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Ein enttaeuschter Albian Ajeti von St. Gallen, nach dem Fussball Super League Spiel zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Thun, am Sonntag, 30. Oktober 2016, im Kybunpark in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Alles gesagt. Bild: KEYSTONE

Grottenkick, freche Tweets und böse Spruchbänder – St.Gallens Krise dauert an

Aus Protest gegen die desolaten Leistungen ihres Teams in den letzten Wochen war die Tribüne im «Espenblock» bis Spielbeginn gegen Thun leer. Die Fans vergnügten sich draussen mit Bier und Wurst.



Wir fangen mit der guten Nachricht an für St.Gallen: Die Rote Laterne konnte nach der 13. Runde an Vaduz abgegeben werden.

Und jetzt eine Warnung für alle, denen die aktuelle Espen-Krise zu nahe geht: Lest nicht weiter. Es folgt nicht mehr viel Positives.

>>> Wer das alles nicht mehr lesen kann, hier geht es zu der fast neutralen Rundenzusammenfassung.

Anstelle der Fans waren nämlich bis kurz nach dem Anpfiff im leeren Fanblock zahlreiche Transparente zu sehen, die den Unmut der bitter Enttäuschten klar ausdrückten: «Gute Zeiten mit Jeff (Saibene), schlechte Zeiten mit Joe (Zinnbauer)», stand geschrieben, oder «Ohne Konzept und Strategie, ohne Wert und Stolz und ohne innere Identifikation – San Galle, da häsch nöd verdient».

Die bösen Spruchbänder der Fans

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Der Zorn der Fans entlud sich gegen Trainer Zinnbauer, die gesamte Mannschaft und selbst gegen Dölf Früh. Dem Präsidenten, der das lecke Schiff weiterhin (wie lange noch?) dem Sturm aussetzt und an seinem Steuermann festhält, wurde Folgendes vorgeworfen: «Dölf sieht schwarz, wegen Pyro rot und ist beim Fussball blind.» Harte Vorwürfe.

Bunjaku: «Wir müssen liefern»

«Ich verstehe die Fans, dass sie nicht ‹hurra› schreien können in dieser delikaten Situation, in der wir uns befinden», meinte der erfahrene Albert Bunjaku. «Wir haben uns die heftigen Kritiken selbst zuzuschreiben. Wir müssen liefern und mit Kampf, Leistung und Erfolgen die Gunst unserer Fans wieder zurückgewinnen.»

Bunjaku ist sich bewusst, dass dem St.Galler Spiel vor allem Offensivimpulse und Ideen fehlen. «Wir haben kein Selbstvertrauen. An Willen und Einsatz mangelt es nicht. Alle wollen fighten, laufen und den Erfolg erzwingen, aber wir können es derzeit nicht. So jedenfalls kann es nicht weitergehen.»

Auf Twitter äusserte sich jemand treffender:

Ob Bunjaku diesen letzten Satz als Aufforderung für ein Handeln der Klubleitung formulierte, bleibe dahingestellt. Zunächst müssen sich die Spieler selbst an der Nase nehmen. Kaum einer erreicht derzeit seine Normalform. Selbstvertrauen ist ebenso ein Fremdwort wie das Spiel ohne Ball. Es fehlt an Mut und Entschlossenheit, obwohl die Bemühungen dazu vorhanden sind.

Ein Student als Trainer. Warum nicht?

Zinnbauer: «Die Bälle gehen einfach nicht rein»

Der angezählte Joe Zinnbauer erklärte: «Die Bälle gehen einfach nicht rein. Wir kommen aber auch nicht zu klaren Abschlüssen.» Und klar, die ganze Stimmung um den Verein ist nicht förderlich für Samba-Fussball: «Der Abstiegskampf hemmt, das wissen wir. Die ganze Situation geht nicht spurlos an uns vorbei.» Er gab sich aber überzeugt: «Wenn wir heute 1:0 gewonnen hätten, dann wären die Spruchbänder verschwunden.»

«Die Bälle in die Spitze und in die Box vor des Gegners Tor sind zu unpräzis», stellte auch Trainer Zinnbauer fest. «Dieses Unentschieden kommt einer weiteren Enttäuschung gleich, ist aber gerecht. Wir wollten mehr. Wir wollten drei Punkte, die uns enorm gut getan hätten.»

So verabschiedeten sich die Fans von der Mannschaft

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Die Super-League-Absteiger seit 2005

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Die Super-League-Absteiger seit 2005
quelle: keystone / walter bieri
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