Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Zuerichs Thomas Bickel, links, und Zuerichs Praesident Ancillo Canepa, im Fussball Super League Spiel zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Zuerich, am Donnerstag, 25. Juni 2020, im Kybunpark in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

So haben sich FCZ-Sportchef Thomas Bickel und Präsident Ancillo Canepa den Saisonschlussspurt sicher nicht vorgestellt. Bild: keystone

FCZ verspricht vor U21-Gastspiel in Basel: «Die Jungen werden bereit sein»

Die einen bezeichnen es als Farce, die anderen als das kleinere Übel: Der FC Zürich tritt heute wegen der Corona-Isolation der 1. Mannschaft mit der U21 zur Super-League-Partie beim FC Basel an. Wie das Team genau aussieht, weiss allerdings noch niemand so genau.



Die Sachlage ist verzwickt. Weil sich beim FC Zürich sechs Spieler der 1. Mannschaft, drei Staff-Angehörige und Präsident Ancillo Canepa mit dem Coronavirus infiziert haben, steckt praktisch die ganze Entourage auf Anordnung der kantonalen Gesundheitsdirektion in einer zehntägigen Quarantäne. Die Meisterschaft soll aber um jeden Preis fortgesetzt werden und bis am 3. August beendet sein.

In dieser Zwickmühle stand der FCZ vor der Wahl, ob er ein Gesuch um eine Verschiebung stellt und somit eine zweite Partie (nebst der am Samstag abgesagten gegen Sion) irgendwo in seine ohnehin schon englischen Wochen quetschen will. Oder ob er zum Wohle des Grossteils der Liga – und vielleicht auch zu seinem eigenen – eine Mannschaft aus dem U21-Nachwuchs rekrutiert, die heute in Basel antritt. Ob der FCZ damit die Super-League-Saison rettet oder doch vielmehr verzerrt, ist Ansichtssache.

Beim FC St.Gallen verzichtet man auf jegliche Polemik und wohl auch auf juristische Tätigkeiten, obwohl mit dem FCB und YB ausgerechnet die beiden Meister-Konkurrenten gegen die U21 des FCZ antreten werden. «Wir konzentrieren uns nur auf uns», sagt Präsident Matthias Hüppi dem «Tages-Anzeiger». «Kein Energieraub», lautet die Devise.

Für FCZ-Sportchef Thomas Bickel ist klar: «Die Geschädigten sind wir. Das ist ein Rückschlag im Rennen um den 4. Platz. Das hinterlässt einen sportlichen Nachgeschmack», erklärt er gegenüber der NZZ. Der FCZ muss quasi die Super League retten – «zugunsten des gesamten Schweizer Fussballs», wie Bickel sagt. Dem Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung begegnet er so: «Alle müssen jetzt Kompromisse eingehen.»

Wer spielt, ist noch unklar

Bleibt die grosse Frage, was für einen FCZ wir heute Abend in Basel sehen werden. Wer genau auf dem Matchblatt stehen wird, ist noch nicht genau definiert. Zwar befindet sich die 2. Mannschaft seit Juni wieder im Training, Teile davon weilen aber gerade in den Ferien. Einige wie Goalie Novem Baumann, Henri Koide, Nils Reichmuth, Shpetim Sulejmani, Michael Kempter oder Stephan Seiler trainieren bereits mit der 1. Mannschaft und können deshalb nicht dabei sein.

Am Dienstag hat der FCZ zudem mitgeteilt, dass doch sechs Spieler aus der ersten Mannschaft im Kader stehen werden. Wie der «Blick» berichtet, soll es sich dabei um Marco Schönbächler, Antonio Marchesano, Pa Modou, Lavdim Zumberi, Novem Baumann und voraussichtlich Mimoun Mahi handeln.

