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24 May 1995: The Ajax team celebrate with the trophy after their victory in the European Cup Final against AC Milan in Vienna, Austria. Ajax won the match 1-0.
 Mandatory Credit: Clive  Brunskill/Allsport

1995 gewann Ajax die Champions League – mit einem Team, das wie heute aus vielen jungen Spielern bestand. Bild: 02 ALLSPORT UK

Die «New Kids on the Block» von Ajax wollen nach Real auch Juve rausschmeissen

Vorteil für die Heimteams heute Abend: Barcelona (gegen Manchester United) und Juventus (gegen Ajax) haben sich auswärts eine gute Ausgangslage geschaffen, um in die Halbfinals der Champions League einzuziehen.



Ajax Amsterdam peilt bei Juventus Turin im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League den nächsten Coup an. Die Aufgabe ist nach dem 1:1 im Hinspiel aber knifflig.

Mit Ajax ist es gerade wie mit einer Aktie, die durch die Decke schiesst. Man staunt und geniesst – und fragt sich, wann der richtige Zeitpunkt ist, um auszusteigen. Dass der Kurs wieder sinken wird, steht ausser Frage.

epa07497589 Ajax players celebrate the 1-1 goal during the UEFA Champions League quarter final first leg soccer match betweeen Ajax Amsterdam and Juventus FC in Amsterdam, The Netherlands, 10 April 2019.  EPA/ROBIN VAN LONKHUIJSEN

Spieler und Fans der Ajacieden bejubeln den Ausgleich zum 1:1 im Hinspiel. Bild: EPA/ANP

Der erfolgreichste Klub der frühen 1970er-Jahre und Champions-League-Sieger von 1995 erlebt eine märchenhafte Renaissance. Er verzückt das Publikum mit begeisterndem Hochgeschwindigkeitsfussball, mit Toren und Spektakel. Mit Talenten, um die sich Europas Schwergewichte ein Wettbieten liefern. Und mit grossen Siegen wie jenem im Achtelfinal gegen Real Madrid. Ajax zelebriert wieder den «Voetbal totaal» und erinnert damit an die Ära mit Johan Cruyff vor einem halben Jahrhundert. Es ist fast zu schön, um wahr zu sein. Und könnte schon bald wieder vorbei sein.

Umbruch steht vor der Tür

Nach der Saison kommt es zur Zerreissprobe. Frenkie de Jong, der für seine 21 Jahre verblüffend abgeklärte Mittelfeldmann, hat schon beim FC Barcelona unterschrieben (für die Ablösesumme von 75 Millionen Euro). Der 19-jährige Innenverteidiger Mathijs de Ligt könnte ihm demnächst folgen.

epa07494248 Ajax Amsterdam player Frenkie de Jong (C) during the team's training session at Sports park De Toekomst in Amsterdam, The Netherlands, 09 April 2019. Ajax will face Juventus in their UEFA Champions League quarter final, first leg soccer match on 10 April 2019.  EPA/ROBIN VAN LONKHUIJSEN

Gut drauf im Abschlusstraining: De Jong, dessen Wechsel zu Barça fix ist. Bild: EPA/ANP

Auch Danny van de Beek (21) und David Neres (22) sind von grossen Klubs umworben, ebenso die ausgereiften Offensivspieler Dusan Tadic (30) und Hakim Ziyech (26). Trainer Erik ten Hag gibt sich keinen Illusionen hin. Die Frage, ob diese Generation auseinanderbrechen werde, beantwortete er mit einem klaren «Ja».

epa07367984 Hakim Ziyech of Ajax Amsterdam jubilates after his 1-1 goal during the UEFA Champions League round of 16 first leg soccer match between Ajax Amsterdam and Real Madrid in AMsterdam, Netherlands,  13 February 2019.  EPA/OLAF KRAAK

Der Marokkaner Ziyech überzeugte bereits bei der WM 2018. Bild: EPA/ANP

Die «New Kids on the Block»

Bis dahin aber ist für dieses Ajax vieles möglich. Selbst der Auswärtssieg oder das Remis mit mehr als einem erzielten Tor, das Ajax beim italienischen Serienmeister Juventus Turin benötigt, wird den jungen Wilden zugetraut.

