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epa04212818 Juventus' coach Antonio Conte, players and staff celebrate the

Juventus gewann die letzten vier Meisterschaften in Folge. Gibt es dieses Jahr mehr Konkurrenz? Bild: EPA/ANSA

Mailänder Wettrüsten gegen die Dominanz von Juventus

Die heute Samstag beginnende Serie-A-Saison kündigt sich spannender an als die letzten Jahre. Meister Juventus Turin hat drei erfahrene Führungsspieler abgegeben, während die Konkurrenz aus Rom und Mailand aufgerüstet hat.



Das erste Mailänder Derby der neuen Saison fand nicht auf dem Rasen des Giuseppe Meazza statt, sondern Ende Juni in einem mondänen Restaurant in Monte Carlo. Am gleichen Abend und im gleichen Lokal verhandelten die sportliche Leitung von Milan und Inter Mailand nacheinander mit dem Mittelfeldspieler Geoffrey Kondogbia von Monaco. 

ARCHIV --- ZUR AM 22. AUGUST STARTENDEN SERIE-A-SAISON BRINGEN WIR IHNEN MIT FOLGENDEM BILD DIE WICHTIGSTEN TRANSFERS NAEHER --- Bayern Munich's Jerome Boateng at left fights for the ball with Inter Milan's Geoffrey Kondogbia at right during the friendly soccer match of the Audi Football Summit in Shanghai, China on Tuesday, July 21, 2015. (Color China Photo via AP) CHINA OUT

Kondogbia (rechts) gilt als Königstransfer von Inter Mailand – trotz wenig Erfahrung. Bild: AP COLOR CHINA PHOTO

Am Ende gewann Inter am Verhandlungstisch und holte den 22-jährigen Franzosen für 30 Millionen Euro plus Bonus nach Italien. Die Mailänder Preistreiberei um einen Spieler mit der überschaubaren Erfahrung von acht Europacup- und vier Länderspielen steht für die neu erwachte Lust der beiden Klubs, wieder zu investieren, um die Lücke zu schliessen, die sich in den letzten Jahren zum Serienmeister Juventus Turin immer deutlicher aufgetan hatte. 

Nach den Rängen 8 (Inter) und 10 (Milan) ist der Mailänder Fussball in dieser Saison – erstmals überhaupt – sogar nicht einmal im Europacup vertreten.

AC Milan

- Um wieder an die Spitze zu kommen, investierte Milans Präsident Silvio Berlusconi in diesem Sommer 85 Millionen Euro in Transfers (eventuell holt er auch noch Superstar Zlatan Ibrahimovic zurück).

epa04881506 AC Milan's Carlos Bacca (II from R) jubilates with his teammate after scoring the goal against Inter during the triangular soccer match for the 2015 Trofeo Tim (Tim Trophy) between US Sassuolo, Inter FC and AC Milan at Mapei Stadium in Reggio Emilia, Italy, 12 August 2015.  EPA/ELISABETTA BARACCHI

Bertolacci, Luiz Adriano und Carlos Bacca: Jubeln die neuen Milan-Spieler auch in der Meisterschaft? Bild: EPA/ANSA

- Interessant sind die Geldflüsse bei Milan. Die Verträge mit dem Thai-Chinesen Bee Taechaubol, der 48 Prozent der Aktien für 500 Millionen übernehmen will, sind zwar unterschrieben, doch Geld wurde noch keines auf die Milan-Konten überwiesen. 

- Die Transfers finanzierte daher in diesem Sommer (nochmals) Silvio Berlusconi beziehungsweise wurde das Geld von seiner Holding Fininvest umgeleitet, die gerade einen Gewinn von rund 300 Millionen Euro verbucht hat. Zudem hat Berlusconi vor zwei Wochen sein Anwesen auf Sardinien für knapp 450 Millionen Euro an einen saudischen Prinzen verkauft. 

- Milan tätigte wichtige Transfers in der Abwehr und im Sturm, hat aber den dringend benötigten Spielmacher noch immer nicht gefunden.

Milan

Die wichtigsten Abgänge: Riccardo Saponara (4 Mio., Empoli), Adil Rami (3,5 Mio., FC Sevilla), Stephan El Shaarawy (2 Mio. Leihgebür, Monaco), Sulley Muntari (ablösefrei, Ittihad), Michael Essien (ablösefrei, Panathinaikos)
Die wichtigsten Zugänge: Carlos Bacca (30 Mio., von Sevilla), Alessio Romagnoli (25 Mio., von Roma), Andrea Bertolacci (20 Mio., von Roma), Luiz Adriano (8 Mio., von Schachtjor Donezk), Luca Antonelli (4,5 Mio., von Genua)

Inter Mailand

- Inters Investor, der Indonesier Erick Thohir, gab bisher 63 Millionen aus, doch wird Inter im kommenden Sommer weitere 33 Millionen aufwenden müssen für Spieler, die mit einer Kaufverpflichtung ausgeliehen sind. 

epa04829796 Inter's chairman Erick Thohir during a press conference at Appiano Gentile training center, Como district, Italy, 03 July 2015, during Inter's the start of the pre-season in preparation for the Serie A 2015/16 season.  EPA/MATTEO BAZZI

Der indonesische Inter-Investor Erick Thohir: Böse Zungen behaupten, er wollte eigentlich Intel und nicht Inter kaufen.  Bild: EPA/ANSA

- Inter kaufte wie gewohnt nur im Ausland ein, weshalb es für Trainer Roberto Mancini ohne einheimische Führungsspieler und ohne routinierte Topstars schwierig sein wird, eine gesunde Team-Struktur aufzubauen. 

