DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa09037052 YB's Christian Fassnacht celebrates scoring his team second goal during the UEFA Europa League round of 32 second leg soccer match between Bayer Leverkusen and BSC Young Boys Bern in Leverkusen, Germany, 25 February 2021.  EPA/INA FASSBENDER / POOL

Erledigt – vor Freude und Erleichterung. Christian Fassnacht nach seinem späten Tor zum 2:0. Bild: keystone

«Ein riesig gutes Gefühl» – YB schlägt Leverkusen auch auswärts und ist im Achtelfinal

Die Young Boys überstehen erstmals in der Geschichte eine K.o.-Runde in der Europa League. Auf den 4:3-Heimsieg in Bern lässt YB beim Bundesliga-Spitzenteam Bayer Leverkusen ein 2:0 folgen und steht damit in den Achtelfinals.



Die nationalen Wettbewerbe sind für die Berner in den letzten Jahren zum Pflichtfach geworden. Nach Belieben dominiert YB die Super League, der vierte Meistertitel in Folge ist bereits Ende Februar nur noch rechnerisch nicht Tatsache, die Konkurrenz in der Meisterschaft hat die weisse Flagge längst gehisst. Anders verhielt es sich für die Berner bisher im Europacup, wo die Berner in den K.o.-Spielen zu oft Nerven zeigten. Im Sechzehntelfinal-Rückspiel in Leverkusen räumten die Berner mit ihren Europacup-Problemen auf.

YB muss mit einem weiteren starken Gegner rechnen

Nach dem Coup der Young Boys in den Europa-League-Sechzehntelfinals gegen Bayer Leverkusen wird am Freitagmittag (13 Uhr) in der Auslosung am Sitz der UEFA in Nyon YBs Gegner in den Achtelfinals ermittelt.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane erneut mit einem Vertreter aus einer grossen Liga zu tun bekommen wird. Noch im Rennen sind beispielsweise Arsenal, Manchester United, Tottenham Hotspur, Milan, Roma, Villarreal und Granada. (abu/sda)

«Es ist ein riesig gutes Gefühl. Über die zwei Spiele gesehen haben wir das verdient. Heute haben wir fast nichts zugelassen.»

Fabian Lustenberger, YB-Captain srf

Die Mannschaft von Gerardo Seoane präsentierte sich gegen den Bundesligisten wie gewöhnlich gut eingestellt, war darüber hinaus aber auch geduldig. Als das favorisierte Bayer nach zehnminütiger Abtastphase das Spielgeschehen an sich riss, verlegte sich YB auf seine für dieses spezielle Spiel geltende Hauptaufgabe: defensive Stabilität. Die Gäste, in fast jedem ihrer Spiele während dieser Saison mehr Gestalter als Zerstörer, zeigten bei ihren Abwehraktionen keine Eitelkeit. Wenn es nötig war, flogen die Bälle irgendwo auf die verwaisten Sitzplätze.

Goalie-Flop ebnet den Weg zum Sieg

Zu der bestandenen Meisterprüfung auf europäischem Rasen passte auch der Auftritt von Jordan Siebatcheu, dem Vertreter des gesperrten YB-Topskorers Jean-Pierre Nsame. Der 24-jährige Franzose, beim 4:3 im Hinspiel mit zwei Toren der Berner bereits Matchwinner, trat in der Bayarena offensiv nur einmal in Erscheinung, als er drei Minuten nach der Pause zum 1:0 traf. Siebatcheu nickte per Kopf zum wichtigen und lukrativen Tor ein, weil Bayers Niklas Lomb eine abgefälschte Flanke von Meschack Elia überraschend fallen liess.

abspielen

0:1 YB: Jordan Siebatcheu (48.). Video: streamable

Siebatcheu traf aber auch, weil er seinen Lauf nicht abbrach, als der eigentliche Leverkusener Ersatzgoalie sich aufmachte, den vermeintlich harmlosen Bogenball aus der Luft zu holen. Vier Minuten vor Schluss sorgte Christian Fassnacht bei einem Konter alleine vor Lomb mit dem 2:0 für die Entscheidung.

abspielen

0:2 YB: Christian Fassnacht (86.). Video: streamable

«Die Mannschaft verteidigte jeden Zentimeter des Platzes. Man merkte: Sie will unbedingt eine Runde weiter kommen.»