Gegen Real Madrid haben sie schon bestanden, in der Gruppenphase auch zweimal gegen Bayern München. Und Juventus war mit dem 1:1 im Hinspiel gut bedient. «Natürlich sind wir die neuen Kids im Block», sagte Frenkie de Jong. «Aber wir haben gezeigt, dass wir auf dem gleichen Level spielen wie die anderen Teams.» De Jongs Einsatz soll übrigens trotz Muskelblessur nicht in Gefahr sein.

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Und wie machen's die «New Kids on the Block»? Natürlich «Step by Step». Video: YouTube/Wardrip06

Fragezeichen um Chiellini

Wie nervös macht das die ungleich erfahrenere Mannschaft von Juventus Turin? Wohl weniger als die wichtigste Personalie in den eigenen Reihen. Es geht nicht um K.o.-Spezialist Cristiano Ronaldo – um den gibt es keine Fragezeichen –, sondern um Giorgio Chiellini. Der Captain wird nämlich, so schrieb es die für gewöhnlich gut unterrichtete «Gazzetta dello Sport», erneut fehlen. Chiellini leidet noch an den Folgen der Wadenverletzung, die er sich Anfang Monat zugezogen hat.

Juventus' Cristiano Ronaldo, center left, and Juventus' Giorgio Chiellini, center right, celebrate at the end of the Champions League round of 16, 2nd leg, soccer match between Juventus and Atletico Madrid at the Allianz stadium in Turin, Italy, Tuesday, March 12, 2019. Ronaldo scored the three goals in Juventus 3-0 win.(AP Photo/Antonio Calanni)

Juves Star und sein Captain: Ronaldo (links) und Chiellini. Bild: AP/AP

Wie wertvoll der 34-Jährige für Juventus ist, offenbart sich mitunter dann, wenn er fehlt. Vier der sechs Niederlagen in dieser Saison bezog die Alte Dame in Abwesenheit seines Leitwolfs. Ohne Chiellini verlor Juventus in dieser Saison in der Champions League gegen die Young Boys (1:2), in der Meisterschaft gegen Genoa (0:2) und SPAL Ferrara (1:2) sowie im Cup gegen Atalanta Bergamo (0:3), nachdem sich der Abwehrchef früh verletzungsbedingt hatte auswechseln lassen müssen. Ob Trainer Massimiliano Allegri darum die Offensive stärkt und im Sturmzentrum erstmals auch in der Champions League von Beginn weg auf den torgefährlichen Youngster Moise Kean setzt?

Wer kommt in die Halbfinals?

Solskjaers Nachfolger wie er vor 20 Jahren?

Manchester United redete sich derweil stark für den schweren Gang ins Camp Nou zum FC Barcelona. Die Engländer wollten ihre Hoffnungen nach dem 0:1 im Old Trafford selbstredend nicht schon vor dem Gastspiel beim spanischen Meister begraben. Trainer Ole Gunnar Solskjaer, der Manchester United im Camp Nou vor 20 Jahren gegen Bayern München in der denkwürdigen Nachspielzeit zum Titel schoss, sagte auch, wie den «Red Devils» die Wende gelingen kann: «Wir erzielten im Camp Nou auch schon Tore nach Cornern und Kontern.»

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Die Nachspielzeit des legendären CL-Finals 1999, in der ManUtd die Bayern 2:1 schlägt. Video: YouTube/rippberger97

Dass sich Messi und Co. ähnlich siegesgewiss ins Verderben stürzen wie vor einem Jahr im Rückspiel bei der AS Roma, als sie das 4:1 aus dem Hinspiel aus der Hand gaben, ist indes nicht zu erwarten. Eine verblüffende Statistik macht Manchester aber Mut: Messi hat in seinen letzten zwölf Viertelfinals nicht getroffen. (ram/sda)

Wer kommt in die Halbfinals?

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