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«Ich schäme mich» – so reagiert die Bundesliga auf den Skandal der Bayern-Fans

Beim Bundesligaspiel in Hoffenheim sorgten Bayern-Fans beinahe für den Abbruch der Partie. Die Offiziellen beider Vereine waren nach dem Spiel erzürnt – und drohen nun mit Konsequenzen.



Ein Artikel von

T-Online

Beim 6:0-Auswärtssieg des FC Bayern bei der TSG Hoffenheim kam es zu einem bisher nie dagewesenen Vorfall. Nachdem Fans des Rekordmeisters Schmähplakate gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp ausrollten, kam es zu einer zweifachen Spielunterbrechung – auch ein Spielabbruch schien denkbar.

Nach einer ca. 15 Minuten langen Unterbrechung pfiff Schiedsrichter Dingert die Partie wieder an, in den verbliebenen 13 Spielminuten schoben sich die Spieler auf dem Platz aber nur noch den Ball hin und her.

Nach der Partie verurteilten die Offiziellen beider Vereine das Verhalten der Bayern-Fans zutiefst.

Peter Görlich, Geschäftsführer Hoffenheim

«Es geht hier um eine Person und einen Klub, es geht aber auch um Menschen. Wir müssen hier als Fussball-Deutschland ein Zeichen setzen. Denn wir haben eine Grenze überschritten. Wir können als Zuschauer sehr viel dazu beitragen, dass solche Aktionen im Keim erstickt werden.»

Görlich lobte, wie die Bayern-Spieler und -Boss Karl-Heinz Rummenigge an der Seite von Hopp die Fans beruhigte. «Es war ein hervorragendes Zeichen der Spieler und Offiziellen sich so zu solidarisieren.» Görlich weiter: «Ich finde es sehr traurig, dass diese zwei Personen in so einer Situation eingreifen müssen. Es macht mich traurig. Aber es freut mich, dass sie Solidarität gezeigt haben.»

Karl-Heinz Rummenigge, Bayerns Vorstandsvorsitzender

epa08259768 Bayern Munich's chairman of the board, Karl-Heinz Rummenigge (L) and Hoffenheim's financial backer Dietmar Hopp (R) react during the German Bundesliga soccer match between TSG 1899 Hoffenheim and Bayern Munich in Sinsheim, Germany, 29 February 2020.  EPA/ARMANDO BABANI CONDITIONS - ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Bild: EPA

«Ich schäme mich zutiefst für diese Chaoten in der Bayern-Kurve. Das ist das hässliche Gesicht des Fussballs. Es gibt überhaupt keine Entschuldigung dafür.»

«Dietmar Hopp hat für die Region in sportlicher Sicht Grosses geleistet. Man müsste ihm eigentlich ein Denkmal bauen.»

«Es ist der Moment gekommen, wo die Bundesliga gemeinsam gegen solche Chaoten vorgehen muss. Wir werden mit aller Schärfe gegen die Verantwortlichen vorgehen. Wir haben viel zu lange die Augen zugemacht, was in vielen Kurven passiert.»

Christian Streich, Trainer Freiburg

epa08259427 Freiburg's head coach Christian Streich gives advise during the German Bundesliga soccer match between Borussia Dortmund and SC Freiburg in Dortmund, Germany, 29 February 2020.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL CONDITIONS - ATTENTION: The DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video.

Bild: EPA

Freiburgs Trainer Christian Streich, der gegen Borussia Dortmund mit 0:1 verlor, sagte nach dem Spiel, dass der Hass in der Fankurve ein «gesellschaftliches Problem unserer Zeit» sei und nahm auch Bezug auf die Anschläge in Hanau. «Es ist furchtbar, was in den letzten zehn Monaten in unserem Land passiert ist», blickt er zurück. «Es wurden Politiker erschossen, es wurden in Hanau Leute in einer Shisha-Bar umgebracht», zeigte er sich erschüttert und lobte die Reaktion der Schiedsrichter und Spieler in Hoffenheim: «So muss man reagieren».

Max Eberl, Sportdirektor Gladbach

epa08259038 Moenchengladbach's director of sports Max Eberl prior to the German Bundesliga soccer match between FC Augsburg and Borussia Moenchengladbach in Augsburg, Germany, 29 February 2020.  EPA/LUKAS BARTH-TUTTAS (DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video)

Bild: EPA

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl sagte nach dem 3:2-Sieg gegen Augsburg: «Wir müssen versuchen, das Problem lösen. Das Problem liegt nicht bei uns, sondern ausserhalb des Stadions», stellte er klar und unterstrich bei dem Problem die Rolle der Bundesliga-Gemeinschaft. Eberl sei bereit, gemeinsam dagegen anzugehen und sagte: «Ich würde mir wünschen, ein sauberes Stadion zu haben.»

So reagieren die Spieler

«Unabhängig von der Person, solche Dinge sollte es nicht geben.»

Julian Brandt, Borussia Dortmund

(t-online.de/cfh/abu)

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