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Der St. Galler Trainer Josef Zinnbauer beim Fussballcup 1/8 - Finalspiel FC Zuerich gegen den FC St. Gallen im Letzigrund Stadion in Zuerich am Donnerstag, 27. Oktober 2016.  (KEYSTONE/Walter Bieri)

St.Gallen-Trainer Joe Zinnbauer zeigte an der Linie Engagement, Erfolg brachte das aber keinen. Bild: KEYSTONE

«Kein Rezept ist auch ein Rezept» – der verständliche Unmut im FCSG-Lager

Fussball-Tristesse in der Ostschweiz. Super-League-Schlusslicht St.Gallen hat mit der Cup-Niederlage gegen den FCZ einen weiteren Nackenschlag eingefangen. Die Kritik an Trainer Joe Zinnbauer wird lauter und lauter.

Donat Roduner
Donat Roduner



Der Tenor in der Schweizer Medienlandschaft heute Morgen ist eindeutig: Dem FC St.Gallen geht es nicht gut. «Die Misere geht weiter», heisst es beim «St.Galler Tagblatt». «Hilflos, mutlos, chancenlos», titelt die «Aargauer Zeitung». Und auch der «Blick» hat in Anspielung auf den Zürcher Torschützen ein passendes Wortspiel gefunden: «FCZ hat Buff – St.Gallen Puff».

Die Highlights der gestrigen Partie

Wer im FCSG-Lager im Letzigrund auf den Turnaround hoffte, der wurde enttäuscht. Der unterklassige FCZ war in sämtlichen Belangen besser und qualifizierte sich verdient für die Viertelfinals. In der Ostschweiz nimmt der Unmut nach der vierten Niederlage in den letzten fünf Spielen zu.

Im Kreuzfeuer der Kritik steht Trainer Joe Zinnbauer, der nach dem Cup-Auftritt nicht ganz, aber fast ratlos wirkte. «Natürlich haben wir ein Rezept», sprach der 46-jährige Deutsche nach dem 1:2 sichtlich angeschlagen ins SRF-Mikrofon. Nur: Wie sieht dieses Rezept aus?

Das Rezept kam bei den Fans (gut) an

Letzte Chance gegen Thun?

Gegen den FCZ versuchte es Zinnbauer mit einer Mauer-Taktik, mit der man sich normalerweise in der Meisterschaft ein 0:0 erzwingt, sofern man kein Tor kassiert. Die Bank der «Espen» war mit Lopar, Angha, Tafer, Bunjaku, Buess, Mutsch und Gaudino zu Beginn nominell besser besetzt als die Startelf.

Frust bei den St. Gallern Spieler nach der Niederlage beim Fussballcup 1/8 - Finalspiel FC Zuerich gegen den FC St. Gallen im Letzigrund Stadion in Zuerich am Donnerstag, 27. Oktober 2016.  (KEYSTONE/Walter Bieri)

Zuversicht sieht anders aus: die St.Galler nach dem Schlusspfiff. Bild: KEYSTONE

«Wir wollten abwartend spielen», nannte es Zinnbauer. Gegen einen Unterklassigen. Im Cup. Das allein kann als Armutszeugnis gewertet werden. Immerhin war beim FCSG tatsächlich eine erhöhte defensive Stabilität zu sehen, dafür ging offensiv rein gar nichts – sieht man vom späten Anschlusstreffer durch Albian Ajeti ab.

Selbst das «St.Galler Tagblatt» tat sich schwer, dem Auftritt «ihres» Teams etwas Positives abzuringen, aber fand etwas: 

St.Gallen bemühte sich über die gesamte Spielzeit, der Zusammenbruch wie in früheren Partien fand nicht statt, zudem zeigte sich Zinnbauer an der Seitenlinie weitaus aktiver und glaubte bis zum Schluss an seine Mannschaft – das war in Luzern noch anders.

Christian Brägger im «St.Galler Tagblatt».

Nicht ganz so gütig sind die Stimmen im Netz:

Bild

Abstimmung aus dem FCSG-Forum, wo rege über die Personalie Zinnbauer diskutiert wird – mit Voten für und gegen den Deutschen.

Und apropos Rezept: Der Herd in der Gerüchteküche wurde bereits angeworfen. Beispielsweise hat unser Redaktor Ralf Meile (FCSG-Anhänger, Beileid) im Letzigrund Folgendes beobachtet:

Der Rauswurf von Zinnbauer käme alles andere als überraschend, auch wenn er selbst davon ausgeht, dass er am Sonntag in der Super League gegen Thun noch FCSG-Trainer sein wird. Vermutlich wird das auch so sein, denn FCSG-Präsident Dölf Früh gilt als äusserst gütiger Patron.

22. Oktober 2016; Vaduz; Fussball Super League - FC Vaduz - FC Thun; Trainer Jeff Saibene (FC Thun) (Michael Zanghellini/freshfocus)

Ex-FCSG-Trainer Jeff Saibene hat gut lachen, denn Thun hat sich in der Meisterschaft gefangen. Bild: Michael Zanghellini/freshfocus

«Gegen Thun müssen drei Punkte her!», fordert der Trainer, der ohne das Erfolgserlebnis definitiv weg vom Fenster sein dürfte. Die Berner Oberländer sind immerhin ein überaus passender Gegner: Ein Team mit limitiertem Kader, das in seiner ruhigen Art souverän aus der Krise gefunden hat – etwas, das man sich in der Ostschweiz immer sehnlicher wünscht.

Das könnte St.Gallen wieder drohen: Die Super-League-Absteiger seit 2005

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Die Super-League-Absteiger seit 2005
quelle: keystone / walter bieri
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