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epa06220753 Bayern Munich's Arjen Robben (L) and Franck Ribery (R) react during the German Bundesliga soccer match between FC Bayern Munich and VfL Wolfsburg, in Munich, Germany, 22 September 2017.  EPA/ANDREAS SCHAAD (EMBARGO CONDITIONS - ATTENTION: Due to the accreditation guidelines, the DFL only permits the publication and utilisation of up to 15 pictures per match on the internet and in online media during the match.)

Robben und Ribéry sind weg – wer prägt die neue Bayern-Generation? Bild: EPA/EPA

Die Bayern im grossen Transfer-Dilemma – wann fällt der erste Domino-Stein?



«Wenn Sie wüssten, wen wir schon alles sicher haben.»

Diesen Satz, der ihm am 24. Februar im «Doppelpass» von Sport1 rausgerutscht ist, würde Uli Hoeness so sicher nicht mehr sagen. Denn längst fliegt er dem Bayern-Präsidenten regelmässig um die Ohren. Zwar hat der deutsche Double-Gewinner für die beiden Innenverteidiger Lucas Hernandez und Benjamin Pavard sowie den 19-jährigen Mittelstürmer Jann-Fiete Arp bereits 118 Millionen Euro in neue Spieler investiert, doch seit Ende März ist die angekündigte Transferoffensive gehörig ins Stocken geraten. Jedenfalls konnten die Bayern keinen der als «sicher» geglaubten Transfers als perfekt vermelden.

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Uli Hoeness kündigt die Transferoffensive an. Video: YouTube/SPORT1

Mehr zu reden gaben bisher die Abgänge: Mit Arjen Robben, Franck Ribéry, Rafinha, James Rodriguez und Mats Hummels verlassen fünf ehemalige Leistungsträger den deutschen Vorzeigeklub. Letzterer wechselt zurück zum grossen Titelkonkurrenten Borussia Dortmund, der in der Kaderplanung dank den Millionen-Zuzügen von Julian Brandt, Thorgan Hazard und Nico Schulz deutlich weiter ist.

Wohl auch deshalb wird Hoeness bei fast jeder Gelegenheit auf seinen verhängnisvollen Satz von Ende Februar angesprochen, was der Bayern-Präsident offenbar langsam satt hat. «Wir haben bis jetzt schon 120 Millionen Euro ausgegeben. Langsam geht mir das auf die Nerven, dass man sich nur noch über die Käufe definiert. Wir haben gerade zwei Titel gewonnen und sollten erstmal feiern», entgegnete er auf eine Nachfrage beim Titelgewinn von Bayerns Basketballer am Sonntag.

«Wir müssen entspannt bleiben. Auf dem Transfermarkt gilt es, die Geduld zu wahren, abzuwarten und zu sehen, was möglich ist», sagt Sportchef Hasan Salihamidzic. Doch viel Zeit bleibt den Bayern für die Kaderplanung nicht mehr. Bereits am 8. Juli beginnt an der Säbener Strasse die Saisonvorbereitung, fünf Wochen später geht's mit der ersten Runde des DFB-Pokals in die neue Saison.

Untätigkeit kann man den Kaderplanern der Bayern nicht vorwerfen. Bei so mancher Offensivkraft haben sie angeklopft, doch stets haben sich die Bemühungen zerschlagen.

Der Fall Leroy Sané

Marktwert: 100 Millionen Euro

Das 23-jährige Supertalent von Manchester City hätte der Königstransfer in diesem Sommer werden sollen. Gespräche soll es gegeben haben, doch Sané hat sich gemäss der englischen «Sun» und der deutschen «Bild» für einen Verbleib bei Manchester City entschieden.

Manchester City's Leroy Sane celebrates after scoring his side's second goal during the English Premier League soccer match between Manchester United and Manchester City at Old Trafford Stadium in Manchester, England, Wednesday April 24, 2019. (AP Photo/Jon Super)

Bild: AP/AP

Der Fall Timo Werner

Marktwert: 65 Millionen Euro

Eigentlich galt der Transfer des deutschen Nationalstürmers bereits als fix, doch ein offizielles Angebot haben die Bayern für Werner nie abgegeben. Im Sturm herrscht dank Robert Lewandowski aber auch am wenigsten Handlungsbedarf, weshalb der Leipzig-Angreifer nur noch als Notlösung gilt.