Gerardo Seoane, YB-Trainer srf

YB bis zum Schluss nervenstark

Der Bundesligist verteidigte im eigenen Stadion geschickter und resoluter, als er dies vor Wochenfrist getan hatte. Zwei Corner hatten YB im Wankdorf zum 2:0 gereicht, in der Bayarena konnte sich Michel Aebischer in den ersten vier Minuten drei Mal als Eckball-Schütze versuchen, Unruhe ins Heimteam trug er diesmal bei keinem Versuch.

Die Berner lernten in Leverkusen früh, dass einzig Geduld zum Coup führen würde. Die Nerven verloren sie auch in der Schlussphase gegen den alles nach vorne werfenden Gegner nicht. Fassnachts 2:0 fiel in grösste Dominanz-Phase des alles nach vorne werfenden Gegners. Der grosse Erfolg des Schweizer Meisters könnte bald auch ein erstes Opfer mit sich bringen: Mehrere Bundesligisten sollen in den vergangenen Monaten auf Trainer Gerardo Seoane aufmerksam geworden sein. Der Europacup-Auftritt von YB in Leverkusen wird das Interesse am 42-Jährigen nicht schmälern.

«Nach der Auslosung hiess es, wir seien ‹ein leichtes Los› für Leverkusen. Wir haben bewiesen, dass es nicht einfach ist, gegen uns zu spielen.»

Fabian Lustenberger, YB-Captain srf

Das Telegramm

Bayer Leverkusen - Young Boys 0:2 (0:0)
SR Massa (ITA).
Tore: 48. Siebatcheu (Elia) 0:1. 86. Fassnacht (Spielmann) 0:2.
Bayer Leverkusen: Lomb; Dragovic (63. Gray), Tah, Tapsoba; Sinkgraven, Aranguiz; Frimpong (78. Amiri), Bailey (63. Alario), Wirtz, Diaby; Schick.
Young Boys: Von Ballmoos; Hefti, Lustenberger, Zesiger, Lefort; Fassnacht (87. Gaudino), Aebischer (87. Sierro), Lauper, Moumi Ngamaleu (69. Rieder); Elia (78. Mambimbi), Siebatcheu (78. Spielmann).
Bemerkungen: Young Boys ohne Nsame, Camara (beide gesperrt), Martins und Petignat (beide verletzt). Bayer Leverkusen ohne Bellarabi, Paulinho, Lars Bender, Sven Bender, Baumgartlinger, Hradecky und Arias (alle verletzt). 83. Pfostenschuss Spielmann. Verwarnungen: 53. Sinkgraven (Foul). (ram/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Pokal-Party zu Corona-Zeiten – so feierte YB mit dem Pott

Du willst Bitcoin kaufen? Dann schau zuerst dieses Video

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

England sucht den schnellsten Fussballer – und einer mit Hangover gewinnt

12. April 1992: Wer ist der schnellste Fussballer im Land? Heute schaut man wohl einfach im FIFA-Game nach dem «Speed»-Wert. Aber 1992 ist das noch anders: Da lässt man einen Spieler von jedem englischen Profiklub um 10'000 Pfund sprinten.

1992 ist ein bedeutsames Jahr in Englands Fussball. Nein, nicht weil im Sommer die Premier League ihren Betrieb aufnimmt. Sondern weil ein paar Monate vorher in einem offiziellen Wettkampf über mehrere Runden ermittelt wird, wer der schnellste Fussballer im ganzen Land ist.

10'000 Pfund beträgt die Siegerprämie, welcher der Sponsor des Liga-Cups ausgelobt hat, das entspricht damals rund 25'000 Franken. Viel Geld selbst für Erstliga-Profis und erst recht für einen Akteur aus den drei unteren …

Artikel lesen
Link zum Artikel