- Den grossen Investitionen zum Trotz dürften weder Milan noch Inter um den Meistertitel mitspielen.  Als Ziel wurde denn auch vorsichtig nur die Qualifikation für die Champions League ausgegeben, also mindestens Platz 3.

Inter Mailand

Die wichtigsten Abgänge: Mateo Kovacic (35 Mio., Real Madrid), Xherdan Shaqiri (17 Mio., Stoke City), Ricardo Alvarez (10,5 Mio., Sunderland)
Die wichtigsten Zugänge: Geoffrey Kondogbia (40 Mio., Monaco), Miranda (3 Mio. Leihgebühr, Atlético) Stevan Jovetic (3 Mio. Leihgebühr, Manchester City), Martin Montoya (1 Mio. Leihgebühr, Barcelona)

Juventus Turin

- Der Titelverteidiger steht vor der neuen Saison nicht ohne Fragezeichen da. Mit Andrea Pirlo, Arturo Vidal und Carlos Tevez haben wichtige Stützen den Klub verlassen. 

Juventus' captain Gianluigi Buffon, center celebrates with the trophy after the team beats Lazio during the 2015 TIM Italian Supercup held at the Shanghai Stadium in Shanghai, China, Saturday, Aug. 8, 2015. Juventus defeated Lazio 2-0 to win the Supercup. (AP Photo/Ng Han Guan)

Den italienischen Supercup hat Juventus bereits gewonnen. Geht der Scudetto ebenfalls wieder nach Turin?  Bild: Ng Han Guan/AP/KEYSTONE

- Für über 70 Millionen Euro holte Juventus zwar Spieler wie Sami Khedira (ablösefrei/fällt bis im Oktober aus) und Mario Mandzukic sowie die Jungstars Simone Zaza und Paulo Dybala. Dazu hat der starke Aussenverteidiger Alex Sandro vom FC Porto diese Woche in Turin unterschrieben. 

- Gleichwohl wird sich das Team mit dem Schweizer Stephan Lichtsteiner noch finden müssen. Auf Trainer Max Allegri wartet die schwierige Aufgabe, die Neuen zu integrieren und die Arrivierten nach vier Meistertiteln bei Laune zu halten.

Juventus Turin

Die wichtigsten Abgänge: Arturo Vidal (37 Mio., Bayern), Andrea Pirlo (ablösefrei, New York City FC), Carlos Tevez (6,5 Mio., Boca Juniors), Angelo Ogbonna (11 Mio., West Ham)
Die wichtigsten Zugänge: Paulo Dybala (32 Mio., Palermo), Alex Sandro (26 Mio., Porto), Mario Mandzukic (19 Mio., Atlético), Simone Zaza (18 Mio., Sassuolo) Sami Khedira (ablösefrei, Real Madrid), Neto (ablösefrei, Fiorentina)

AS Roma

- Von einer allfälligen Turiner Schwäche dürfte am ehesten die AS Roma profitieren können. In der letzten Saison hielten die Römer zwei Monate lang mit Juventus mit, ehe sie nach dem 1:7 in der Champions League gegen Bayern München in eine Depression fielen und am Ende 17 Punkte Rückstand aufwiesen. 

- Trainer Rudy Garcia hat die Baisse unbeschadet überstanden und lotste zuletzt den Ägypter Mohamed Salah und den Bosnier Edin Dzeko nach Rom. Zusammen mit Altstar Francesco Totti und dem Ivorer Gervinho bilden sie eine Offensive, die auch international gehobenen Ansprüchen genügt. 

- Deshalb ist die Roma nicht nur höher einzuschätzen als Milan und Inter, sondern auch als die umgebaute SSC Napoli mit dem neuen Trainer Maurizio Sarri, die spanisch geprägte Fiorentina mit dem ex FCB-Coach Paulo Sousa oder der Stadtrivale Lazio Rom, der im letzten Jahr mit Platz 3 wohl etwas über seinen Verhältnissen gelebt hat.

Roma

Die wichtigsten Abgänge: Alessio Romagnoli (25 Mio., Milan), Andrea Bertolacci (20 Mio., Milan), Seydou Doumbia (CSKA Moskau)
 
Die wichtigsten Zugänge: Mohamed Salah (5 Mio. Leihgebühr, Chelsea), Edin Dzeko (4 Mio. Leihgebühr, Man City), Antonio Rüdiger (4 Mio. Leihgebühr, Stuttgart)

Die Serie A im Aufwind

- Auch ohne die buchhalterischen und steuertechnischen Kniffe von Römern und Mailändern stiegen die Transferausgaben der 20 Serie-A-Klubs bis zehn Tage vor dem Ende des «Mercato» auf fast 500 Millionen Euro an. 

- Schon jetzt investierten die Vereine 10 Prozent mehr als in der letzten Saison. Und im Januar werden gewöhnlich weitere rund 100 Millionen Euro ausgegeben. Damit ist die Serie A weit ausgabefreudiger als die Ligue 1 sowie die Bundesliga und investierte auch mehr als die Primera Division

Fünfjahreswertung

Italien holt in der UEFA-Fünfjahreswertung deutlich auf.

>>> zum Artikel: Die Serie A ist besser als die Premier League und die Bundesliga – und zwar deutlich!

- Wie in übrigen Branchen des Landes scheint auch im Calcio der wirtschaftliche Tiefpunkt überwunden und die Kaufkraft im Steigen begriffen. Auch sportlich zeichnete sich zuletzt eine positive Tendenz ab. Im UEFA-Ranking sind die Premier League und die Bundesliga wieder in Reichweite, nachdem die letzte Europacup-Saison hinter der Primera Division als Nummer 2 abgeschlossen wurde. (zap/si)

Die wichtigsten Transfers im Sommer 2015

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