Leipzig's Timo Werner gestures during the German Bundesliga soccer match between RB Leipzig and VfL Wolfsburg in Leipzig, Germany, Saturday, April 13, 2019. (AP Photo/Jens Meyer)

Bild: AP/AP

Der Fall Callum Hudson-Odoi

Marktwert: 35 Millionen Euro

Schon in der Winterpause wollten die Bayern das 18-jährige Chelsea-Talent unbedingt verpflichten. Und auch der zuletzt verletzte Linksaussen scheint wechselwillig, doch in England heisst es, dass Frank Lampard, der bald als neuer «Blues»-Trainer vorgestellt werden soll, sein Veto eingelegt habe.

epa07483561 Chelsea's Callum Hudson-Odoi against Brighton during a Premier League soccer match at Stamford Bridge in London, Britain, 03 April 2019.  EPA/ANDY RAIN EDITORIAL USE ONLY. No use with unauthorized audio, video, data, fixture lists, club/league logos or 'live' services. Online in-match use limited to 120 images, no video emulation. No use in betting, games or single club/league/player publications

Bild: EPA/EPA

Der Fall Nicolas Pépé

Marktwert: 65 Millionen Euro

Der 24-jährige Lille-Aussenstürmer wird von halb Europa gejagt: Inter Mailand und Atlético Madrid sollen für den ivorischen Nationalspieler 90 Millionen Euro bieten. So viel wollen die Bayern aber nicht bezahlen. Trotz 23 Toren und Rang zwei in der Torjägerliste der Ligue 1 ist der Bayern-Vorstand gemäss einem Interview mit «SportBild»-Experte Christian Falk nicht restlos von Pépé überzeugt.

Lille's Nicolas Pepe, center, reacts during his League One soccer match match Lille and Montpellier at the Lille Metropole stadium, in Villeneuve d'Ascq, northern France, Sunday, Feb. 17, 2019. (AP Photo/Michel Spingler)

Bild: AP/AP

Der Fall Yannick Carrasco

Marktwert: 20 Millionen Euro

Wie Pépé soll auch der 25-jährige Belgier gemäss Christian Falk nur auf Bayerns «B-Liste» stehen. Das heisst, die Transferbemühungen werden nur intensiviert, falls sich Wechsel von der «A-Liste» definitiv zerschlagen haben. Doch auch bei ihm stellt sich die Qualitätsfrage. Carrasco spielt seit Februar 2018 bei Dalian Yifang in der chinesischen Super League, ist dort aber unzufrieden.

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bild: twitter

Der Fall Julian Draxler

Marktwert: 35 Millionen Euro

Der PSG-Flügel hätte die Alternative für Sané werden sollen. Doch der deutsche Nationalspieler hat bereits abgewinkt: «Zu den Gerüchten kann ich gar nichts sagen, weil ich keine Intention habe, Paris zu verlassen!»

PSG's Julian Draxler, left, and Strasbourg's Ismael Aaneba challenge for the ball during the French Cup soccer match between Paris Saint Germain and Strasbourg at the Parc des Princes stadium in Paris, Wednesday, Jan. 23, 2019. (AP Photo/Michel Euler)

Bild: AP/AP

Der Fall Rodrigo

Marktwert: 80 Millionen Euro

Der defensive Mittelfeldspieler von Atlético Madrid gilt als Wunschspieler von Sportchef Salihamidzic für das zentrale Mittelfeld. Doch so lange die Flügelpositionen nicht besetzt sind, werden die Bayern ihre Bemühungen um den 23-jährigen Spanier nicht intensivieren. Momentan gilt ohnehin Manchester City als Transferziel von Rodrigo. Finanziell könnten die Bayern da wohl nicht mithalten.