Die Zuercher Marco Schoenbaechler, links, und Antonio Marchesano, rechts, freuen sich nach dem 2-1-Sieg im Schweizer Cup Achtelfinalspiel zwischen dem FC Zuerich und dem FC St. Gallen, im Letzigrundstadion in Zuerich am Donnerstag, 27. Oktober 2016. (KEYSTONE/Walterl Bieri)

Schönbächler (l.) und Marchesano waren in Neuenburg nicht dabei. Bild: KEYSTONE

Um das Kader aufzufüllen, muss U21-Trainer Marinko Jurendic wohl auch auf Spieler aus der U18 zurückgreifen. Nur wenige Positionen scheinen derzeit klar besetzt zu sein. Im Tor wird wohl der 19-jährige Serkan Polat stehen. Der bald 35-jährige José Gonçalves, der 2005 mit dem FC Thun in der Champions League spielte, dürfte in der Innenverteidigung gesetzt sein. Zudem werden wohl Schönbächler, Marchesano und Pa Modou auflaufen, die sicherlich wieder einsatzbereit sind. Aber egal, wer schliesslich spielt: «Die Jungen werden sicher bereit sein, sie können sich präsentieren», verspricht Bickel.

FC Thun's Jose Goncalves, right, fights with Arsenal's Robin van Persie, left, during their UEFA Champions League Group B second leg soccer match in the Wankdorf Stade de Suisse stadium in Bern, Switzerland, Tuesday, November 22, 2005. (KEYSTONE/Yoshiko Kusano)

Gonçalves 2005 im Zweikampf mit Robin van Persie. Bild: KEYSTONE

Dennoch wird ein Klassenunterschied zu sehen sein. In der Promotion League, die nach dem Herbstpensum wegen der Pandemie nicht wieder angepfiffen wurde, belegte Zürichs 2. Mannschaft mit 18 Punkten aus 17 Spielen den 13. Platz unter den 16 Mannschaften. Das letzte Pflichtspiel absolvierten die FCZ-Grünschnäbel am 23. November 2019.

FCB-Trainer Marcel Koller sagt, was er sagen muss: «Es ist selbstverständlich, dass wir dieses Spiel mit dem gleichen Respekt und derselben Seriosität angehen werden, wie wenn die 1. Mannschaft des FCZ käme.» Nicht dass es plötzlich heisst, Basel habe die Zürcher Junioren unterschätzt.

Wie es nach dem Spiel in Basel weitergeht, steht ebenfalls noch in den Sternen. Konkrete Aussagen gab es vom FCZ zum Heimspiel am Samstag gegen die Young Boys auch noch nicht. Ob Spieler mit einem negativen Testergebnis dann wieder zum Einsatz kommen können, ist noch unklar. «Ziel ist es, am Samstag mit der bestmöglichen Mannschaft zu spielen», erklärt Bickel. Vermutlich wird es gegen YB ein FCZ-Team bestehend aus Kader- und Nachwuchsspielern sein. (pre/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

GC, Basel und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Meister

Keine Fussball-Fans im Büro, bitte!

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Zum Tod von Diego Maradona: Wie die «Hand Gottes» zur Legende wurde

Diego Armando Maradona stirbt im Alter von 60 Jahren. Kein anderer Spieler hat je eine WM so dominiert wie Diego Maradona 1986. Die beiden Treffer gegen England haben ihn nicht nur in Argentinien zum Fussballgott gemacht.

Diego Maradonas Augen waren noch glasig, sagen diejenigen, die ihn an diesem 22. Juni 1986 in der Kabine haben sitzen sehen. Sein Lächeln sei steinern gewesen. Er war sich bewusst, dass er mit seinem Tor zum 2:0 gegen England einen Akt sublimer Kunst vollbracht hatte. Sublime Kunst bedeutet, etwas Grosses, Überwältigendes, das nur mit dem Gespür für das Aussergewöhnliche überhaupt verstanden und nicht wiederholt werden kann.

Das war sein sublimes Kunststück: Er startete in der eigenen …

Artikel lesen
Link zum Artikel