht darum, Automatismen zu haben und sinnvollen Fussball zu spielen. Sinnvoll heisst: Risiken da, wo es angebracht ist.»

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Die Niederlage, die Favre den Kopf kostete. Video: YouTube/DAZN Bundesliga

Warum er sich damals so kritisch gegenüber Favre geäussert hat, erklärt Hummels nun in einem Interview mit der «SportBild». Auf die Frage, was das Ziel seiner Aussagen gewesen sei, erklärte der Weltmeister von 2014: «Die Hoffnung, dass sich Besserung einstellt. Ich habe nicht alles ausgesprochen, was in mir brodelte, sondern versucht, es vernünftig zu verpacken.»

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Hummels packt aus. bild: sportbild

Die taktischen Mängel seien vor dem 1:5 gegen Stuttgart intern schon länger ein Thema gewesen: «Wir haben über diese Dinge gesprochen, auch mit dem Trainerteam. Das öffentlich zu machen, war aus meiner Sicht die letzte Patrone. Es gab Situationen in meiner Karriere, wo das geholfen hat», rechtfertigt sich Hummels. «Mir ging es in meinen Aussagen aber nicht um den Trainer und dessen Beurlaubung, sondern unsere Gemeinschaft.»

Dass Favre am Tag nach seiner Kritik entlassen wurde, habe nichts mit seinen Aussagen und denjenigen von Captain Reus zu tun, glaubt Hummels. Heute relativiert er seine Aussagen von damals: «Im vergangenen halben Jahr war nicht alles schlecht», so der 32-jährige BVB-Routinier. «Wir sind als Gruppenerster in die K.o.-Phase der Champions League eingezogen und haben uns in der Liga erst im Dezember in ein kleines Loch geschaufelt.»

Was muss unter dem neuen Trainer Edin Terzic unbedingt besser? Hummels appelliert an die Einstellung seiner Teamkollegen: «Weniger zocken als wären wir in Fünf-gegen-Fünf-Spielformen wie die Kids beim Hallenfussball. Wettkampfsituationen herstellen, um alles dem Gewinnen unterzuordnen.»

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Zu Terzic hat Hummels ein herzlicheres Verhältnis als zu Favre. Bild: imago-images.de

Die Spielweise des BVB musste «zwangsläufig dazu führen, dass wir immer wieder Punkte liegen lassen. Wir haben dem Gegner zu leicht die Bälle, die Tore und die Punkte geschenkt. Das müssen wir abstellen. Es muss wieder harte Arbeit sein, den BVB zu schlagen – und kein Vergnügen.»

Zu wenige BVB-Spieler hätten konstant auf hohem Level gespielt, doch genau das macht Hummels für den Rest der Saison Hoffnung: «Wenn ich Erling Haaland, Jude Bellingham oder auch Youssoufa Moukoko sehe, dann sind das junge Spieler, die sehr zielstrebig sind und wissen, was auf dem Platz fürs Gewinnen gefragt ist», erkärte der Dortmunder Leitwolf. (pre)

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