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epa08611493 Angel di Maria (L) of PSG celebrates with teammate Neymar (R) after scoring the 2-0 lead during the UEFA Champions League semi final match between RB Leipzig and Paris Saint-Germain in Lisbon, Portugal, 18 August 2020.  EPA/David Ramos / POOL

Angel Di Maria (links) und Neymar jubeln über den historischen Finaleinzug von PSG. Bild: keystone

Mbappé? Neymar? Nein, Di Maria! – und 6 weitere Dinge, die uns gestern aufgefallen sind

Am Dienstagabend hat sich Paris Saint-Germain als erstes Team für den Final der Champions League qualifiziert. Die Franzosen bezwangen RB Leipzig souverän mit 3:0. Vor allem diese sieben Punkte sind uns dabei aufgefallen.



Angel Di Maria – der heimliche Superstar

Wer an PSG denkt, dem kommen wohl als erstes Neymar und Kylian Mbappé in den Sinn. Beide zeigten gegen Leipzig ein gutes Spiel, doch der beste Mann auf dem Platz war wohl der dritte Stürmer der Franzosen: Angel Di Maria. Der Argentinier ist zwar nicht ganz so spektakulär wie seine zwei Teamkollegen, aber auch ungemein gefährlich.

Das 1:0 bereitete der 32-jährige Argentinier mit einer perfekten Freistoss-Flanke mustergültig vor, das 2:0 erzielte er selbst und beim 3:0 durch Juan Bernat gab Di Maria erneut die Vorlage. PSG war gegen Leipzig um einiges torgefährlicher als noch im Viertelfinal gegen Atalanta – damals war Di Maria auch noch gesperrt. Ein Zufall? Wohl kaum.

Die Wand Kimpembe

Neben Matchwinner Di Maria hatte PSG auch in der Abwehr einen überragenden Mann: Innenverteidiger Presnel Kimpembe. Der 25-jährige Franzose zeigte eine fehlerfreie Leistung, glänzte mit Spitzenwerten im Defensivspiel und war sich auch nicht zu schade, den Ball immer mal wieder auf die leeren Tribünen zu schlagen. Zudem überzeugte Kimpembe auch im Aufbau, 90 seiner 91 Pässe kamen beim Mitspieler an.

Zusammen mit Thiago Silva bildet Kimpembe das Zentrum einer Abwehr, die in dieser Saison nur schwer zu überwinden ist. Gegen Leipzig spielte PSG im zehnten Champions-League-Spiel der Saison bereits zum siebten Mal zu Null.

Leipzig zahlt Lehrgeld

Für die Spieler von RB Leipzig war die PSG-Partie eine der bisher wichtigsten ihrer Karriere – kein einziger von ihnen hatte zuvor je einen Halbfinal der Champions League bestritten. Dies merkte man dem Bundesligisten aber an. Leipzig zeigte sich weniger mutig als sonst und beging auffällig viele einfache Fehlpässe im Aufbauspiel. Der Patzer von Goalie Peter Gulacsi vor dem 0:2 war nur die Spitze des Eisbergs.

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Der Fehler von Peter Gulacsi im Video. Video: YouTube/SRF Sport

Auch die Offensive litt darunter: Leipzig hatte nur eine einzige wirklich gute Chance, die Patrik Schick kurz vor Schluss vergab. Das reicht bei weitem nicht, um gegen ein Team wie PSG mithalten zu können.

Leipzigs Härte macht Thomas Tuchel rasend

Ein klares 3:0 im Halbfinal der Champions League – ein entspannter Abend also für PSG-Trainer Thomas Tuchel? Überhaupt nicht. Der Deutsche regte sich fürchterlich über die ruppige Gangart des Gegners aus Leipzig auf. Während der Partie lieferte er sich mit RB-Coach Julian Nagelsmann ein Wortgefecht nach dem anderen und nach dem Schlusspfiff diskutierte Tuchel wild mit Leipzigs Fitnesstrainer Daniel Behlau. Es habe ihn gestört, wie Behlau sich eingemischt hatte, so Tuchel nach dem Spiel: «Es war eine Angelegenheit zwischen mir und Julian, da hat sich dann ein Dritter eingemischt und das hat mir nicht gefallen. Das geht so nicht.»

Tuchel: «Es ist eine Schande, dass du das nicht zugibst.»

Behlau: «Glückwunsch zum Sieg.»

Leipzig-Trainer Nagelsmann hatte derweil Verständnis für den Ärger seines Kontrahenten. «Er beklagte sich, weil er seine Spieler schützen wollte. Das ist ganz normal, so der Jungtrainer.» Schliesslich habe sein Team wirklich viele Fouls begangen.

PSG ist eine Tormaschine

Im Halbfinal gegen Leipzig sorgte PSG für einen Rekord: Für die Franzosen war es das 34. Champions-League-Spiel in Serie, in dem sie mindestens einen Treffer erzielen konnten. Damit zog der französische Meister mit Real Madrid gleich, das zwischen 2011 und 2014 ebenfalls in 34 Partien ohne Unterbruch traf. Im Final gegen Bayern München oder Lyon kann PSG somit alleiniger Rekordhalter werden.

epa08611539 Juan Bernat of PSG (L) scores the 3-0 during  the UEFA Champions League semi final match between RB Leipzig and Paris Saint Germain in Lisbon, Portugal, 18 August 2020.  EPA/Manu Fernandez / POOL

Mittlerweile ein gewohntes Bild: PSG trifft in der Champions League, hier durch Juan Bernat. Bild: keystone

Das letzte Champions-League-Spiel ohne Tor liegt gut vier Jahre zurück. Am 12. April 2016 verloren die Franzosen bei Manchester City mit 0:1. Nur drei Spieler, die am Sonntag im Final im Kader stehen werden, spielten damals bereits für PSG: Angel Di Maria, Marquinhos und Thiago Silva.

Das Ende einer Durststrecke

PSG steht also im Champions-League-Final – endlich, werden sich die Fans sagen, die das Team schon lange verfolgen. 110 Spiele brauchten die Franzosen, um sich erstmals überhaupt für ein Endspiel der Champions League zu qualifizieren, so viele wie noch kein ehemaliger Finalist zuvor. Bisheriger Rekordhalter war der FC Arsenal, der bis 2006 immerhin 90 Spiele brauchte, um den Final zu erreichen.

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1995 platzte der Traum vom Champions-League-Final im Halbfinal gegen die AC Milan. Bild: imago sportfotodienst

Der erste europäische Titel wäre es für PSG derweil nicht. 1996 gewannen die Franzosen den Cup der Cupsieger, ein Jahr später verlor man im Endspiel gegen den FC Barcelona. Es war die drittletzte Austragung, bevor der Wettbewerb abgeschafft wurde.

Das Netz spottet über Nagelsmanns Anzug

Als heimlicher Star des Abends entpuppte sich der Anzug von Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann. Das extravagante graue Kleidungsstück wurde auch auf den sozialen Medien schnell zum Thema – viele machten sich über die aussergewöhnliche Kleidungswahl lustig.

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