Atletico Madrid's Rodri, left, jumps for the ball with Monaco's Youri Tielemans during a Group A Champions League soccer match between Atletico Madrid and Monaco at the Metropolitano stadium in Madrid, Wednesday, Nov. 28, 2018. (AP Photo/Paul White)

Bild: AP/AP

Der Fall Gareth Bale

Marktwert: 60 Millionen Euro

Immer wieder wurde der bei Real Madrid in Ungnade gefallene Waliser in diesem Frühsommer mit den Bayern in Verbindung gebracht, doch das Interesse an einem möglichen Leihgeschäft scheint beidseitig nicht allzu gross zu sein. Bales Berater bezeichnete die Gerüchte zuletzt kurz und bündig als «Müll».

Real Madrid's Gareth Bale goes for the ball during a Spanish La Liga soccer match between Getafe and Real Madrid at the Alfonso Perez stadium in Getafe, Spain, Thursday, April 25, 2019. (AP Photo/Bernat Armangue)

Bild: AP/AP

Der Fall Dybala

Marktwert: 85 Millionen Euro

Im Winter war bereits von einem 115-Milllionen-Transfer-Paket rund um den 25-jährigen Argentinier die Rede, doch danach wurde es wieder ruhig um einen möglichen Wechsel des Juve-Reservisten zu den Bayern. Doch nun nehmen die Gerüchte wieder Fahrt auf. Der in Turin unzufriedene Dybala ist einem Wechsel nach München gemäss «Corriere dello Sport» nicht abgeneigt. Der italienische Rekordmeister fordert allerdings 100 Millionen Euro, die Bayern wollen nur 80 zahlen.

epa07603793 Juventus' Argentinian forward Paulo Dybala (front) applauds fans after the Italian Serie A soccer match between UC Sampdoria and Juventus FC in Genoa, Italy, 26 May 2019.  EPA/SIMONE ARVEDA

Bild: EPA/ANSA

Das Warten auf den ersten Domino-Stein

Nicht nur bei den Bayern, auch sonst herrscht im internationalen Transfermarkt derzeit Flaute. Alles wartet auf den ersten Mega-Transfer des Sommers, der das grosse Wechsel-Domino auslösen wird. Gut möglich, dass Antoine Griezmann der erste Stein sein wird.

Der französische Weltmeister hat seinen Abgang von Atlético Madrid längst angekündigt, sein neuer Klub steht aber noch in den Sternen. Und solange Atlético die Griezmann-Millionen nicht in der Hinterhand hat, können die Madrilenen auf dem Transfermarkt nicht aktiv werden.

epa07571043 (FILE) - Atletico's Antoine Griezmann reacts during the Spanish LaLiga soccer match between Atletico de Madrid and Girona at 'Wanda Metropolitano' stadium in Madrid, Spain, 02 April 2019 (issued 14 May 2019). Griezmann has communicated to Atletico de Madrid's his intention to leave the club this summer. Griezmann has a release clause of 200 million of euros that will drops to 120 million of euros from 01 July 2019.  EPA/RODRIGO JIMENEZ *** Local Caption *** 55099864

Die Frage aller Fragen: Wohin geht Griezmann? Bild: EPA/EFE

Aber zurück zu den Bayern: Dort zeichnete sich zuletzt doch noch ein weiterer Neuzugang ab. Der neuseeländische U20-Nationalspieler Sarpreet Singh soll unmittelbar vor einem Wechsel zum deutschen Rekordmeister stehen. Dessen Klub Wellington Phoenix hat das Bayern-Interesse bereits bestätigt.

Die Bayern sollen den Verein aus Neuseeland in der vergangenen Woche kontaktiert haben. Singh wurde schon länger von den Münchnern gescoutet, seine Leistungen bei der U20-WM in Polen hätten die Verantwortlichen schliesslich überzeugt. Der neuseeländisch-indische Doppelbürger ist für die zweite Mannschaft eingeplant. Aber wie heisst es so schön: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

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